Eine leicht pädagogische Kolumne: Über sieben Brücken der Paradoxie

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 78, seit 24. April im HandelIn einem Sonett der Frührenaissance heißt es in den letzten drei Zeilen: „Von Wellen umgejagt nicht kann zu Rande finden. Ich weiß nicht was ich will, ich will nicht was ich weiß, im Sommer ist mir kalt, im Winter ist mir heiß.“ Sie stammen vom italienischen Humanisten Francesco Petrarca (1304–1374), womöglich auch in einer Zeit des Umbruchs, im Wechsel von Wetter und Stimmung geschrieben, im Zustand des Verlorenen und in neuer Erwartung des Kommenden … Paradox klingen die Worte. Widersprüchlich.

Große Krisen – große Widersprüche. Die irgendwie ausgehalten werden müssen. Die wie eine Brücke ins Unbekannte reichen. Beides will beschritten und betreten werden. Mit heiß-kalten Gefühlen des Zweifelns, der Unsicherheit und einer Entschlossenheit, über Brücken zu gehen, die wenig beschritten sind, nicht wissend, ob und wie lange sie halten. Aber wozu sind Brücken sonst da? Also muss das Paradoxe in dieser Zeit zum „Marschgepäck“ gehören, ähnlich wie das Warten auf ein Ergebnis, das Aushalten eines Streites, das Suchen eines Weges. Der soll …

1. Mit Distanz zum Gefährten, zum Bekannten, zur sozialen Gemeinschaft gegangen werden. Zulächeln, Zuwinken, Zusprechen sind angesagt. Solidarität im anderthalbfachen Meterabstand. Demnächst mit Mundschutz, der den Vorteil besitzt, dass man evtl. gesprochenen Unsinn gleich wieder selbst herunterschlucken muss. Waschmaschinen leisten Schwerstarbeit, hoffentlich versagen die nicht allzu schnell bei hochgradigen Arbeitstemperaturen und meist geschlossenen Reparaturabteilungen der Baumärkte.

Aber Tatsache ist, beim Herauf- und Herunterspielen der Krisendimension: Achtsamkeit heißt Zurückhaltung, nicht nur beim Kritisieren von Nebenmann und Nebenfrau. Kann man gut im neuen bzw. intensivierten Fahrradverkehr an Sonnentagen beobachten. Wo früher auf der Straße gehupt und gebrüllt wurde, tut man dies jetzt unter verstärktem Drohklingeln auf dem Fahrradweg. Grundkonstellationen ändern sich nicht so schnell unter den „Ego-Shootern“. Trotz mahnender Straßenrandplakate. „Nah sein in der Ferne“. Klingt beinahe poetisch, wenn’s nicht so infektiös ernst wäre.

2. Der Weg muss in „Corona-Zeiten“ das Ziel sein. Klingt banal, ist aber so. Dazu braucht es keine revisionistische Sozialdemokratie, präsidiale Ansprachen, nur Fallen der Pandemie-Zahlen, sinkt das Infektionslevel, verdoppeln sich Neuansteckungen in mehreren Wochen, dann kann man kollektiv wieder aufatmen und beruhigter einatmen. Dann schleicht man nicht mehr um sich selbst und den Nachbarn herum, umarmt sich wieder, vielleicht auch wieder anders und demnächst mehr …

3. Der Nationalismus ist in diesen Zeiten heraus. Nicht aus dem Köpfen, aber sichtbar aus den Lungen. Das Virus ist geradezu „unideologisch“. Zwar wird es wieder den fernen Asiaten zugeschrieben, wie weiland die Pandemien des Spätmittelalters, aber nur erratische Präsidenten und/oder narzisstische Diktatoren kommen auf solchen selbstgerechten Unsinn. Wer A wie allwissende Deutungshoheit in Zeiten langwährender Globalisierung sagt, muss auch B zu der globalen Bedrohung durch unbekannte Virenstämme sagen.

Und man ist kein „Verschwörungstheoretiker“, wenn man – in diesen Zeiten etwas leiser aber dennoch bestimmt – auf kausale Zusammenhänge zwischen Wachstumswahn, Umweltzerstörung und daraus erwachsenden viralen Gefahren hinweist. So „eng“ wie man derzeit lebt, so „weit“ ist der Problemkomplex.

4. Bildung ist und bleibt Menschenrecht. Nur haben wir da auch die Abstandsregelung. Abstand vom Bildenden darf notwendigerweise aber nicht dauerhaft Abstand zum Bildungsgegenstand bedeuten. Nicht nur zum online verteilten Aufgabenpaket 1a–1e im Mathematiklehrbuch, sondern auch zum fragenden Blick des Schülers oder der Schülerin. Bildung und Erziehung sind nun einmal soziale Akte.

