Lehrer-Leben: Drauf auf die Lehrer – Ich kann mich nur entschuldigen

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 79, seit 29. Mai im HandelWar Ihr Kind auch schon wieder in der Schule? Wenn ja, wie lang? Und wie sind die Tage angelaufen? Gleich volle Bude Notenhatz oder entspanntes Ankommen in der neuen Zeit? Liegen die Schleusenzeiten für Ihre Kinder ungefähr gleich oder müssen Sie eine Weile warten, bis nach Kind eins auch Kind zwei noch ins Gebäude durchhuschen darf? Die Fragen kommen nicht von ungefähr. Die „neue“ Schulzeit – sie hat unterschiedlich an den weiterführenden Schulen in Leipzig begonnen.
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Während beispielsweise am Kant-Gymnasium jeder Schüler jeden Tag zwei Unterrichtsstunden genießen darf, sind Klassen am Robert-Schumann-Gymnasium in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils eine Woche zur Schule kommen. Ob es diese Schule ist, die aufgrund dessen und anderer elterlicher Probleme ins Kreuzfeuer einer Mutter geraten ist? An dieser Stelle schönen Gruß an die Mutter: Den polemischen Artikel beantworte ich auch gern polemisch.

Es war Mitte Mai, da heulten Sie sich via LVZ und natürlich anonym über die Lehrerschaft Ihres älteren Kindes an einem Leipziger Gymnasiums aus. Den Namen des Leipziger Gymnasiums nannten Sie ebenfalls nicht, jeweils aus Angst, da Sie fürchten, dass ihr Kind Schaden nehmen könnte. Dass der Berufsstand des Lehrers als solcher Schaden nehmen könnte, davor haben Sie keine Angst. Man muss sich ja auch mal Luft machen dürfen. Es passt ja auch gut in diese Zeit, dass der Lehrer prinzipiell immer irgendwie schuldig ist – egal ob er da ist oder nicht.

Zunächst fordern Sie zum Nachdenken auf, nämlich über Folgen der geringen Unterrichtspräsenz für Ihr Kind. „Unter diesen Voraussetzungen muss dann konsequenterweise auch darüber nachgedacht werden, wie deutschlandweit unter solch unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen ein einheitliches Abitur geschrieben werden kann.“ Au ja, das ist in der Tat die allergrößte Sorge dieser Tage: Ein einheitliches Abitur in Deutschland. Für Sie zur Info, auch wenn Sie Auskenner sind: Es gibt kein einheitliches Abitur in Deutschland. Es gibt auch kein einheitliches Abitur in Sachsen, keins in Leipzig und auch keins in der Schule Ihres ältesten Kindes.

Warum? Nur weil die Fragen einheitlich sind, sind es die Voraussetzungen nicht. Jeder Lehrer unterrichtet selbstredend nach Lehrplan, aber jeder fehlt unterschiedlich lang, setzt unterschiedliche Schwerpunkte und arbeitet in einem anderen Tempo. Dazu muss ich Ihnen sicher nichts über die Unterschiedlichkeit von räumlichen und technischen Gegebenheiten an den Schulen sagen. Das Träumen will ich Ihnen aber nicht verbieten.

Außerdem verweisen Sie auf Folgendes: „Seit mehr als 6 Wochen wartet mein Kind auf eine Antwort auf eingereichte Aufsätze und Ausarbeitungen – nichts, Stillschweigen, allgemeine Sendepause vonseiten der Lehrer. Da sitzt Kind da, allein am Rechner, seit Wochen nun schon, schreibt seitenweise und schickt es voller Erwartung an die Lehrer und es passiert einfach nichts, keine Auswertung, keine Einschätzung, kein Feedback.

Was ist da los? Kurzarbeit kann es nicht sein, Überarbeitung auch nicht, bei fehlender Präsenzzeit an der Schule, möglicherweise die Vorstellung, man habe seit Mitte März Ferien?“ Diesen polemischen Verweis auf Kurzarbeit können Sie steckenlassen. Ich kann genauso wenig wie meine Kollegen etwas dafür, dass wir nicht auf Kurzarbeit gesetzt wurden.

Ganz ehrlich: Ich wüsste genug, was ich zu Hause in Ruhe mal machen könnte, beispielsweise meinen Kindern bei den Hausaufgaben helfen, die meine Kollegen schicken, obgleich mir die finanziellen Einbußen, die Kurzarbeit mit sich bringt, bekannt sind. Aber da liegen wir gar nicht weit auseinander. Auch ich hätte das gern getan. Stattdessen habe ich mich die Stunden, die meine Tochter gearbeitet hat, neben sie gesetzt und versucht, ihre Fragen zu beantworten sowie meinen E-Mail-Posteingang in Ordnung zu bringen.

