Eine Wiese für alle: Wie lernt man als kleines Schaf, sich von den Angstmachern nicht feige machen zu lassen?

Für alle LeserSind wir Schafe? Vielleicht ist das Bild gar nicht so falsch, das Hans-Christian Schmidt und Andreas Német hier gewählt haben, um Kindern zu zeigen, wie schafsmäßig sich Menschen benehmen können, wenn es um die Rettung anderer Menschen geht. Sie haben eine dunklere Fellfarbe? Och nee, dann gehören die nicht zu uns. Das Kinderbuch entstand übrigens vor den jüngsten Ereignissen in Moria.
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Aber der Brand im Flüchtlingslager hat ja viele Jahre Vorgeschichte. Nicht nur fünf. Schon vor dem Jahr 2015 zeigten sich europäische Regierungen in all ihrer Schäbigkeit, fanden nie zu einer Einigung, wie all den flüchtenden Menschen aus den südlichen Bürgerkriegsländern tatsächlich geholfen werden könnte. Darauf verschwendeten diese so um ihre Ämter und Pfründen besorgten Regierungschefs keinen einzigen Gedanken, wenn man von den wenigen absieht, die 2015 bereit waren, mehrere Flüchtlinge aufzunehmen.

Danach folgten fünf Jahre Schweigen, lächerliches Aufgeplustere, dummes Vorgehen gegen die Rettungsschiffe, die im Mittelmeer Schiffbrüchige aufsammeln, feige Beruhigungsphrasen für das Volk.

Aber das Volk war nie das Volk. Auch wenn sich viele EU-Bürger nur zu gern wie Schafe benahmen. Oder besser: Schafe, wie man sie sich sprichwörtlich vorstellt. Die haben ja eher wenig mit den realen Schafen zu tun, die gegen viele Menschen eher sensibel, empathisch und rücksichtsvoll wirken. Schafe blöken nicht: „Dann lasst sie doch ertrinken!“

Auch wenn die Schafe, die Schmidt und Német hier auf eine mit grünem Gras bewachsene Insel gesetzt haben, durchaus ein paar Verhaltensweisen an den Tag legen, wie man sie eher von Menschen kennt. Sie nehmen zwar sehr wohl wahr, dass da ein Schaf auf dem offenen Meer in einem löcherigen Ruderboot unterwegs ist und droht zu ertrinken.

Aber mehr als einen Eimer zum Wasserschöpfen – finden sie – braucht es da nicht. Ist ja auch ein anderes Schaf, das nicht zu ihrer Herde gehört. Außerdem auch noch eins in dunkler Wolle. Wer weiß, warum es jetzt auf die schöne Insel mit dem grünen Gras will – die schafsglücklicherweise mit hohen Steilwänden umgeben ist. Da kommt so schnell keiner rauf. Ist das fremde Schaf gar gefährlich?

Das sieht man ja den Leuten nicht an, blökt an so einer Stelle in der Regel ein menschliches Schaf. Stellt sich ganz bewusst doof. Und lässt das Tier nur zu gern ersaufen. Könnte ja auch ein Terrorist sein. Das Schafsgelärme seit 2001 hat Folgen. Es hat den Schafen auf zwei Beinen beigebracht, dass jeder Mensch, der fremd aussieht, ein Terrorist sein kann. So wurde die Empathie aus der Politik geworfen. Wo man kein Mitgefühl entwickeln muss, kann man sich auch benehmen wie ein Menschenfeind. Das ist dann Legitimation genug.

Auf der sich dann wieder genau die Politiker ausruhen, die mit Angst- und Bangemachen die Zustimmung für ihre Wahl erzeugen. Denn Schafe sind von Natur aus ängstlich. Auch und gerade Menschenschafe. In jedem dunklen Schaf könnte ja ein Wolf stecken. Und was Wölfe anrichten, weiß man ja … Wie leicht lassen sich Menschen in ängstliche Schafe verwandeln? Und zu lautem Blöken veranlassen, wenn es darum geht, Härte zu zeigen gegen die vermeintlichen Wölfe im Schafspelz?

