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Leipzigs Schulentwicklungsplan: Auch im Osten und Süden fehlt mindestens eine Mittelschule

Marko Hofmann
Schulgebäude in der Heinrichstraße.
Schulgebäude in der Heinrichstraße.
Foto: Marko Hofmann
Bei den stark steigenden Grundschülerzahlen und einer angenommenen Übergangsquote von 50 Prozent der Schüler auf entweder ein Gymnasium oder eine Mittelschule, wird es perspektivisch auch Probleme im Mittelschulnetz der Stadt geben. Im Schulentwicklungsplan wird deshalb für den Inneren Osten und den Süden mindestens je ein Neubau vorgeschlagen.

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Nicht unwahrscheinlich, dass jeweils ein zweiter noch dazukommen wird. - Ist ja logisch, dass dort, wo sich viele Grundschüler tummeln und noch mehr in Zukunft tummeln werden, auch reichlich Schüler für die Mittlere Reife büffeln werden. Kein Wunder also, dass genau in den Planungsbereichen Innerer Osten, der sich vom Zentrum Südost bis nach Schönefeld erstreckt, und Süd, der kurioserweise im Zentrum-Nordwest beginnt und sich bis nach Dölitz-Dösen zieht, laut Entwurf des Schulentwicklungsplans (SEP) akuter Nachholbedarf bei den Mittelschulkapazitäten besteht. Pro Planungsbereich wird im 245-Seiten-Entwurf mindestens ein Schulneubau vorgeschlagen, der spätestens ab 2016 - im Süden - und 2018 - im Inneren Osten - zur Nutzung bereit stehen müsste.

Schon vorher müssen allerdings andere Maßnahmen ergriffen werden, um jedem Mittelschüler einen Platz in einer Klasse anbieten zu können. Im Inneren Osten können die derzeit vier Mittelschulen Georg-Schumann-Schule, 16. Schule, 20. Schule und 125. Schule noch bis 2014 dem bis dahin kaum veränderten Schülerzulauf standhalten. Es wird allerdings erwartet, dass ab 2015 die Zahl der Eingangsklassen von dann 12 auf bis zu 17 im Jahr 2024 ansteigen werden. Die Anzahl der Neu-Mittelschüler wird sich also binnen zehn Jahren um ein Drittel erhöhen.

Die Wilhelm-Busch-Schule und die 125. Schule teilen sich (noch) ein Gebäude.
Die Wilhelm-Busch-Schule und die 125. Schule teilen sich (noch) ein Gebäude.
Foto: Marko Hofmann

Im Jahr 2010 sind im Inneren Osten nur 219 Schüler in der 5. Klasse einer Mittelschule aufgetaucht, 2015 sollen es dann schon 294 sein, 2024 prognostizierte 402. Wenn die für 2015 vorgeschlagene Fusion der Grundschulen Wilhelm Busch und August Bebel am Standort der August-Bebel-Schule in der Husemannstraße in Neustadt-Neuschönefeld durchgeführt würde, könnte die 125. Schule, die sich derzeit mit der Wilhelm-Busch-Schule ein Schulgebäude in der Heinrichstraße teilt, bis zu zwei Züge mehr aufnehmen können.

So würde zumindest bis 2018 Zeit gewonnen, aber spätestens dann muss auch ein vierzügiger Neubau in diesem Planungsraum realisiert werden. Im Entwurf wird eine Schule in der etwas groß gefassten Ecke Anger-Crottendorf / Volkmarsdorf / Neustadt-Neuschönefeld / Schönefeld-Abtnaundof favorisiert. Verläuft die Entwicklung wie prognostiziert, wird es aber nicht bei einem Neubau bleiben.

Nach 2020 ist voraussichtlich eine nochmalige Erweiterung der Mittelschulkapazitäten um drei Züge erforderlich, wofür die entsprechend benötigte Fläche schon jetzt gesichert werden sollte.“ Diese Schule soll dann allerdings eher im Übergang vom Planungsraum Innerer Osten zum Planungsraum Osten, also im Gebiet Anger-Crottendorf / Mölkau entstehen, da auch für den Planungsraum Ost in diesem Zeitabschnitt derzeit von einem höheren Bedarf ausgegangen wird.

Ähnlich stellt sich die Situation im sogenannten Planungsraum Süd dar. Im Entwurf heißt es: „Es zeichnet sich ab, dass beginnend ab dem Schuljahr 2014/2015, besonders jedoch ab dem Schuljahr 2016/2017 mit einem gravierenden Anstieg der Schülerzahlen in den Mittelschulen zu rechnen ist. Diesen Anstieg haben im Besonderen die Sportmittelschule, die Petrischule und die Apollonia-von-Wiedebach-Schule zu kompensieren.“

Mit den derzeitigen Kapazitäten wird das Gebiet bis 2015 gut auskommen. Ab 2016 müssten aber auch im Süden, vor allem im Bereich Zentrum-Süd / Südvorstadt / Connewitz die Bagger losschaufeln. „Ein weiterer vierzügiger Schulstandort ist zwingend erforderlich, damit der Bedarf bis 2019 befriedigt werden kann“, heißt es im SEP. Unter anderem werden als mögliche Baufelder das Gebiet hinter dem Bayerischen Bahnhof und die Alte Messe in Betracht gezogen. Ab 2019 kann eine zweite, dreizügige Schule im Bereich Südvorstadt / Connewitz dazukommen. Deshalb soll die Stadt schon jetzt eine entsprechende Fläche sichten und sichern.

Im Zeitraum von 2014 bis 2019 soll die Zahl der Eingangsklassen im Süden von 12 auf 18 steigen und sich auf diesem Niveau bis mindestens 2025 stabilisieren. Im Schuljahr 2010/2011 kamen Schüler für lediglich neun neue Klassen an die vier Mittelschulen des Planungsraums. Die Neubauten erfolgen auch, weil im Süden keine Schulgebäude ein kümmerliches Dasein am Rande der Schulgesellschaft fristen und die genutzten Gebäude nicht baulich erweitert werden können.


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