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Schulinvestitionen in Leipzig (3): Fast 38 Millionen Euro allein für Bestandserhaltung

Ralf Julke
Heisenberg-Gymnasium in Möckern.
Heisenberg-Gymnasium in Möckern.
Foto: Ralf Julke
Genauso notwendig wie der Neubau oder die Wiederöffnung von Schulen in Leipzig ist der Erhalt der derzeit genutzten Schulen. Immer wieder machten in den letzten Monaten Meldungen Furore, dass einige Leipziger Schulen wegen ausbleibender Reparaturen von einer Schließung bedroht seien. Logische Folge: Leipzig muss in den nächsten drei Jahren auch 37,8 Millionen Euro in den simplen Bestandserhalt investieren.


In den Jahren 2013/2014 sollen dabei auch 4 Millionen Euro Fördermittel des Landes eingesetzt werden. Für die Folgejahre 2015/2016 hofft die Stadt Leipzig dringend, dass weitere Fördermittel des Freistaates fließen. 71 Einzelmaßnahmen hat das Hochbauamt der Stadt allein für die Jahre 2013 bis 2016 aufgelistet. Den größten Teil - rund 35 Millionen Euro - in den Jahren 2013/2014. Einige Maßnahmen - wie die Brandschutzmaßnahmen in der Karl-Liebknecht-Schule, in der Schule Portitz und der 21. Schule haben bereits begonnen.

Im Schnitt kosten auch die einzelnen Maßnahmen im Brandschutz (die ein Schwerpunkt im Bestandserhaltungsprogramm sind) jeweils eine halbe Million Euro. Auch das summiert sich, wenn dutzende Schule nach Jahren des Investitionsstaus nachgerüstet werden müssen. In einigen Schulen sind noch umfassendere Baumaßnahmen geplant.

Heisenberg-Gymnasium in Möckern.
Heisenberg-Gymnasium in Möckern.
Foto: Ralf Julke

Eine Übersicht über die größeren der 71 Einzel-Projekte:

Sanierung des Sanitärtrakts der Sporthalle der Wilhelm-Hauff-Schule in Möckern: 1,087 Millionen Euro

Letzte Tranche für die bereits begonnene Teilsanierung der Lene-Voigt-Schule in Lößnig: 1,615 Millionen Euro. Die Arbeiten haben im Sommer 2012 begonnen. Gesamtkosten: 2,7 Millionen Euro

Brandschutz in der Helmholtz-Mittelschule in Lindenau: 940.000 Euro

Erneuerung der Elektroanlage und Brandschutz im Werner-Heisenberg-Gymnasium in Möckern: 1,13 Millionen Euro

Dasselbe im Neuen Nikolaigymnasium in Stötteritz: 1,13 Millionen Euro

Letzte Tranche für die Sanierung des Anton-Philipp-Reclam-Gymnasiums: 2,39 Millionen Euro. Die Baumaßnahme hat schon 2011 begonnen. Gesamtkosten: 10,3 Millionen Euro.

Neubau einer 3-Felder-Sporthalle für das Reclam-Gymnaasium als Ersatzneubau: 2,13 Millionen Euro

Brandschutzmaßnahmen am Berufsschulzentrum 7, Außenstelle Neustädter Straße: 12,3 Millionen Euro

Einige Schulen werden auch in ihrer Kapazität erweitert. So ist in der Schule Liebertwolkwitz ab 2017 genauso ein Anbau geplant wie an der 60. Schule in Knauthain ein Erweiterungsbau. Planungsmittel sind in beiden Fällen für 2016 angesetzt.

An der Erich-Zeigner-Grundschule in Plagwitz hat die Ertüchtigung des Gebäudeflügels Weißenfelser Straße schon begonnen, um die Schule für die wachsende Schülerzahl aufnahmefähig zu machen. 2013 fließen noch einmal 250.000 Euro.

In der Friedrich-Schiller-Schule in Gohlis wird das Hofgebäude ertüchtigt. Dafür sind 2013 noch 200.000 Euro eingestellt.

Und die 120. Grundschule in der Martin-Herrmann-Straße in Großzschocher wird bis 2014 energetisch saniert und erweitert. Hierfür stehen 2,85 Millionen Euro in der Planung.


Was den Druck nicht nimmt. Mit allen Neubauten und Sanierungen trägt Leipzig bis 2016 nur ein Drittel des Investitionsstaus bei Schulen ab. In den sechs Folgejahren müsste im Grunde ein ähnliches Investitionsprogramm folgen, wie es die Bürgermeister Thomas Fabian (SPD) und Torsten Bonew (CDU) am 28. August für die Jahre 2013 bis 2016 vorgestellt haben. Möglich nur, wenn der Freistaat Sachsen das Programm wieder mit Fördergeldern untersetzt, wie das 2013/2014 vorgesehen ist.

Der "demografische Druck" lässt dabei vorerst in keiner Weise nach, wie Sozialbürgermeister Thomas Fabian am 28. August recht sinnfällig vorrechnete. 2011 gab es allein 299 Geburten mehr in Leipzig als noch im 2010. Das bedeuten in simpler Fortschreibung: 2017 müssen in Leipziger Grundschulen elf zusätzliche Klassen geschaffen werden. Wenn man in drei- bis vierzügigen Grundschulen denkt, heißt das: Drei neue Grundschulen müssen ab 2017 noch dazukommen. Vier Jahre später bekommt der Jahrgang seine Bildungsempfehlung. Entsprechend müssen auch elf zusätzliche Klassen an Mittelschulen und Gymnasien zur Verfügung stehen. Wobei Fabian davon ausgeht, dass etwa die Hälfte der Schüler aufs Gymnasium wechselt, die andere Hälfte auf die Mittelschule, die dann vielleicht Oberschule heißt.

Alle Investitionsmaßnahmen, die bislang für 2013 bis 2016 in Leipziger Schulen geplant sind als PDF zum download.


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