Ganz leicht, wie wir seit 2001 wissen.

Das wissen die alten weißen Männer, die so das Misstrauen schüren und den bösen Wolf an die Wand malen. Statt ihre Arbeit zu tun …

Denn das könnten sie. In dieser Geschichte kommen sie eher nicht vor, wenn man von den Schafen absieht, die mit Inbrunst die Geschichten vom zähnefletschenden Wolf erzählen. Das ergibt so eine schöne gruselige Das-Wirtshaus-im-Spessart-Stimmung. Sage keiner, dass die heutigen Räuberpistolen nicht schon einen ganz langen Bart haben. Und wenn die Schafsherde so bedröppelt aneinandergedrängt steht und den Schauergeschichten lauscht, vergisst man das Schaf da draußen auf dem Meer ganz schnell. Es ist irgendwie nicht mehr da. Auch wenn es sich schon ans steinige Ufer gerettet hat und die Flut steigt. Da sieht man oben die wütenden Schafe auf der Klippe, die sich doof stellen: Wie kann das Schaf zu ihnen hoch wollen?

Das grüne Gras reicht doch dann nicht für alle, die Insel ist viel zu klein. Ach ja, das wichtigste Stilmittel der menschlichen Schafe glatt vergessen: !!!!1!!!!!1!!!

Man merkt schon, mit welch listigem Lächeln die beiden Autoren die schäbige europäische Wirklichkeit in ihre Schafgeschichte gepackt haben. Bis hin zur Scheinheiligkeit, wenn das fremde Schaf schon fast am Ertrinken ist. „Es ist uns natürlich nicht egal. Du tust uns ganz doll leid, du armes fremdes Schaf. Aber wir können leider nichts für dich machen.“

Darin dürften sich so einige Schafsnasen auf zwei Beinen wiedererkennen.

Papa und Mama vielleicht nicht, denn sie haben ja extra das Buch gekauft, mit dem sie ihren Kindern ganz spielerisch beibringen können, dass sie sich in ihrem Leben nicht wie ein blindes Schaf benehmen müssen. Dass sie auch nicht mit den feigen Schafen blöken müssen. Dass sie die Augen nicht verschließen müssen vor den Nöten der anderen.

An dieser Stelle werden die Seiten im Buch wirklich schwarz. Denn jeder hat die Wahl. Er kann die Augen weiter zu lassen. Man kann sich aber auch entscheiden und helfen.

Denn darum ging es 2015 und geht es bis heute: Dass Menschen immer die Wahl haben, sich von den Angstmachern blind und dumm machen zu lassen – oder nach Lösungen zu suchen und zu helfen. Es ist ein Ermunterungsbuch für Kinder, sich im Leben nicht zum Schaf machen zu lassen. Die Geschichte ist eindeutig und typisch.

Jeder hat die Wahl. Und oft ist die Entscheidung ganz einfach, man muss sich nur ein Herz fassen.

Und weil das Buch eine klare Botschaft hat, möchte der Klett Kinderbuch Verlag den Gewinn des Buches auch an Vereine spenden, die sich in Ostdeutschland bemühen zu helfen. Man kann dem Verlag auch eine entsprechende Initiative vorschlagen. Aber richtig hilfreich wird das Buch, wenn es möglichst viele kaufen. Denn es hilft ja auch nicht nur in der erzählten Geschichte von den Schafen auf der Insel, sondern in allen Fällen, in denen man als Kind oder Erwachsener nicht richtig weiß, wie man sich entscheiden soll. Da ist es gut, sich zu überlegen, wer wirklich Hilfe braucht – und dass man sich vom Blöken der anderen nicht beeindrucken lassen darf.

Du darfst ruhig ein Schaf sein, aber ein mutiges.

Hans-Christian Schmidt Eine Wiese für alle, Klett Kinderbuch Verlag, Leipzig 2020, 14 Euro.

Das wahre Leben der Bauernhoftiere: Ein liebevoll illustrierter Blick in richtige Bauernhöfe und moderne Tierfabriken

 

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