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Montag, der 25. Januar 2021: Fünf Tage Mahnung am Neuen Rathaus und steigende soziale Ungerechtigkeit

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    Vor dem Neuen Rathaus versammelten sich am heutigen Montagmittag Mitglieder verschiedener Umweltverbände und -initiativen zur Mahnwache. Damit wollen sie darauf aufmerksam machen, dass Tiere durch Baumaßnahmen der Stadt aus ihren Lebensräumen vertrieben werden. Jüngstes zentrales Beispiel ist der Wilhelm-Leuschner-Platz. Die Aktion soll sich bis zum Freitag an jedem Tag wiederholen. Außerdem: Das Hilfswerk Oxfam warnt davor, dass sich die soziale Ungleichheit durch das Coronavirus verschlimmere. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 25. Januar 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

    Mahnwache am Neuen Rathaus

    „17 Vogelarten verlieren ihren Lebensraum am Wilhelm-Leuschner-Platz“ mahnt das Schild, das Karolin Tischer vom NABU Leipzig auf den Treppenstufen des Neuen Ratshauses in die Höhe hält. „Die Stadt gibt immer wieder die gleichen Plätze und Orte an, auf die die Tiere ausweichen sollen, wenn gerodet wird. Diese sind allerdings übernutzt und überpflegt.“Auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz leben 17 verschiedene Brutvogelarten. In der vergangenen Woche wurden auf der Fläche 13 Bäume gefällt, als Grund für die Maßnahme wurden vonseiten der Stadt Leipzig und dem Grünflächenamt Baugrunduntersuchungen genannt. Mitglieder/-innen des NABU waren dazwischengegangen.

    Der Verband hatte schon frühzeitig an die Stadt appelliert, Ausweichlebensräume im Umfeld des Platzes zu schaffen, nun kam es am 20. Januar 2021 zur für alle überraschenden Rodungsaktion auf dem Leuschnerplatz.

    „Die gelaufenen Rodungsmaßnahmen sind unverhältnismäßig“, erklärt Tischer. Schon des Öfteren hatte der Verband darauf hingewiesen, dass bei Baumfällungen eine naturschutzfachliche Fällbegleitung notwendig sei, um zu verhindern, dass Tiere in Baumhöhlen und Hecken verletzt oder getötet werden könnten und gesetzlich geschützte, wiederkehrend genutzte Lebensstätten ohne Ausgleich verloren gingen.

    Eine Untersuchung allerdings soll bei den Arbeiten in der vergangenen Woche nicht stattgefunden haben.

    Gemeinsam mit Vertreter/-innen von Fridays for Future, Parents for Future, Students for Future, Extinction Rebellion, Rettet die Bienen in Sachsen und Uferleben wird der NABU bis zum Freitag jeden Tag von 12 bis 14 Uhr eine Mahnwache vor dem Neuen Rathaus abhalten. Auch, um die Verwaltung an den Klimanotstand zu erinnern.

    „Alle Grünflächen dürfen nicht verloren gehen, sie müssten viel mehr entwickelt werden, um diesem Aufwärtstrend in der Temperatur entgegenzuwirken.“

    Mehr zu dem Thema gibt es hier bei uns zu lesen.

    Tatverdächtiger nach Tod von 24-Jährigen in der Georg-Schumann-Straße gestellt

    Nachdem am 7. August 2019 ein junger Mann (24) infolge eines Streits vor der Kneipe „Zum fröhlichen Zecher“ in der Georg-Schumann-Straße erschossen worden war, wurde nun ein Tatverdächtiger (35) festgesetzt. Mehreren Medienberichten (hier BILD.de) zufolge soll der Mann gut anderthalb Jahre nach der Tat in Spanien aufgespürt worden sein.

    Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft, das Verfahren gegen den 35-Jährigen wird beschleunigt bearbeitet. Ermittelt wird wegen Mordes.

    57 Prozent des geplanten Biontech/Pfizer-Impfstoffs in Sachsen

    Laut Sächsischem Sozialministerium trafen im Freistatt am heutigen Montag 23.400 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer ein. Dies seien 57 Prozent der erwarteten Menge. In den nächsten Wochen solle schrittweise wieder mehr geliefert werden. So berichtete es der MDR.
    Außerdem erhält der Freistaat noch in dieser Woche eine Lieferung des Moderna-Impfstoffs.

    4.800 Dosen sollen in der ersten Lieferung des US-Pharmakonzerns enthalten sein. Am 1. Februar folgen weitere 10.800, am 15. Februar 32.400. Der Impfstoff ist zunächst Risiko-Patienten in Krankenhäusern vorbehalten. Neue Impftermine können noch nicht vereinbart werden.

    Ungleiche Meinungen zu „Raser-Hilfen“

    Nach Informationen des WDR-Formats „Lokalzeit Ruhr“ wird die Bochumer Polizei in Zukunft nur noch die Stadtteile veröffentlichen, in denen schwerpunktmäßig Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden. „Es soll potenziellen Rasern eine Warnung sein.“

    Auch in Leipzig werden seit einiger Zeit Einsatzzeiten und Blitzerstandorte veröffentlicht. Durch die Information in „ausgewählten Medien“ könne laut Ordnungsamt durchaus dafür gesorgt werden, dass die Verkehrssicherheit erhöht würde. Beweise dafür allerdings gäbe es nicht.

    Marcus Weiss (Die PARTEI) hatte im Stadtrat einen Antrag eingereicht, der die Behörde dazu aufforderte, die Warnung von „Raser/-innen“ zu unterlassen. Er begründet seine Forderung mit der Argumentation, dass die Veröffentlichung der Standorte und Zeiten eher einzig dazu führen würden, dass Geschwindigkeitsverstöße seltener geahndet würden.

    Weiss verwies außerdem auf die Ungleichbehandlung lokaler Medien, da die Meldungen bisher maßgeblich in der LVZ veröffentlicht wurden. Mehr zu dem Thema ist hier bei LZ zu finden.

    Soziale Ungleichheit verschlimmert sich durch Corona

    Die zehn reichsten Männer der Welt steigerten ihr Vermögen seit dem Beginn der Pandemie vor gut einem Jahr um fast eine halbe Billion US-Dollar. Dahingegen verloren hunderte Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz und werden wohl noch über ein Jahrzehnt benötigen, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu bewältigen.

    So geht es aus dem Bericht des Hilfswerks Oxfam hervor, der am heutigen Morgen veröffentlicht wurde und den bezeichnenden Titel „Das Ungleichheits-Virus“ trägt.

    Worüber die LZ heute berichtet hat: Der Jahreswechsel 2020/2021 war nicht nur wesentlich ruhiger, als sonst – er hatte auch positive Auswirkungen: Weniger Feinstaubbelastung, weniger Müll und weniger Notfälle für Leipzigs Krankenhäuser. Der Quartalsbericht hingegen zeigt weniger erfreuliche Entwicklungen: Wer nicht viel verdient, hat auch in Leipzig eine unzumutbare Mietbelastung.

    Was heute außerdem wichtig war: Der Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der Messestadt geht milder voran als in den vergangenen Wochen. Die Stadt meldete am heutigen Montag 280 positiv auf das Virus getestete Personen seit dem 22. Januar. In stationärer Behandlung befinden sich derzeit 283 Personen, das sind 16 weniger als noch am vergangenen Freitag.

    Insgesamt 249 Menschen starben in Leipzig bisher an den Folgen einer Corona-Erkrankung.

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