Die “Neo Folk Night” im Leipziger Felsenkeller sorgte bereits im Vorfeld für Wirbel, am Samstag wurde dieser mit Protest vor Ort untermalt. Außerdem hatten bisher unbekannte Täter*innen in der Nacht von Freitag auf Samstag mehreres Schlösser des Gebäudes mit Mörtel verklebt. Außerdem: Das Neue Rathaus war am Samstagabend Projektionsfläche für Lichtinstallationen im Zeichen von Nachhaltigkeit und internationaler Solidarität und die Fassade der Polizeidirektion im Peterssteinweg wurde mit Farbe beschmiert. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende des 31. Januars und 2. Februars 2026 in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Buntes Rathaus für nachhaltige Entwicklung
Bunte Projektionen zierten am Samstagabend in der Zeit von 17 bis 22 Uhr das Neue Rathaus. Die Lichtinstallation erinnerten symbolisch an die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Weltgemeinschaft und daran, dass eine gerechtere und nachhaltigere Welt nur gemeinsam erreicht werden kann.
„Leipzig unterstützt die globalen Nachhaltigkeitsziele mit voller Kraft“, so Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke). „Diese besondere Lichtinstallation ermöglicht Allen, die Samstagabend am beleuchteten Neuen Rathaus vorbeilaufen, einen Blick werfen oder sogar vor Ort innehalten, einen besonders eindrucksvollen und gleichzeitig leichten Zugang zu den Nachhaltigkeitszielen und -werten.“
Die Unterstützung durch die Öffentlichkeit sei enorm wichtig, so Rosenthal. Deshalb hätte die Stadt das Neue Rathaus „sehr gern für die Aktion des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Verfügung [gestellt].“
Das Projekt findet in Kooperation mit Engagement Global im Rahmen der Bildungskampagne #17Ziele statt. Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) wurden 2015 im Rahmen der Agenda 2030 von den Vereinten Nationen verabschiedet. Die Ziele berücksichtigen alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziales, Umwelt und Wirtschaft – gleichermaßen und gelten für alle Staaten der Welt.
„Neo Folk Night“ im Felsenkeller mit Protest und Sachbeschädigung
In der Nacht von Freitag auf Samstag verklebten bisher unbekannte Täter*innen mehrere Türschlösser am Felsenkeller mit Mörtel. Wahrscheinlich standen diese Taten im Zusammenhang mit der am Samstagabend stattfindenden „Neo Folk Night“ in dem Veranstaltungshaus. Im Vorfeld war von verschiedenen Seiten Kritik gegen die Veranstaltung laut geworden.
Das Bündnis „Leipzig gegen Rechts“ hatte bereits im Dezember vergangenen Jahres darauf hingewiesen, dass einige der für die „Neofolk Night“ engagierten Bands wie Darkwood und Espacio Vital in Bezug zu Symbolen und Ideologemen des Nationalsozialismus stünden. Unter anderem wurde auf die Tätowierung eines Musikers hingewiesen, welches ein durch Blätter verfremdetes Hakenkreuz darstellte.
Schon vor einigen Tagen hatte es einen Vorfall gegeben, welcher mit der Veranstaltung im Zusammenhang stehen könnte: In der Nacht vom 28. auf den 29. Januar wurde die Fassade des Felsenkellers mit Farbe und Gülle beschmiert. Nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig entstand ein Sachschaden von rund 5.000 Euro.
Sowohl die Betreiber*innen des Felsenkellers als auch die Veranstaltenden hatten sich im Vorfeld zu den Vorwürfen geäußert und Distanz zu extremistischen Ideologien betont. Am Samstagabend versammelten sich schließlich etwa 20 Personen zu einer Kundgebung vor dem Felsenkeller. Laut Polizeibericht verlief der Protest friedlich.
Ausführlicher über die Thematik hat Marco Brás dos Santos hier berichtet.
Überraschende Heim-Pleite für RB Leipzig
Die zurückliegende Woche haben sich die Bundesliga-Fußballer von RB Leipzig garantiert ganz anders vorgestellt. Denn in ihren beiden Partien gegen Teams aus dem Tabellenkeller, sprang für die Rasenballer insgesamt nur ein dürftiges Pünktchen heraus. Nach dem Remis am Dienstag auf St. Pauli, setzte es am Samstagnachmittag gegen den FSV Mainz 05 gar eine 1:2-Heimniederlage.
Dabei war RBL vor, ebenfalls ausbaufähigen, 35.500 Zuschauern durch einen Kopfball-Treffer von Conrad Harder sogar mit 1:0 (40.) in Führung gegangen (40.). Doch noch vor dem Halbzeitpfiff glichen die Mainzer durch einen von Nadiem Amiri in der Nachspielzeit verwandelten Elfmeter zum 1:1 (45.+6) aus. Und als der zweite Durchgang gerade erst begonnen hatte, jubelten schon wieder die Gäste: Der frisch aus Stuttgart gewechselte Silas stellte auf 1:2 (49.). Es sollte später auch der Endstand sein – für die Rasenballer ein Rückschlag im Kampf um den angestrebten Champions League-Platz.
Stadtrat, teures Bauen und die schöne Albertina
Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:
Der Stadtrat tagte: Wie kommen Senioren in Engelsdorf wieder an Tickets für die LVB?
Der Stadtrat tagte: Die „Villa Davignon“ soll unbedingt als „Safe Space“ erhalten bleiben
Der Stadtrat tagte: Wie kann man Leipzigs historische Kleinode vor Randale schützen?
Der Stadtrat tagte: Eine Million für das Conference-League-Finale in Leipzig
Neues vom Leipziger Wagenplatz karlhelga –wo Menschen wichtiger sind als Profit
Es hat ge-funkt: Albertina zur schönsten Uni-Bibliothek Deutschlands gekürt
Demonstrationen, Verletzung durch Knaller und Farbanschlag auf Polizeidirektion
Was heute außerdem wichtig war: Auf dem Augustusplatz protestierten etwa 100 Menschen am Samstagnachmittag gegen das Regime im Iran.
Auf dem Marktplatz fand ebenfalls am Samstagnachmittag eine Demonstration in Solidarität mit Rojava statt.
Ein 15-jähriger Jugendlicher erlitt am Samstagmittag schwere Verletzungen. Er befand sich in der Wohnung eines Bekannten in Leipzig-Schleußig, wo er mit einem Knallkörper hantierte. Der Sprengsatz explodierte in der Hand des 15-Jährigen, er zog sich schwere Verletzungen zu und musste sofort operiert werden. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz aufgenommen.
Bislang unbekannte Täter beschmierten am Samstagabend die Fassade und mehrere Fenster der Polizeidirektion Leipzig im Peterssteinweg. Mit schwarzer Farbe wurden in einem Umfang von etwa einem Meter mal einem Meter zwei Buchstaben an der Fassade angebracht, die Wand außerdem mit weißer Farbe bespritzt. Es laufen die Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung.

Ein Fünfjähriger und sein Vater, welche am 20. Januar in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE in Gewahrsam genommen wurden, müssen bis spätestens Dienstag freigelassen werden. Das entschied ein Gericht in Texas.
Warnstreik im ÖPNV
Was morgen passieren wird: Für den morgigen Montag hat die Gewerkschaft ver.di bundesweit zum Warnstreik im Öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, unter anderem durch die Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. Ausführlicher hat unser Redakteur Thomas Köhler hier darüber berichtet.
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