Buchmesse Leipzig 2011: Das längste Buch, der Papp-Pavillon und Künstlerbücher
Daniel Thalheim
20.03.2011
Bauhaus aus Weimar in Leipzig: Lockmittel PappPalast.
Foto: Daniel Thalheim
Kunst zur Buchmesse - gibt es so etwas? Mal den neuen Prachtband über Lucas Cranachs grafisches Werk beiseite gelegt, Buchkunst wird in Leipzig groß geschrieben. Die Kunstakademie Bauhaus-Universität Weimar und der Bund bildender Künstler sorgen für spektakuläre Hingucker auf der Buchmesse 2011. Und die HGB sorgt für Vielfalt.
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Sind's nun hundertzehn, hundertzwei oder hundertzwölf Künstler, die am längsten Buch der Welt mitgewirkt haben? Das Künstlerbuch von der Idee bis zur Realisierung zeigt der Bund bildender Künstler Leipzig e.V. auf der derzeitigen Buchmesse. Das längste Buch der Welt ist mit 70 Metern aufgefaltet auf einem Tisch zu sehen. Drumherum hängen die darin enthaltenen Grafiken.
Seletene Exemplare beim schrägen HGB-Stand.
Foto: Daniel Thalheim
Ein Künstlerbuch ist etwas anderes als ein aus Buchstaben bestehender Roman, zumal die Buchstaben nicht in alphabetischer Reihenfolge stehen. Kein Problem bei den Leipziger Künstlern, die ein Bilderbuch geschaffen haben, das derzeit in Venedig ausgestellt wird. Das zweite Exemplar steht in Leipzig. Vorsichtig muss man das fragile Werk berühren, um alle darin enthaltenen Grafiken sehen zu können. Fingerhandschuhe für Archivare liegen aus. Schnell könnte was gerissen, befleckt werden.
Nicht minder interessant die Ausstellung der Hochschule für Grafik und Buchkunst nebenan. Thema Künstlerbücher auch hier. Auf rosafarbenen schrägen Auslagen, Podesten liegen die Unikate zum Anfassen und Angucken. Keine Auflagen, vielmehr Einzelstücke warten morgen zum letzten mal für 2011 auf ihre Betrachter - unverkäuflich wie das längste Buch der Welt und natürlich einmalig. Da ein Buch über "Schnitzeljagd", Exemplar 2 von 5. Staunen, Raunen, unermüdliches blättern. Schrift und Kunst sehen hier so anders aus als bei den BuchKindern in der Halle 2. Kein oder kaum buntes Krikelkrakel, vielmehr wohl geordnete Buchstabenreihen, penibel ausgeklügelte Designkonzepte. Hier sieht man, dass man klein auf ziemlich viel gelernt hatte, um ein Buch zu gestalten. Auf der Leipziger Buchmesse zeigen Leipziger Studenten, was es heißt an der HGB zu studieren.
Sind's hundertzehn, hundertzwee oder hundertzwölf mitwirkende Künstler? - Das längste Buch der Welt beim Bund der bildenden Künstler.
Foto: Daniel Thalheim
Der Papp-Palast nebenan sorgt auch für Aufsehen. Künstler der Weimarer Bauhaus-Universität haben einen ganz besonderen Info-Stand aufgebaut. Da müssen die hinein drängelnden Besucher ganz schön aufpassen, um das sensible Stück Kunst nicht einzureißen. Viel sehen die Besucher außer Info-Aufstellern und Studenten in den pappigen vier Wänden nicht, die zudem auch recht luftdurchlässig sind. Am daran hängenden Schild erfährt man, dass der Papp-Palast im Rahmen des Projekt Weiss des vergangenen Wintersemesters entstanden ist. Der Messestand besteht aus 28.000 ineinandergesteckten weißen Pappquadraten, dient als Info-Box für neugierige Kunstdetektive.
Auf jeden Fall sind die mitteldeutschen Künstler mit ihren witzigen Projekten die Hingucker neben dem üblichen Bücher-Klimbim. Heranströmende Besucher sind der beste Beweis, dass ausgefallene Ideen anlocken.
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