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Dienstag, der 2. Februar 2021: Sinkende COVID-19-Inzidenz, Hoffnung auf Lockerungen und ein rechtsextremer Verdachtsfall

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    „Corona, Corona, Corona – warum bist du nur so gemein?“, fragte der Liedermacher Hans-Eckardt Wenzel vor gut einem Jahr mit bitterer Ironie in einem Musikvideo. Die Frage aus dem an einen alten Schlager angelehnten Song ist auch im Februar 2021 noch mehr als aktuell – auch wenn die Infektionszahlen langsam sinken und Lockerungen in vager Aussicht stehen. Außerdem: In Leipzig wird über die Zukunft des Leuschner-Platzes diskutiert und die AfD ist nun ein offizieller Verdachtsfall für Sachsens Verfassungsschutz. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, 2. Februar 2021 in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

    Vage Aussicht auf Lockerungen Mitte Februar

    181.313 Infektionsfälle mit COVID-19 sind am heutigen Tage in Sachsen bestätigt und damit 693 mehr als am Montag. An oder mit dem Virus sind im Freistaat 6.463 Menschen gestorben. Rund 163.000 Betroffene gelten offiziell als genesen – wenngleich das selbst bei Jüngeren ohne Vorerkrankungen leider nicht zwingend bedeutet, dass sie sich auch so fühlen.

    Die Zahl der stationär behandelten Menschen im Freistaat liegt bei 1.876 (351 auf Intensivstationen). Damit deutet sich eine Entspannung an – elf Monate, nachdem am 2. März 2020 der erste Corona-Fall in Sachsen registriert wurde.

    Die Hoffnung kann freilich auch zur Falle werden – vor allem, wenn der Druck steigt, angesichts sinkender Fallzahlen auch den Lockdown, der weite Teile des öffentlichen Lebens zwecks Infektionsschutz immer noch lahmlegt, allmählich zurückzufahren. Doch wer will dann garantieren, dass es nicht zu einer neuen Explosion von Ansteckungen kommt?

    Mit entsprechender Zurückhaltung reagiert daher auch die Landespolitik auf die Frage, wann mit Lockerungen zu rechnen ist. Derzeit gilt der Lockdown ohnehin noch bis 14. Februar. Immerhin: Eine schrittweise Öffnung von Kitas und Schulen gilt danach ebenso als möglich wie Einkaufen nach dem Prinzip „Click and Collect“, auch Friseurgeschäfte hoffen, ihre Scheren bald wieder zu schwingen.

    Voraussetzung dafür ist freilich eine Sieben-Tage-Inzidenz unter hundert mit Tendenz abwärts – mit anderen Worten, weniger als hundert Menschen pro hunderttausend Einwohner dürfen sich innerhalb einer Woche infiziert haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Landsleute im Fernsehen derweil zum Durchhalten aufgerufen – und auch die schleppende Impfstoff-Beschaffung in der EU relativiert. Immerhin stehen für Sachsen zusätzliche Impfdosen in Aussicht, die im Februar für rund 120.000 Menschen ausreichen sollen.

    AfD Sachsen darf nachrichtendienstlich observiert werden

    Die sächsische AfD ist wegen rechtsextremer Bestrebungen jetzt offiziell ein Verdachtsfall für den Verfassungsschutz und darf daher legal mit nachrichtendienstlichen Mitteln, wie etwa Personen-Anwerbung und Kommunikationsüberwachung, beobachtet werden. Damit ziehen die Dresdener „Schlapphüte“ nun mit anderen Bundesländern gleich.

    Erstmals wurde der völkisch-nationale „Flügel“ der AfD von Björn Höcke in Thüringen zum Verdachtsfall hochgestuft, der mittlerweile offiziell als aufgelöst gilt. In Phase 1, dem sogenannten Prüffall, dürfen sich die Verfassungsschützer nur allgemein zugänglicher Quellen bedienen, um ihr Observationsziel einzuschätzen. Die AfD Sachsen wittert in der Maßnahme ein politisches Manöver, um die Rechtsaußen-Partei im Jahr von Bundestagswahl und diversen Landtagswahlen zu schwächen.

    Zukunft des Wilhelm-Leuschner-Platzes

    In Leipzig wird derweil intensiv über die Zukunft des Wilhelm-Leuschner-Platzes debattiert. Die Brachfläche nahe dem Stadtzentrum könnte nun bald wieder eine Markthalle bekommen. Eine solche hatte dort schon einmal gestanden, nach einer schweren Beschädigung im Zweiten Weltkrieg waren deren Überreste jedoch beseitigt worden.

    Worüber die L-IZ heute berichtet hat: Im Mordprozess um den tödlichen Angriff im Auwald hört der erbitterte Juristenkrieg einfach nicht auf. Es wird über die Schaffung einer Stiftung für gemeinwohlorientierten Wohnungsbau diskutiert. Nicht unwichtig, denn gerade Geringverdienende leiden unter gestiegenen Mietkosten. Und der Künstler Ralph Grüneberger hat sich selbst ein besonderes Geschenk zum 70. gemacht. Währenddessen reflektiert Tom Rodig satirisch über deutsche Geschichte.

    Was heute außerdem wichtig war: Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat auf einer Kabinetts-Pressekonferenz erklärt, dass der Freistaat an einer „Perspektivplanung“ für die kommenden Wochen und Monate arbeite.

    Was morgen wichtig wird: Woanders in Deutschland sind schon Corona-Lockerungen angekündigt.

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