Das Titelblatt der Leipziger Zeitung, Ausgabe 79. Foto: L-IZ.de

Das Titelblatt der Leipziger Zeitung, Ausgabe 79. Foto: L-IZ.de

Ich unterrichte 166 Schüler, die mir jede Woche ihre gemachten Aufgaben zugeschickt haben. Ich habe das mal kurz für Sie ausgerechnet: 166 Schüler schreiben jede der acht Corona-Auszeit-Wochen eine Mail und schon hat der Posteingang in dieser Zeit einen Zuwachs um 1.328 E-Mails. Rechnen wir dazu noch Nachfragen, die Schüler haben. Gerne rechne ich konservativ, dass jeder 10. eine Nachfrage hat. Das macht 16,6 (wir runden mal auf, oder?), also 17 Schüler mal acht Mails und schon kommen 136 zusätzliche E-Mails dazu. So sind wir schon bei 1.464 E-Mails.

Diese E-Mails kommen nur in den Posteingang und beinhalten nicht die E-Mails von Kollegen, die hektisch eine Online-Lern-Plattform einrichten und diesen und jenen Hinweis geben, sie beinhalten nicht die aktuellsten Informationen des Schulleiters – pro Woche mindestens drei Mails – und sie beantworten auch nicht die E-Mails von Eltern mit ihren Sorgen.Die Nachfragen der Schüler sind für gewöhnlich banal und leicht zu beantworten, aber es gibt natürlich auch etwas diffizilere Fälle, aus denen sich E-Mail-Verkehr mit mehreren Antworten entwickelt. Der Einfachheit halber würde ich diese jedoch aus der Rechnung herauslassen.

Was ich allerdings nicht vergessen kann, weil es einfach meine Zeit aufgefressen hat, sind die Speichervorgänge für die Anhänge. Nicht jeder Schüler hat einen Scanner, also wurden viele Aufgaben fotografiert, ergo landete pro erarbeitete Hefter-Seite ein Foto in meinem Postfach. Natürlich in den seltensten Fällen mit Name beschriftet, sondern eher im Whats-App-Foto-Style.

Ich verrate Ihnen mal was: Ich habe jeden zweiten Tag die komplette Arbeitszeit meiner Tochter nur mit stupidem Speichern und Umbenennen der Anhänge verbracht. Die anderen Tage habe ich E-Mails beantwortet. Und wie viele Minuten konnte ich in Ruhe mir mal Aufgaben angucken? Sie können es sich denken. Nur damit wir uns klar verstehen. Sie erinnern sich noch an die 1.328 E-Mails mit Aufgaben.

Ich berechne pro Mail konservative drei Minuten Bearbeitungszeit (Lesen, Eingang bestätigen, Abspeichern). Das macht in Summe 3.984 Minuten ohne dass ich eine einzelne Zeile gelesen, geschweige denn als Feedback geschrieben habe. Sie wissen es sicher: 3.984 Minuten sind 66,4 Stunden, also rund acht Arbeitstage, also fast zwei Wochen. Wir reden von E-Mails lesen und speichern, pädagogische Kernkompetenzen …

Was mich an Schule am meisten nervt, ist, dass zu viele meinen, sie hätten irgendwie eine Ahnung, wie Unterricht funktionieren muss, wie Lehrer Wissen zu vermitteln und Schüler zu disziplinieren haben. Aber nur weil ich zu Hause Kuchen backe, erzähle ich dem Bäcker nicht, wie er die Kuchenform einfetten muss. Nur weil ich viele Stunden meines Lebens in der Küche verbringe, bin ich deswegen noch kein Koch.

Ich weise an der Stelle noch einmal darauf hin: Jeder hat die Chance, ein besserer Lehrer zu werden. Sie sind es nicht geworden. Darf ich fragen warum? Spannend finde ich in diesem Zusammenhang den Verweis darauf, dass Lehrer ja nicht überarbeitet sein können, weil sie ja nicht in der Schule präsent sind. Aha. Nur wer präsent ist, arbeitet? Wenn Präsenz Arbeit bedeuten würde, wären Portiers in öffentlichen Gebäuden absolute Arbeitstiere, denn die sind ja immer präsent. Ansonsten verweise ich auf den obigen Abschnitt.

