Kopfkino: Michael Hametner in 15 durchaus streitbaren Gesprächen mit dem Maler Hans Aichinger

Für alle LeserReden macht klüger. Man lernt etwas dabei, wenn man sich darauf einlässt und die Gesprächspartner bereit sind, sich 15 Nachmittage abzuknapsen im Atelier. Seit 2013 erobert sich der alte Radiohase Michael Hametner in solchen Ateliergesprächen nach und nach die Welt der Malerei. Im Konkreten natürlich die Leipziger Malerei, denn es sind Leipziger Maler, die sich bislang „geopfert“ haben. Aber gerade deshalb geht es tatsächlich um des Pudels Kern. Diesmal mit Hans Aichinger.

Zuvor hat sich Hametner in Gesprächen mit Sighard Gille, Matthias Weischer und Johannes Heisig hineingearbeitet in eine Welt, die ihm als Theater- und Literaturkritiker zwar nicht unbekannt war, aber doch – sagen wir mal: erkundungsbedürftig. Was den ersten Bänden mit seinen Ateliergesprächen auch noch anzumerken war. Wobei er eine journalistische Tugend nie vergessen hat: auch die eigene Position immer wieder zu erklären und zu hinterfragen. Etwas, was den meisten Leuten im Mediengewerbe völlig abgeht. Sie spielen die Oberlehrer, merken aber oft nicht einmal mehr, dass auch sie nur durch eine Brille auf die Welt schauen. Selbst wenn sie keine Brille tragen.

Auch deshalb sind Hametners Ateliergespräche mit Malern, die über ihr Handwerk tatsächlich intensiv nachdenken, am Ende doch fruchtbar. Mit dem 1959 geborenen Hans Aichinger, der einst mit Neo Rauch und Axel Krause gemeinsam an der HGB studierte, rasselt er in einigen Gesprächen tüchtig zusammen. Aber diesmal spielt er es nicht weg, versucht sich nicht in die neutrale Position zu retten, wie er es noch in den Gille-Gesprächen zuweilen getan hat. Irgendwie wuchs auch ihm ein dickeres Fell und er fühlt sich nicht mehr so angegriffen, wenn er als Fragender mit seinen Fragen ins Fettnäpfchen tritt. Denn das ist normal.

Wie könnte es anders sein?

Denn hier begegnen sich ja zwei Gesprächspartner, denen es letztlich nicht um die schnelle Titelgeschichte geht oder den eigenen Ruhm, auch wenn Eitelkeit, wie Hans Aichinger gern zugibt, natürlich eine Rolle spielt. Denn wer nicht gesehen werden will, macht keine Kunst, der malt keine Bilder, die in Museen hängen oder die Sammler zu Höchstgeboten antreiben. Der denkt auch nicht an das Leben nach seinem Tod. Alles Themen, die die beiden in durchaus lebendigen Gesprächen berühren. Und mit Aichinger lohnt sich das.

Das weiß jeder, der schon einmal eins von Aichingers Bildern der letzten 15 Jahre gesehen hat. Bilder, die sich radikal von all dem unterscheiden, was Aichinger in den 20 Jahren zuvor gemalt hat. Jahre des Suchens waren das, stellt er fest, der Irritation und eines Noch-nicht-bei-sich-Seins, auch wenn Aichinger in der Zeit die ganze Palette der Postmoderne durchgeackert hat. Seine Ausstellungen – sagt er selbst – sahen aus wie Gemeinschaftsausstellungen völlig unterschiedlicher Künstler.

