Die Zeit heilt selbst solche Wunden

Gerd Danigels fotografische Zeitrevue: Berlin – damals und heute

Für alle LeserDie Leipziger kennen solche Fotobände schon: Leipzig früher und heute. Armin Kühne und Niels Gormsen haben damit beeindruckend gezeigt, wie sich Leipzig nach 1990 völlig gewandelt hat und aus einer grauen Maus ein bunter Pfau wurde. Genauso ging es Berlin. Und das kann der Berliner Fotograf Gerd Danigel eindrucksvoll zeigen. Samt einer verheilenden Wunde, die 28 Jahre lang die Stadt zerriss.

Mit dem Fotoband „Schöner unsere Paläste!“ hat ihn der Lehmstedt Verlag 2011 ins Licht der Öffentlichkeit gerückt und damit eingeladen, einen Berlin-Fotografen zu entdecken, der die späten Jahre der DDR in Ostberlin mit aufmerksamen Blick festgehalten hat. Die Fotos reihten sich ein in die eindrucksvolle dokumentarische Fotografie der namhaften Fotografen aus dem Osten.

Und da Gerd Danigel gerade die Jahre 1989/1990 noch einmal genutzt hat, um wichtige Blickpunkte in seinem Berlin mit der Kamera festzuhalten, verfügt er auch über ein entsprechend eindrucksvolles Archiv, das gerade den Osten der geteilten Stadt noch so zeigt, wie er damals aussah – trist. Natürlich.

Die Straßen baumlos, die Häuserzeilen unsaniert. Gerade der Prenzlauer Berg zeigte ja damals alle Schattenseiten der DDR-Wohnungspolitik. Gebaut wurden ja vor allem Plattenbausiedlungen an den Stadträndern. Die Innenstädte verfielen. Und auch das fast noch geschlossen erhaltene Gründerzeitgebiet des Prenzlauer Berges war in den Plänen der Staatslenker nicht zur Sanierung vorgesehen.

So rottete es vor sich hin, wurde aber ab den 1970 Jahren damit auch zur Heimstatt vieler Künstler und Dissidenten. Von dem Ruf zehrt das Gebiet noch heute, auch wenn die Straßen durchgehend saniert sind und die Bewohnerschaft in großen Teilen eine völlig andere ist. Es ist zum beliebtesten Wohnquartier Deutschlands geworden. Und der Blick in die Straßen heute zeigt, dass es jetzt wirklich Straßen sind.

Als wären es Orte in einer völlig anderen Stadt.

In den Jahren 2017/2018 ist Gerd Danigel noch einmal losgezogen und hat zahlreiche Stadtansichten, die er um 1990 – damals in schwarz-weiß – fotografiert hat, noch einmal aus demselben Blickwinkel aufgenommen. Und würden die Bildbetitelungen nicht erklären, dass man tatsächlich mit ihm an derselben Stelle steht, würde man ins Grübeln kommen. Einst gähnende Brachen wurden zum Teil mit gigantischen Neubauten besetzt, Lücken geschlossen, Bäume gepflanzt.

Und das Herrliche ist: Man sieht tatsächlich beide Stimmungen. Wie Bilder, die eigentlich nicht zusammengehören – die bedrückende Leere der viel zu breit scheinenden Straßen am Ende der DDR-Zeit, auf denen kaum ein Auto unterwegs ist, aber auch kaum Menschen zu sehen sind, wenn man vom Gedränge an den S-Bahn-Stationen an der Schönhauser absieht.

Und heute laden dieselben Straßen mit kleinen Läden, Cafés und Märkten wieder ein, sich dort tatsächlich aufzuhalten – mit Kind und Fahrrad. Es wird eben das heute so gern beschworene Prenzlauer-Berg-Gefühl sichtbar. Und wer die Zeit um 1980 nicht mehr erlebt hat, läuft ahnungslos über die alte Sektorengrenze.

Die Mauer stand oft genau da, wo heute Straßen mit rauschendem Verkehr die Stadt durchziehen. Oder sie sperrten ganze Straßen ab, die heute wieder offen und dicht bebaut und bewohnt sind. Man sieht die Wunden der 28-jährigen Teilung oft nur noch, wenn man die Vergleichsfotos sieht. Oder den Mauerpark besucht oder die East Side Gallery.

Und man sieht natürlich mit Gerd Danigel, wie sehr die Mauer das städtische Leben damals tatsächlich in einem breiten Streifen abgetötet hat, wie sie mitten in Berlin eine Wüste geschaffen hat aus Stein und Beton, die auch auf den Fotos noch immer beklemmend wirkt.

Und dann sieht man die Gegenwart in Farbe daneben, fast beschauliche Situationen, als wäre die Stadt hier schon immer offen gewesen und nie hätten Türme einen Todesstreifen überwacht. Das Verstörende ist dem Alltag einer Stadt gewichen, in der in den letzten Jahren so viel gebaut und verändert wurde wie in keiner anderen Stadt. Und es hat ihr gutgetan.