Ich wäre gern ein guter Lehrer, einer, der allen 166 Schülern ein profundes, gewinnbringendes Feedback gibt. Aber ich muss realistisch sein: Ich kann leider nicht zaubern und ich würde das auch nicht in einer normalen Unterrichtssituation leisten können. Auch Ihr ältestes Kind wird nicht in jeder Stunde auf jede Aufgabe eine Rückmeldung des Lehrers bekommen, auch wenn Ihr Kind vielleicht ein ganz besonderes ist und auch, wenn der Lehrer es gern möchte. Ich habe eine Entscheidung treffen müssen. Zwangsläufig habe ich mich für die diesjährigen Abiturienten, die 11er und den besonders gefährdeten Schüler in den Klassen entschieden.

Ich bin Klassenlehrer und Tutor in einem. Meine 11er schreiben nächstes Jahr Abitur, meine 28 9er sollen bestmöglich in die Sekundarstufe 2 gehen können. Ansprüche an mich habe ich genug, aber Zeit? Sie müssen wissen: Auch Lehrer haben Kinder, auch Lehrer haben Ältere, die gerade in den Corona-Auszeit-Wochen besondere Betreuung brauchten, auch für Lehrer war diese Situation absolut neu.

Ferner kritisieren Sie: „Von der Nutzung digitaler Möglichkeiten für einen Online-Unterricht z. B. über Skype oder Zoom sind wir Lichtjahre entfernt. Wir freuen uns gerade über schlichte Arbeitsblätter, Tafelbilder oder ähnliches. Diese sind selbst in den naturwissenschaftlichen Fächern so rar, dass wir uns über jedes kreative Blatt eines Lehrers so freuen, als wären Ostern und Weihnachten auf einen Tag gefallen.“

Unklar ist mir zum einen, warum Sie die Unterscheidung zwischen den Fächern vornehmen. Unklar ist mir zum anderen, wann denn ihr Kind am Online-Unterricht genau teilnehmen will? „Unsere Kinder haben wir in den letzten 8 Wochen jeden Tag für mindestens 8–9 Stunden allein zu Hause gelassen. Unser großes Kind hat sich in dieser Zeit nicht nur um seine Schulaufgaben, sondern auch um die seines kleinen Geschwisterchens gekümmert und ihm geholfen.“ Ich schließe daraus, dass es eines eigenen Stundenplans für Ihr Kind bedarf oder wann soll Online-Unterricht stattfinden?

Ich verstehe vollkommen und finde es prima, dass ihr großes Kind dem kleinen hilft, aber genau dadurch schließt sich dieser Online-Unterricht aus, denn ihr Kind kann durch seine Hilfe für den Kleinen mit Sicherheit keinen vollen Schultag Online-Unterricht erledigen. Denn wenn Online-Unterricht, dann muss es einen Stundenplan geben, der für alle gleich ist. Wie soll das aber gehen, wenn andere Eltern so arbeiten, dass deren Kinder zu anderen Zeiten als die Ihrigen mit den Aufgaben des Geschwisterkinds beschäftigt sind? Online-Unterricht geht auch deswegen aus meiner Sicht nicht, weil auch Lehrer im Gegensatz zum Präsenzunterricht ihre Kinder unterstützen müssen.

„Wie kann es sein, dass in dieser ach so solidarischen Zeit einige Lehrkörper so unsolidarisch mit ihren Schüler/-innen und gleichbedeutend mit deren Eltern umgehen. Sie bekommen für ihre Arbeit volles Gehalt im Gegensatz zu vielen anderen Berufsgruppen.“

Tja, wie kann das sein? Ich kann Ihnen verraten: Diese acht Wochen waren für mich als Pädagogen die Hölle. Mehr Verwaltung, mehr Arbeit, weniger reale Begegnung mit dem Schüler, weniger Möglichkeiten, Feedback zu geben. Auch die Tage eines Lehrers haben nur 24 Stunden und auch Lehrer haben nur einen handelsüblichen Akku. Das zu akzeptieren fällt Lehrern am schwersten von allen. Es wird nicht leichter, wenn dann noch Eltern ohne zu überlegen verbal auf sie eindreschen.

Als meine Klasse und meine 11er in die Schule zurückgekehrt sind, habe ich ihnen ausführlich erklärt, warum ich nicht allen ein Feedback geben konnte und dafür um Entschuldigung gebeten. Es war das mindeste, was ich tun konnte, denn ich liebe meinen Beruf, ich habe Respekt vor meinen Schülern und ihren Leistungen und bin dankbar für die Eltern in meiner Klasse, dass sie die Welt differenzierter sehen.

PS: Dass es Menschen gibt, die ihre Arbeit nicht so gewissenhaft machen wie andere, ist übrigens kein singuläres Problem des Lehrerberufs.

Lehrer-Leben: Lernen in der Coronakrise

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 79: Von Gier, Maßlosigkeit, Liebe und Homeschooling in Corona-Zeiten

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