Manchmal braucht einer, selbst wenn er talentiert ist und mit breiter Schulter ins Kunststudium gegangen ist, dennoch lange Jahre der Suche, bis er den Weg findet, auf dem er eins mit sich ist. Was vielleicht der Kern dieser 15 Gespräche ist, die Hametner jeweils mit einem kernigen Spruch eines bekannten Künstlers einleitet, um daran Wesentliches aufzudröseln: Wie zweckfrei kann Kunst sein? Welche Rolle spielt der „Zeitgeist“? Welche Rolle spielen Geschicklichkeit und Perfektion? Erfolg und Niederlage? Wie entsteht ein Bild? Und irgendwie trotzdem auch immer wieder „Was will der Maler uns damit sagen?“

Da ist er bei Aichinger am Richtigen. Vor allem auch, weil beide im Osten sozialisiert wurden und auch wissen, woher so manches kommt – von der „Dienstmagd“ Kunst bis hin zur politischen Parteinahme. Zum kleinen Glück der Leipziger Schule, in diesem Fall der Neuen Leipziger Schule, gehört ja auch, dass sie von Lehrern geprägt war, die den jungen Leuten beibrachten, ihre eigene Haltung zum Malen zu finden. Was nicht leicht ist. Keiner kann das wohl besser erzählen als Aichinger, der sich erst spät aus den Verführungen und Ratlosigkeiten der Postmoderne lösen konnte. Also auch von Erwartungen an das eigene Schaffen, die nichts mit ihm selbst zu tun hatten. Denn auch Malen ist eine Sprache. Die besten Künstler sind eins mit sich und dem, was im Prozess des Bildschaffens passiert.

Eigentlich merken das auch Menschen, die Bilder anschauen. Die Bilder verraten eine Menge – und auch, ob der Künstler wirklich in dem Bild steckt. Oder ob es nur „für den Markt“ gemalt wurde. Erstaunlicherweise fällt gerade der Name Rembrandt nicht, obwohl Hametner viele Künstler aus dem Hut zaubert, bei denen er Verwandtschaften zu Aichingers Malweise sieht. Auch einige falsche darunter, bei denen Aichinger deutlich reagiert. Man will nicht mit jedem in einen Hut gesteckt werden.

Was Licht und Fokussierung auf die technisch meisterhaft gemalten Menschen in seinen Bildern betrifft, ordnet sich Aichinger ganz bewusst in die Tradition des Barock ein. Worauf Hametner erstaunlicherweise nicht eingeht, weil es ja hier auch um Menschenbilder geht und um eine existenzielle Grundlinie. Das Memento Mori ist ja genauso typisch für die Barockmalerei wie die Hinterfragung des menschliches Seins in oft kleinen, auf die Kammer oder das reine Porträt reduzierten Bildern.

Und es sind auch ähnliche Fragen, die Aichinger bewegen, auch wenn er genau an der Stelle, an der sein Interviewer immer wieder auf die Aussagen seiner Bilder (die angelernte (Gedicht-)Interpretation) kommen will, klar die Grenze zieht: Nein, hier geht es nicht weiter. Genau an diesem Punkt wird das Erschaffen von Bildern zum unterbewussten Vorgang. Weshalb sich viele Fragen um genau das drehen: Wie schafft es der Maler, mehr darzustellen als das, was man auf den ersten Blick sieht?

Was berührt einen in diesen im Lauf der Zeit immer mehr reduzierten Szenen, sorgt für eine stille Irritation, ein auch schmerzliches Berührtsein, obwohl den Menschen in Aichingers Bildern ja im gemalten Moment scheinbar nichts geschieht. Sie betrachten einen Pflasterstein auf dem Tisch, schauen in einen dunklen Kasten, auf eine Handvoll Kastanien. Eher selten schauen sie den Betrachter an, und auch dann sind es Szenen, als wären sie in einem unruhigen Moment erwischt worden. Wobei „erwischt“ schon ein zu starkes Wort ist.

Gerade weil Aichinger so intensiv und genau nach Fotovorlagen arbeitet, die er sich im Atelier von Bertram Kober mit zumeist jungen Menschen als Model erarbeitet hat, werden diese Szenen in starkem Dunkel-Hell-Kontrast zu Momenten einer leichten Irritation, schweben zwischen fast fotografischer Detailschärfe und genau austarierter Komposition. Hier ist nichts dem Zufall überlassen. Der Maler lässt sich nicht gehen. Im Gegenteil: Aichinger empfindet es als großen Gewinn, nach all den Jahren der Suche die Freude am klassischen, hochartifiziellen Malen wiederentdeckt zu haben.