Das ist kein Aschenputtel mehr, sondern eine Stadt, die selbst abseits der großen Plätze wieder etwas Weltstädtisches ausstrahlt. Wo auch die alte Wasserwelt rund um die Spree, die ja kilometerweit selbst Grenzgebiet war, wieder erlebbar ist. Einst abgebrochene Brücken führen wieder übers Wasser und in der Friedrichsstraße steht man nicht mehr vor vergitterten U-Bahn-Zugängen. Die U- und S-Bahnen verbinden wieder die ganze Stadt. Und vor allem ist dieses Kohlegrau verschwunden, das auch Berlin einst in ein diffuses Licht tauchte.

Der Wandel ist frappierend. Und so ein Buch macht gerade durch dieses Nebeneinander sichtbar, was wir so oft vergessen, weil wir die Veränderungen meist nur in kleinen Portionen wahrnehmen. Auch wenn sie sich regelrecht aufdrängen wie der Abriss des Palastes der Republik und der Neubau des Schlosses.

Selbst Bäume wachsen mit einer verblüffenden Geschwindigkeit, wenn man 28 Jahre als Maßstab nimmt. Und die Himmel sind anders. Ganz so, als spiegele sich auch die Stimmung des Fotografen in den Bildern – damals sehr deprimiert, heute in einer Stadt unterwegs, die wieder blaue Himmel und weiße Wolken kennt. Was natürlich den Bildern sofort mehr Lebendigkeit verleiht.

Es ist ein Fotoband geworden, der hilft, dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen und sehr plastisch zu zeigen, wohin eine Gesellschaft kommt, die sich einmauert, und was dann mit ihren Städten passiert. Ein Buch gegen das Vergessen, auf jeden Fall. Und eines für Berlin-Liebhaber und solche, die Geschichte selbst erkunden wollen. Nicht nur in der Gedenkstätte Berliner Mauer, sondern beim Spazierengehen mit dem Buch in der Hand (und einem guten Stadtplan in der Tasche oder auf dem Handy.

Denn so wird Geschichte ja erst faszinierend – wenn man sich die Veränderungen vor Augen führen kann. Direkt vor Ort. Da und dort spürt man dann auch noch den alten Erinnerungsschmerz, wenn man sich diese zu Sackgassen verbauten Straßen vorstellt, in denen 28 Jahre lang nichts passieren durfte. Nach dem Willen einer Partei, die so gern mit der Faust befohlen hätte, die Zeit anzuhalten und alles einzufrieren.

Und das macht etwas sichtbar, was auch in der heutigen politischen Nicht-Diskussion mitschwingt. Nämlich genau diesen alten Betongeist, der in vielen Köpfen von Leuten noch immer steckt, die sich nach diesem falschen Schutz vor den Veränderungen der Zeit zurücksehnen, die gern wieder eine Geschlossene Gesellschaft hätten – mit Mauern und Grenzkontrollen drumherum.

Das muss das Buch gar nicht besonders betonen. Es ist so offensichtlich. Nur dass die neuen Grenz- und Heimatschützer hüben wie drüben zu Hause sind und die Menschen wie Rattenfänger an der Nase herumführen. Man möchte beim Umblättern jedes Mal murmeln: Schaut auf diese Stadt! Dann müsstet ihr es doch eigentlich begreifen!

Aber diese Leute lesen keine Bücher. Jedenfalls keine, in denen es um offene Länder und Gesellschaften und Städte geht. Sie haben mit diesem Gewimmel im Mauerpark nichts zu tun und nicht mit den Spaziergängern auf den Brücken oder den Familien, die ihre Kinder mit den um 180 Grad gedrehten Herren Marx und Engels spielen lassen. Wobei einen der Gedanke durchaus belustigt: Warum schauen die beiden jetzt nach Westen? Gibt es da jetzt was zu tun, nachdem die Sache im Osten erledigt ist?

Freche Frage. Hätte aber Dr. Karl Marx ganz bestimmt gefallen. Fast hätte man auch noch Herrn Hegel erwartet, der ja bekanntlich den Studiosus Marx erst auf hintersinnige Gedanken brachte. Aber die Uni hat es dann doch nicht ins Buch geschafft. Zu viele Orte waren abzubilden – so wie der grün gewordene Lustgarten, der Pariser Platz und das Brandenburger Tor, das längst wieder genau das ist, was es sein soll: ein Tor, durch das man von Ost nach West spazieren kann. Und von West nach Ost. Ein Verbindungselement, typisch für die ganze Berliner Mitte, die mittlerweile verheilt ist und ein Tummelfeld für Fotografen, die offene Perspektiven mögen.

Gerd Danigel Berlin – damals und heute, Lehmstedt Verlag, Leipzig 2018, 15 Euro.

Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers

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