Bei Razzien gegen sogenannte Reichsbürger in Sachsen wurde ein Verdächtiger festgenommen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff erklärte offiziell seinen Rücktritt. Und: Der ukrainische Präsident Selenskyj kritisierte in Davos Europa und die NATO. Die LZ fasst zusammen, was am Donnerstag, dem 22. Januar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Sachsen: Festnahme bei Razzien gegen mutmaßliches Reichsbürger-Netzwerk

Im Kontext eines mutmaßlichen Netzwerkes sogenannter Reichsbürger wurde am Donnerstag in Sachsen eine Festnahme vermeldet, es gab mehrere Razzien. Demnach wurden elf Objekte in den Landkreisen Erzgebirge und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Morgen auf den Kopf gestellt.

In Freiberg nahmen Ermittler einen Mann (41) fest. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihm und sieben weiteren Beschuldigten die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und weitere Delikte vor. Die Männer (38 bis 63) sollen dem möglichen Netzwerk um Prinz Reuß angehört oder Unterstützung geleistet haben.

Reuß und weitere Verdächtige wurden bereits 2022 verhaftet, derzeit laufen bundesweit mehrere Strafprozesse. Die Gruppe steht im Verdacht, sie habe den gewaltsamen Sturz der Bundesregierung geplant.

Rücktritt von Haseloff: Dienstältester amtierender MP zieht sich zurück

Am 6. September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag – mit reichlich Vorlauf hat Ministerpräsident Reiner Haseloff (71, CDU) nun seinen Rücktritt eingereicht und damit eine Ankündigung wahr gemacht: In einer auf gestern datierten Mitteilung an Landtagspräsident Gunnar Schellenberger (66, CDU) erklärte er seine Amtsniederlegung mit Ablauf des 27. Januar.

Dr. Reiner Haseloff (Ministerpräsident Sachsen-Anhalt) auf der Konferenz OSTDEUTSCHLAND 2023 – Heimat und Zukunft am 17.11.23 im Kunstkraftwerk Leipzig. Foto: Jan Kaefer

An jenem Dienstag nächster Woche soll der Landtag plangemäß Haseloffs Parteifreund und bisherigen Wirtschaftsminister Sven Schulze (46) zum Nachfolger wählen. Schulze ist auch CDU-Landeschef.

Sachsen-Anhalt wird aktuell von einem Bündnis aus CDU, SPD und FDP geführt. Die Koalition hatte sich auf das beschriebene Vorgehen verständigt, um Schulze Gelegenheit zum Warmlauf zu geben und der Dreierkoalition rechtzeitig vor der Wahl den Rücken zu stärken. In aktuellen Umfragen für Sachsen-Anhalt ist die in Teilen rechtsextreme AfD an der Spitze. Reiner Haseloff hatte das Bundesland seit April 2011 regiert und ist damit momentan Deutschlands dienstältester Ministerpräsident.

Zu träge, zu zaghaft: Selenskyj kritisiert in Davos die Europäer

Beim laufenden Weltwirtschaftsgipfel im schweizerischen Davos hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) scharfe Kritik an der Rolle Europas geübt, wie die Tagesschau berichtet: Er fühle sich an „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert, weil Europa vor einem Handeln im Hier und Jetzt zurückschrecke. Bereits letztes Jahr habe er um Hilfe für die vor gut vier Jahren großflächig überfallene Ukraine gebeten, Russlands Angriffe auf das Land gingen aber einfach weiter.

Auch monierte Selenskyj, dass der Glauben an die NATO allein auf einem Versprechen basiere, das sich in der Praxis noch nie habe beweisen müssen. Europa müsse sich stärker zu einem ernsthaften Machtfaktor wandeln, der beispielsweise auch gegen russischen Ölhandel vorgehe, monierte der Ukraine-Präsident. Positiv sprach er über ein Vorab-Treffen mit US-Präsident Donald Trump (79).

Der erratische Amerikaner hatte zuvor am Rande des Forums in Davos einen „Friedensrat“ gegründet, dessen Vorsitz er selbst übernehmen will. Bereits gestern wurde bekannt, dass es dem versierten NATO-Generalsekretär Mark Rutte (58) offenbar gelungen war, Trump beim Thema Grönland etwas einzufangen. Angekündigte Strafzölle gegen Europa nahm der US-Präsident jedenfalls zurück.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Ein Fluss leidet unter chronischem Wassermangel: Die Elbe verzeichnete 2025 zehn Monate Niedrigwasser

3 Millionen Euro investiert: Neue Photovoltaik-Anlage auf der Zentraldeponie Cröbern in Betrieb genommen

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Mona Lisa auf der Couch: Ein analytischer Roman über das, was Liebe eigentlich nicht ist

Was sonst noch wichtig war:

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wurden bereits gestern Opfer eines Cyberangriffs.

In Ehrenfriedersdorf (Erzgebirgskreis) gab es in der Nacht einen verheerenden Brand.

Der Deutsche Städtetag fordert angesichts desolater Kommunalfinanzen Soforthilfen und Reformen. Derzeit hat Leipzigs OBM Burkhard Jung (67, SPD) den Vorsitz des Städtetags.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (62, CDU) will stärkere Brücken nach Afrika schlagen: Dies sagte er bei einem Treffen mit der Afrikanischen Union in Addis Abeba, Äthiopien.

Der Austritt der USA aus der WHO ist wirksam geworden.

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