Diese Freude am genauen „Kopieren“ der Welt hat ihn ja schon in seiner Kindheit geprägt und irgendwann (neben der Lust am Malerleben) auch zum Studium gebracht. Aber dass er gerade in dieser akribischen Malerei den Zugang zu dem finden würde, was in ihm nach Bild und Form sucht, das war ihm lange nicht zugänglich. Heute genießt er diese Akribie und lässt die Bildideen sich formen, bis er sie im Fotostudio Gestalt annehmen lässt. Was aber – Hametner schildert es in einem Extra-Beitrag im Buch – noch nicht das finale Bild ist. Das entsteht dann in klassischer Lasurmalerei im Atelier. Dort entstehen dann die Nuancen, die Aichingers Bildern die beeindruckende Präsenz geben, die den Betrachtern jedes Mal das Gefühl geben: Hier geschieht etwas, was man nicht greifen kann.

Auch und gerade deshalb, weil die Menschen in diesen Bildern nicht schauspielern, sondern nachdenklich, konzentriert, manchmal auch leicht verdutzt bei etwas überrascht wurden, was vielleicht ganz banal war. Vielleicht waren sie selbst noch in Gedanken, schwebten in jenem ungreifbaren Raum, den wir alle in uns tragen und der uns dann und wann erfassen kann, wenn wir mal nicht außer uns sind.

Aichinger spricht von Erlebnissen der Transzendenz, die wir alle haben. Sie gehören zum Menschsein. Gläubige können sie durchaus in Gottesdiensten erleben. Aber sie passieren ja in unserem Kopf. Und da berühren die beiden Gesprächspartner auch nicht zufällig Wittgenstein und seine Gedanken über das Entstehen von Denken und Sprache. Was ja beides nicht zu trennen ist. Und was auch fatal werden kann, wenn wir versuchen, alles zu benennen und mit Sprache festzunageln. Da serviert Aichinger als eifriger Bibelleser natürlich den Anfang des Johannesevangeliums, der genau das beschreibt.

Am Anfang war zwar das Wort. Aber nicht alles lässt sich mit Worten fangen. Schon gar nicht das, was einen stutzen und staunen lässt über die Welt, in der wir uns wiederfinden. Und auch nicht das Staunen über unser Ich-Sein. Denn: Wer sind wir wirklich? Und: Können wir noch erstaunt sein? Denn das ist ja die Frage in Aichingers Bildern, in denen er die Betrachter mit den nachdenklichsten Momenten des Menschseins konfrontiert. Und zwar nicht in der Verkleidung historischer oder biblischer Bilder, sondern in den faszinierend gemalten Kleidungstücken der Gegenwart. Vielleicht der größte Schockmoment für die Betrachter, wenn sie vor diesen Bildern stehen und sich selbst mitgemeint fühlen.

Gerade in jenem kaum zu greifenden Raum, in dem uns das Lebendigsein besonders betrifft. Und trifft. Ohne dass einer sagen kann, was uns genau da aufwühlt bis ins Innerste.

Aichinger ist selbst fasziniert, was da bei der Arbeit mit den breiten Pinseln jedes Mal aus seiner Bildidee wird, wie sich Momente des vollkommenen Versunkenseins beim Malen tatsächlich in Bilder verwandeln, über die sich Leute wie Hametner verzweifelt den Kopf zerbrechen, weil sie dazu erzogen wurden, alles bis zur Eindeutigkeit erklären zu müssen.

Aber Kunst fängt tatsächlich genau da an, wo sie Wesentliches in uns berührt, das wir auch mit schönen Formeln nicht fassen können. Jenen Schwebezustand, in dem wir offen sind für das, was uns wirklich bewegt, und Momente sich in völlig unterschiedliche Richtungen entwickeln können. Momente, in denen wir uns so fremd sind, dass wir uns wieder wundern können über uns selbst. Von den Mitmenschen, die wir meist gar nicht wahrnehmen, obwohl sie uns nah sind, ganz zu schweigen.