Die Videokonferenz und das blechern klingende Online-Statement der Lehrer/-innen sind zwar didaktisch zu loben, verengen aber den pädagogischen Blick dahingehend, dass man nur eine technische Ausstattung braucht, um mitzuhalten. Also gewöhnt man sich an etwas, was man sich schnell auch wieder abgewöhnen kann oder soll. Denn nichts geht über Fragen wie: „Warum hast du mich heute nicht verstanden?“ Von „Wie fühlst DU dich heute?“ mal ganz abgesehen. Mails besitzen nun mal ein begrenztes Maß an Empathie.

5. Um mit Petrarca zu denken: „Unwichtiges“ wird gebraucht, „Wichtiges“ scheint nutzlos oder nachrangig zu sein. Keine geposteten Urlaubsmomente vom exotischen Strand plus mediterraner Küche, höchstens vom Pizza-Bring-Dienst um die Ecke (der plötzlich sehr wichtig wird, wenn er nach kontaktlosem Bezahlen sein XXL-Format an der Haustüre ablegt …).

Mancher Termin, manches Meeting, das Akquise-Gespräch im Rennen um Provision wird verlegt oder fällt ganz aus. Leben wird wichtig, das ausfüllende Element Zeit bedeutsamer, für so einige unter uns der Blick auf das Ende existenzieller. Kultur und ästhetische Bildung werden schmerzlich vermisst, so kreativ die Online-Surrogate auch zu bewundern sind.

6. Drohende Wirtschaftsrezession wird beinahe selbstverständlich in Kauf genommen. Von denen, die sonst immer auf „Wachstum“, „Tempo“ und „Wettbewerbsfähigkeit“ bestanden. Da geht plötzlich überall die „Gesundheit vor Wirtschaft“. Da bleiben natürlich viele Fragen offen. Warum werden dann Pflegekräfte, Ärzt/-innen, Krankenschwestern – sprich: soziale Berufe – so lausig bezahlt?

Während die einen zum Zeit haben ganz un-kapitalistisch in einer „Hamsterrad-Gesellschaft“ zum Stillstand verurteilt worden sind, stellen sich andere Feldbetten an den Arbeitsplatz, arbeiten in rollenden Schichten, retten tagtäglich mehr Menschenleben als ein Automobilkonzern am Tag produziert … Schiefer, ungerechter Vergleich? Dann bezahlt doch die „Retter des Alltags“ auch gerechter. Damit Helfen nachhaltig bleibt.

7. Mehr ein Wunsch, hoffentlich nicht so fern und ganz fromm: Lasst die Zeit der immer wieder in Psychotrainings und Kommunikationsseminaren beschworenen „Entschleunigung“ in der „Nach-Corona-Zeit“ nicht wieder verschwinden. Lassen wir auch hier Umkehr oder zumindest Entschleunigung vorherrschen.

Kehren wir also nicht schnell und unüberlegt zur „Normalität“ zurück. Für viele Berufe, für manche Tätigkeit erscheint das bedingungslose Grundeinkommen genauso sinnvoll wie der Arzt oder die Ärztin um die Ecke, das vorhandene Krankenhausbett auch für den Geringverdiener, die Wohnung ganz wichtig für den Obdachlosen in der Kontaktsperre.

Eine Gesellschaft, die nur in Kontaktdimensionen zwischen Familie, Freund/-innen und Verbraucher/-innen denkt, hat mehr zu bieten, muss zu mehr in der Lage sein, als nur zu Wochen der Achtsamkeit und medizinischen Notversorgung. „Ist Liebe lauter nichts, wie dass sie mich entzündet?“ fragt Petrarca zu Beginn seines paradox endenden Sonetts.

Lassen wir dieses erste Halbjahr 2020 auch paradox enden, indem wir aus dem Über-Leben neues bewusstes Leben entstehen lassen, falsche Paradoxien vermeiden – normal war: man ist sich nah und eigentlich so fern –, uns von Mitmenschlichkeit immer wieder neu „entzünden“ lassen. Hoffentlich ohne das nächste Virus. Garantien gibt es dafür nicht.

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 78: Wie Corona auch das Leben der Leipziger verändert hat

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Foto: Ralf Julke

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Dieskaustraße, Blick von der Schwartzestraße stadtauswärts: Radfahrer sind hier nicht vorgesehen. Foto: Ralf Julke

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