Schon wieder Warnstreik, wird mancher sagen. Auch heute bestimmt der Arbeitskampf den Tag. Und das aus guten Gründen! Doch neben allem Großen gibt es auch ein Kleines. Und das war letztlich doch ziemlich groß. Darum findet es heute hier Platz. Zudem wird im Tagesverlauf am Bundesverwaltungsgericht das Urteil zur sogenannten „Klimaklage“ der Deutschen Umwelthilfe erwartet. LZ mit drei Meldungen, die uns heute bewegen.
Schneemann-Massaker in der Südvorstadt
Warnstreiks, Wahlen, Wasserwerfer. Immer geht es in dieser jungen Rubrik um Ereignisse, mit denen sich Erwachsene auseinandersetzen, die sie selbst verursachen, durch die sie beeinträchtigt werden. LZ findet heute etwas wichtig, was Menschen betrifft, die viel zu oft ungehört bleiben: Kinder. Und deshalb ist es auch die erste Meldung.
Schnee in der Stadt? So richtiger Winterschnee? Selten genug gibt es ihn. Auf dem Steinplatz in der Leipziger Südvorstadt lag er endlich so üppig, dass es an den Hängen nicht nur zum Rodeln reichte. Der gute alte Schneemann eroberte den kleinen Stadtteilpark.
Und mit ihm Schneefrauen und Schneekinder samt Schneehaustieren. Eine ganze Schneegesellschaft entstand, die von Anwohnerinnen und Anwohnern bewundert wurde. Der kleine Kiezpark war ein Ort für Kreativität und Winterfreuden geworden.
Doch Vandalen haben diesen Traum zerstört. Gut 20 große Skulpturen, von fröstelnden Kinderhänden geformt, mit Leidenschaft zusammengetragen und erbaut – dahin. Verloren.

Natürlich ist das kein Fall für die Polizei. Es ist ein Fall für uns alle. Denn die Frage steht im Raum: was macht das mit den Kindern, die dieses Kunstwerk schufen. Die sich freuten, endlich Winter zu haben, endlich Schneeballschlacht und Schneemänner.
Gegenüber der LZ berichtet ein Anlieger: „Ich wohne direkt am Steinplatz. Es war herrlich zu sehen, wie die Kinder den Nachmittag verbrachten und ihre Figuren bauten.“ Es könnten Hort-Kinder der benachbarten Grundschulen gewesen sein. „Soviel Freude, die hatten soviel Spaß!“
Wer das Schneemann-Massaker angerichtet hat, wird ungeklärt bleiben. Es geschah nicht nachts, ausgeübt von Trunkenbolden, die sich nach dem Tavernenbesuch selbst zu viel waren. Es geschah am späten Nachmittag. Menschen, die anderer Menschen Glück zerdroschen haben. Skulptur um Skulptur. Für nichts. Grundlos. Es gibt keine Begründung, warum man Kindern das Herz bricht. Gibt es nicht.
LZ fragt: Wer sind die armseligen Schneemann-Mörder vom Steinplatz?

Erneuter Streik für bessere Bezahlung in der Bildung
Nächste Runde im Arbeitskampf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Die verhandelt seit dem 3. Dezember 2025 mit anderen Arbeitnehmervetretungen unter dem Dach des DGB für die 2,6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst . Die GEW organisiert in diesem Bereich Beschäftigte Schulen und Hochschulen.
Da sich in diesem Ringen bisher keine Erfolge abzeichnen, haben die Gewerkschaften für heute bundesweit zu einem Warnstreik aufgerufen. Zum “Streiktag Bildung” werden ab 10 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz mehrere tausend Streikende aus den drei Mitteldeutschen Bundesländern. Weitere Kundgebungen sind in Berlin, Hamburg und Köln angemeldet.
In einer Pressemitteilung erklärt Burkhard Naumann, Vorsitzender der GEW Sachsen: „Leipzig wird am 29. Januar ein starkes Signal aus der Bildungslandschaft senden – über Ländergrenzen hinweg. Kolleginnen und Kollegen aus drei Bundesländern machen gemeinsam deutlich: Gute Bildung braucht gute Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung.“
Urteil zur “Klimaklage” der Umwelthilfe steht bevor
Am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird heute die sogenannte „Klimaklage“ der Deutschen Umwelthilfe verhandelt. Diese hält das aktuelle Klimaschutzprogramm für unzureichend und hatte am Oberverwaltungsgericht in Berlin gegen diese geklagt. Das OLG gab der Klägerin Recht in der Auffassung, das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung entspreche nicht den gesetzlichen Vorgaben.
Diese wiederum hält die Klage an sich für unzulässig und legte Revision ein. Je nach Ausgang der heutigen Verhandlung könnte die Klage weitreichende Folgen haben. So wäre zum Beispiel der Spielraum zur Durchsetzung eines Tempolimits auf Autobahnen deutlich größer.
Die Deutsche Umwelthilfe kritisiert in ihrer Klage, dass die Bundesregierung die im Klimaschutzgesetz festgelegten Ziele nicht erreicht und keine Maßnahmen erlassen hat, diesen Verstoß zu korrigieren.
Am Morgen des heutigen Revisionstermins demonstrierten Mitglieder der Deutschen Umwelthilfe vor dem Bundesverwaltungsgericht einstigen Reichsgericht auf dem Leipziger Simsonplatz.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:













Keine Kommentare bisher