„Manchmal wird mir Ihr Deutungshunger unheimlich“, sagt Aichinger fast zum Schluss, nachdem er immer wieder erklärt hat, dass sich das nicht erklären lässt, wie das Unfassbare am Ende doch irgendwie ins Bild kommt. Zumindest jenes Etwas, das jeder Betrachter auf seine Weise entdeckt. Oder auch nicht. Das Bild entsteht ja erst so richtig im Kopf des Betrachters. Und Michael Hametner bringt zumindest fertig, eine Ahnung davon zu vermitteln, dass man auch (wieder) lernen kann, Bilder unvoreingenommen zu betrachten und sich berühren zu lassen.

Und gerade nicht zu erwarten, dass Kunst einem nun in aller Plattheit sagt, wie man sein Leben nun zu leben hat.

Michael Hametner Kopfkino, Mitteldeutscher Verlag, Halle 2019, 25 Euro.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider (!) nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

 

RezensionenMalereiNeue Leipziger Schule
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Piktogramm und Umsetzungskonzept für Fahrradstraßen sollen bald kommen
Ausweisung für eine Fahrradstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDa waren wir nicht die Einzigen, die einige wichtige Zusagen der Verwaltung im Ohr hatten. Zum Beispiel die zur Vorstellung eines Piktogramms für Fahrradstraßen. So um Ostern herum sollte es eigentlich vorgestellt werden. Aber um Ostern herum kämpfte sich Leipzig gerade aus dem strengen Corona-Shutdown heraus. Was die SPD-Fraktion nicht davon abhielt, zwei etwas ungeduldige Stadtratsanfragen zu stellen.
Linke beantragen ein Artenschutzkonzept für den Wilhelm-Leuschner-Platz
Gerade rechts und links der Markthallenstraße sind dichte Gehölze herangewachsen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn der Ratsversammlung am Mittwoch, 8. Juli, wird wahrscheinlich der Bebauungsplan Nr. 392 „Wilhelm-Leuschner-Platz“ auf der Tagesordnung stehen, zu dem es ganz bestimmt heftige Diskussionen geben wird. Nicht nur, was all die von der Stadt geplanten Ansiedlungen betrifft (was die Freibeuter thematisieren) oder den Verkauf städtischer Grundstücke (was der Stadtbezirksbeirat Mitte kritisiert), sondern auch die Artenvielfalt auf dem Platz, der ja im Grunde eine Nachkriegsbrache ist.
CDU und SPD beantragen ein kleines Corona-Konjunktur-Paket für Leipzig
Stadtrat Heiko Bär (SPD). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSo langsam kommt Leipzig aus der Coronakrise, immer weniger Auflagen schränken das öffentliche Leben ein. Aber nicht alle Wirtschaftsbranchen werden unversehrt aus dem Shutdown kommen. Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zu ihrer Eindämmung gehen auch an der Leipziger Wirtschaft nicht vorbei, stellen nun SPD- und CDU-Fraktion in einem gemeinsamen Stadtratsantrag fest, mit dem sie ein kleines Konjunkturpaket für Leipzig beantragen.
Das Übergewicht der Leipziger nimmt weiter zu und Armut hat fettmachende Ernährung geradezu zur Folge
Der „Bauch“ kann zu einer ganzen Folge gesundheitlicher Probleme führen. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAdipositas – also krankhaftes Übergewicht – ist eine „Wohlstandskrankheit“. Wohlgemerkt: in Gänsefüßchen. Denn sie entsteht zwar in einer Wohlstandsgesellschaft, trifft darin aber vor allem diejenigen, die künstlich arm gehalten werden. Auch das macht die „Bürgerumfrage 2018“ wieder sichtbar. Seit Jahren fragen die Leipziger Statistiker nämlich auch nach Gewicht und Größe der Befragten.
Ich war’s nicht, sagte Adam, der Feigling
Eva war's! Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 4. Juli beschäftigte sich der einstige Thomaspfarrer Christian Wolff ja an dieser Stelle mit den frappierend hohen Zahlen an Kirchenaustritten in letzter Zeit. Es waren so viele, dass kaum eine Zeitung um das Thema herumkam und versuchte herauszudenken, woran das liegen könnte. Meistens landeten sie bei einem leisen Vorwurf an den wachsenden Atheismus. Wahrscheinlich müssen so langsam wir Atheisten anfangen, den Kirchen zu erklären, wofür sie eigentlich da sein sollten. Denn das wissen sie nicht mehr. Ihnen ist ihre Existenzgrundlage abhandengekommen.
17. Mitteldeutsches Kurzfilmfestival KURZSUECHTIG wird vom 19. – 23. August nachgeholt
Kurzsuechtig Festival: Insgesamt 31 Filme laufen von Mittwoch bis Samstag jeweils ab 19.30 Uhr im Wettbewerb des KURZSUECHTIG Kurzfilmfestivals im Leipziger Felsenkeller. Quelle: „Kurzsuechtig“

