Überall Narren! Die Leipziger Innenstadt feierte heute mit dem Rosensonntagsumzug ausgelassen den Höhepunkt der Faschingszeit. Verhaltene Freude gab es auch über den endlich erzielten Tarifabschluss im öffentlichen Dienst. In Dresden wurde der Zerstörung der Stadt vor 81 Jahren gedacht. Und: Nur die RB-Frauen waren am Wochenende erfolgreich. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, 14./15. Februar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Farbenfroh und gutgelaunt, so zog heute der traditionelle Rosensonntagsumzug durch die Leipziger Innenstadt. In einer Kutsche sitzend, führte der in sächsisch-grün gewandete Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den Reigen an. Unser LZ-Reporter Lucas Böhme hat das Karnevalsspektakel mit der Kamera begleitet.
Tarifabschluss für öffentlichen Dienst
Die von Warnstreiks begleiteten Tarifverhandlungen für die im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten sind in Potsdam zu einem Abschluss gekommen. Arbeitgeber und Gewerkschaften einigten sich auf eine schrittweise Gehaltserhöhung um insgesamt 5,8 Prozent. Die ersten 2,8 Prozent – mindesten aber 100 Euro – gibt es ab dem 1. April. Zum 1. März 2027 gibt es 2 Prozent und zum 1. Januar 2028 noch einmal 1 Prozent mehr. Zudem wurde beim Kündigungsschutz eine Ost-West-Angleichung erstritten.
Keine Einigung gab es hingegen bezüglich der gewerkschaftsseitig geforderten stufengleichen Höhergruppierung und besseren Eingruppierungsregelungen für Lehrkräfte, teilt die GEW Sachsen mit. Zudem wird es auch weiterhin keinen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV Stud) geben. Für letztere gab es stattdessen eine leichte Erhöhung der Mindeststundenentgelte. Diese betragen nun ab kommendem Sommersemester 15,20 Euro die Stunde, und ab Sommersemester 2027 gibt es 15,90 Euro die Stunde.
„Dieser Kompromiss wurde uns nicht geschenkt. Die Verhandlungen waren äußerst schwierig und zogen sich mit einem Tag Verlängerung bis in die frühen Morgenstunden. Bis zuletzt stand alles auf der Kippe”, erklärt Burkhard Naumann, der Landesvorsitzender der Bildungsgewerkschaft. „Mit der Einigung halten die Landesbeschäftigten Anschluss an die Gehaltsentwicklungen bei Bund und Kommunen. Ein wichtiges Zeichen ist die Ost-West-Angleichung beim Kündigungsschutz. Ohne den Druck durch die starken Streiks auch in Sachsen wäre dieser Tarifabschluss nicht möglich gewesen. Dennoch gab es hier in Potsdam keine Jubelstürme.”
Gedenken in Dresden
Dem 81. Jahrestag der Zerstörung ihrer Stadt hatten am Wochenende tausende Dresdnerinnen und Dresdner mit zahlreichen Veranstaltungen, Demonstrationen und einer Menschenkette gedacht. Besondere Brisanz erhält dieses Gedenken allerdings dadurch, dass Rechtsextremisten regelmäßig versuchen, den Anlass politisch für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Rund 1.300 Personen dieses Spektrums, so schätzt mdr.de, zogen auch diesmal am Samstag durch die Stadt.
Der Umzug, der, beginnend am Bahnhof Mitte, über die Ostra-Allee, Hertha-Lindner-Straße, Freiberger Straße und Ammonstraße wieder zurück zum Bahnhof Mitte führte, wurde von lautstarkem Gegenprotest begleitet. Am Postplatz „versuchten Gegendemonstranten entgegen des angezeigten Versammlungsablaufes wiederholt eine Polizeisperre auf der Ostra-Alle zu durchbrechen“, vermeldet die Polizeidirektion Dresden.
„Dabei wurden auch Polizeibeamte attackiert und verletzt. Die Polizei setzte daraufhin an diesem Ort zwei Wasserwerfer als technische Absperrung ein. Später versuchten Gegendemonstranten an anderen Stellen ebenfalls Polizeiabsperrungen zu überwinden. Die Einsatzkräfte verhinderten dies, wobei auch vereinzelt Pfefferspray zum Einsatz kam.“
Das linke Bündnis „Dresden Wi(e)dersetzen“, das den Gegenprotest organisierte, kritisiert den Polizeieinsatz. „Die Polizei hat trotz doppelter Gitter und Wagenburgen auch noch Pfefferspray und Schläge gegen Demonstrierende eingesetzt. Erlaubte Spontankundgebungen unsererseits wurden ohne jede Vorwarnung und ohne Not gewaltvoll geräumt. Das geht gegen jedes Verständnis von Versammlungsfreiheit – natürlich im Sinne der Neonazis“, schimpft Matthias Lüth.
Trotz dieser negativen Begleiterscheinungen war das Bündnis dennoch zufrieden mit der hohen Beteiligung an den Gegenprotesten. „Wir sind sehr froh, dass über 5.000 Menschen mit uns gegen Geschichtsrevisionismus auf die Straße sind. Wir danken allen, die heute mal wieder Rückgrat bewiesen haben, wo der Staat nicht nur versagt, sondern sogar ermöglicht!“, so Rita Kunert.
RB-Frauen starten Siegesserie
Die Bundesliga-Fußballerinnen von RB Leipzig haben eine kleine Siegesserie gestartet. Nachdem sie bereits vor einer Woche beim Aufsteiger Hamburger SV mit 3:1 gewonnen hatten, schickten sie am Samstag mit dem 1. FC Nürnberg nun auch einen weiteren Aufsteiger mit 3:1 nach Hause.
Angreiferin Marleen Schimmer hatte durch zwei Tore in der 4. und 8. Spielminute bereits früh die Weichen auf Sieg gestellt, Delice Boboy erhöhte kurz vor der Pause sogar auf 3:0. Der Anschlusstreffer der Gäste unmittelbar nach Wiederbeginn konnte keine Wendung der Partie einleiten.
Die RB-Frauen nähern sich somit langsam wieder „ihrem“ 8. Tabellenplatz an, auf dem sie schon ihre bisherigen beiden Bundesliga-Spielzeiten beendet hatten. Nach einem Auswärtsspiel bei der abstiegsgefährdeten SGS Essen (22.02.), steht das nächste Heimspiel wegen der WM-Qualifikation der Nationalmannschaft erst am 14. März ins Haus. Um 16 Uhr ist dann der dritte Aufsteiger Union Berlin zu Gast.
Weitere Leipziger Sport-News: +++ Die Zweitliga-Handballerinnen des HC Leipzig haben in ihrem 17. Saisonspiel nun doch die erste Niederlage einstecken müssen. Beim SV Werder Bremen verlor der Tabellenführer mit 24:29 (13:17) +++ Auch in der Fußball-Regionalliga Nordost hat es den Spitzenreiter erwischt. Der 1. FC Lok kam in seinem ersten Pflichtspiel des Jahres heute beim Chemnitzer FC mit 0:3 (0:0) unter die Räder. +++ Am Abend war zudem auch die Bundesliga-Partie zwischen RB Leipzig und dem VfL Wolfsburg ausgetragen worden. Nach zweimaligem Rückstand holten die Rasenballer am Ende zumindest ein 2:2-Unentschieden. Vor dem Spiel war Timo Werner offiziell verabschiedet worden, der in den USA einen neuen Verein gefunden hat. +++
Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:
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Oberbürgermeisterwahl 2027 in Leipzig: Darum wirft Lars Kulesch seinen Hut in den Ring
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