Quelle: „Kurzsuechtig“

Film ab für das Mitteldeutsche Kurzfilmfestival KURZSUECHTIG: Vom 19. – 23. August zeigt das Festival im Leipziger Felsenkeller und im Luru-Sommerkino die besten Kurzfilme aus Mitteldeutschland in den Kategorien Animation, Dokumentation, Fiktion, Experimental sowie Filmmusik & Sounddesign.
Grüne und Linke vermissen in den Plänen zum Bahnbogen Leutzsch fast alles, was eine Stadt zum Leben braucht
Blick von der Georg-Schwarz-Brücke über den Nordteil des Plangebietes. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBisher machte dieses Eckchen Land zwischen Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg nur Schlagzeilen mit den heiß umstrittenen Plänen für die Georg-Schwarz-Brücken, die die Stadt in den nächsten Jahren komplett erneuern muss. Da ging glattweg unter, dass links und rechts dieser Brücken ein ganzes Stadtgebiet all die Jahre wild vor sich hingewuchert ist. Jetzt hat das Dezernat Stadtentwicklung und Bau einen Bebauungsplan „Bahnbogen Leutzsch“ vorgelegt, der bei zwei Ratsfraktionen auf allerhöchstes Interesse stößt.
Autobesitz in Leipzig nimmt nicht ab und Radfahrer haben ihre eigene Meinung über die Radverkehrspolitik
Die Verkehrsmittelwahl der Leipziger/-innen zu unterschiedlichen Wegen. Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Grafik: Stadt Leipzig, Bürgerumfrage 2018

Für alle LeserBeim Verband der Automobilindustrie (VDA) hofft man noch. Nach dem Einbruch wegen des Corona-Shutdowns würden die deutschen Autoverkäufe zwar gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgehen. Aber vielleicht werden zum Jahresende ja doch noch 2,8 Millionen neue Autos verkauft, seufzt der Verband in einem „Zeit“-Beitrag. Aber auch der VDIK meldet: „Der deutsche Pkw-Markt hat im ersten Halbjahr 2020 infolge der Coronakrise ein Minus von 35 Prozent verzeichnet.“ Auch der Juni brachte keine Entspannung.
Staatsregierung gibt alle Nase lang andere Zahlen zum Bedarf an Sozialwohnungen in Leipzig heraus
Ein Baukran in Leipzig - aber noch nicht für sozialen Wohnungsbau. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Zahlen können nicht stimmen. Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag fragt zwar regelmäßig die Bedarfe der sächsischen Kommunen an Sozialwohnungen bei der Staatsregierung ab, aber die gibt jedes Mal völlig andere Auskünfte. Mal sind es 4.437 Sozialwohnungen, die in Leipzig fehlen, mal 10.353, nun wieder 7.758 in der Antwort auf eine Grünen-Anfrage. Kein Wunder, dass die Linke mit ihren Anträgen bisher gegen Mauern rennt.
Nadine Stitterich und Peter Bär fordern Amtsinhaber Jens Spiske heraus
Nadine Stitterich. Foto: Alexander Sens

Foto: Alexander Sens

Für alle LeserEs war auf jeden Fall ein mutiger Schritt, als Nadine Stitterich im Mai als unabhängige und parteilose Bürgermeisterkandidatin ihren Hut in den Ring warf und am 20. September versuchen will, Amtsinhaber Jens Spiske zu besiegen. Oder doch Peter Bär von der CDU? Fällt Markranstädt doch wieder zurück an die CDU, die Jens Spiske 2012 mit breiter Unterstützung aus dem Feld geschlagen hat?
Sind Fleischesser extrovertiert, weil das in ihrer Natur liegt? Oder brauchen sie mehr Beifall für ihr Essverhalten?
Es ist nicht alles Wurst ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMitte Juni gab das Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften die Ergebnisse einer Studie bekannt, die zumindest nachdenklich macht: „Vegetarier sind schlanker und weniger extrovertiert als Fleischesser“ war sie betitelt. Je weniger tierische Produkte man zu sich nimmt, desto geringer der Body-Mass-Index und desto weniger neigt man zu Extrovertiertheit, meinten die Studienautoren. Aber vielleicht ist es ja andersherum?
Gastkommentar von Christian Wolff: „Die Basis bröckelt leise“ – Anmerkungen zu den Kirchenaustritten
Die Säule der mitteleuropäischen Kultur – das Christentum. Foto: Ernst-Ulrich Kneitschel

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich hätte eine Schockwelle zumindest durch die Kirchen gehen müssen, als vor wenigen Tagen die neuesten Zahlen zur Mitgliedschaft in der evangelischen und katholischen Kirche veröffentlicht wurden: 2019 haben 273.000 Menschen die katholische und 270.000 Menschen die evangelische Kirche verlassen, zusammen über eine halbe Millionen Menschen. Damit gehören nur noch knapp über 50 Prozent der Bevölkerung einer christlichen Kirche an.
„Planmäßiger“ Kohleausstieg bis 2038 oder doch ein völlig anderes Szenario?
Landschaftsidylle Braunkohletagebau mit Kraftwerk Lippendorf. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserWährend die Politiker sich selbst auf die Schultern klopften, demonstrierte draußen „Fridays for Future“. Nur wenige Stunden nach dem Deutschen Bundestag stimmte am Freitag, 3. Juli, der Bundesrat dem Kohleausstiegsgesetz und dem Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen zu. Somit sind die Rahmenbedingungen für den Ausstieg aus der Kohleverstromung geschaffen worden, freute sich Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig. Und liegt wohl ziemlich daneben.
Alle Sting-Konzerte in Deutschland und der Schweiz auf 2021 verschoben
Sting © Martin Kierszenbaum

© Martin Kierszenbaum

Nach den bereits zuvor angekündigten Terminverschiebungen der „My-Songs“-Tour von Sting sind jetzt auch die für Oktober 2020 vorgesehenen Konzerte in Deutschland und der Schweiz in den Herbst 2021 verlegt worden. Dies ist auf die Fortdauer der Verbote von Großveranstaltungen zurückzuführen. Die Auftritte in Leipzig, Oberhausen, Hamburg und Zürich finden jetzt zwischen dem 6. und dem 15. Oktober 2021 statt.
Kino der Jugend: Konzeptverfahren für künftiges Kulturzentrum startet endlich
Die IG Fortuna demonstrierte 2016 vor der Ratsversammlung für ihr Anliegen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserVielleicht bekommen die Leipziger/-innen ja alle irgendwann die Medaille in Gold für geduldiges Abwarten. Es gibt kaum einen wichtigen Beschluss im Stadtrat, der wirklich schnell umgesetzt wurde. Jede Umsetzung dauert Jahre. Meist weil es an Planungspersonal fehlt oder an Geld. Auch beim „Kino der Jugend“ in Volkmarsdorf dauerte es vier Jahre bis zum nächsten Schritt, den am Freitag, 3. Juli, das Liegenschaftsamt bekannt gab.