Der Leipziger Westen hielt heute den Atem an: An der Zeppelinbrücke musste die Kampfmittelbeseitigung in Aktion treten – Sperrkreis inklusive. Ein Böller hatte die Regio-Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz mehrere Tage lahmgelegt. Jetzt sind die Schäden repariert. Apropos Reparieren: Das Reparaturcafé „Café kaputt“ sucht helfende Hände. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Straßenbahnschiene statt Kriegsgranate aus Elster gefischt

Hinterher kann man herzhaft darüber lachen. Zum Glück! Denn der heute an der Zeppelinbrücke geborgene verdächtige Gegenstand stellte sich, statt als kriegerische Munition, lediglich als harmlose alte Straßenbahnschiene heraus, wie die Stadt Leipzig am Nachmittag auf ihrer Internetseite bekannt gab. Bei Bauarbeiten an der Brücke war vor einigen Tagen eine noch nicht näher bestimmbare Anomalie im Wasser festgestellt worden, der heute – sicher ist sicher – Experten für Kampfmittelbeseitigung auf den Grund gingen.

Ab morgens 8 Uhr war deshalb im Radius von 100 Metern um die Fundstelle ein Sperrkreis errichtet worden, der auch zur Folge hatte, dass mehrere Straßenbahnlinien umgeleitet werden mussten. Mehrere Male stippten die Kampfmittelbeseitiger eine Sonde in den Schlamm des Elsterbeckens, um den gezielten Zugriff der Baggerschaufel vorzubereiten. Diese schnappte schließlich um 12:27 Uhr herzhaft zu und förderte ein längliches, schwarzes Ding zutage. Diagnose: Harmlos!

Die Entwarnung folgte auf dem Fuße. Bereits um 12:55 Uhr ratterten wieder Straßenbahnen über die Brücke, wie LVB-Pressesprecher Marc Backhaus gegenüber der LZ mitteilte. Damit konnte der Linienverkehr bereits drei Stunden vor der ursprünglich veranschlagten Zeit wieder aufgenommen werden. „Wir sind froh, dass es so schnell wieder vorbei war“, zeigte sich Backhaus erleichtert.

Vandalismusschäden an Leipziger Bahnstrecke behoben

Auch der Zugverkehr zwischen Leipzig und Chemnitz rollt wieder ungestört. Dieser war seit dem vergangenen Wochenende unterbrochen. Unbekannte hatten in Leipzig einen Kabelkanal durch Böller beschädigt, was zu einer Signalstörung führte. Die Reparatur nahm allerdings einige Zeit in Anspruch, da zunächst die passenden Ersatzteile besorgt werden mussten.

Nun sind die Arbeiten abgeschlossen. Seit Mittag geht es wieder ungestört auf der Schiene nach Chemnitz und zurück. Derweil sucht das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) weiter nach den bisher noch nicht identifizierten Tätern und bittet um entsprechende Zeugenhinweise.

Reparieren statt wegwerfen – Helfende Hände gesucht

Nicht wegwerfen, sondern lernen, defekte Alltagsgegenstände selber zu reparieren. Diesen nachhaltigen Gedanken setzt das „Café kaputt“ in Leipzig-Lindenau schon seit 2014 um. Es ist ein Angebot, das sich an alle Bürgerinnen und Bürger richtet und das zunehmend immer häufiger genutzt wird. Das ist einerseits erfreulich, brachte die kleine Werkstatt in der Merseburger Straße 102 aber längst an ihre Kapazitätsgrenzen. Doch das umtriebige Team hat auch schon erfolgreich an der Lösung des Problems geschraubt.

Denn im Rahmen des Projektes „Zukunft Zusammen Schrauben“ fördert das „Café kaputt“ jetzt gezielt den Aufbau neuer Reparatur-Angebote durch Kooperationspartnerinnen und -partner in verschiedenen Leipziger Stadtteilen. So werden einerseits die Wege zum Reparieren statt Wegwerfen kürzer und außerdem wird das „Café kaputt“ dadurch entlastet.

Ein Angebot im „Café kaputt“. Foto: leben.lernen.leipzig e.V.

Diese drei neuen Anlaufstellen wurden geschaffen:
1.) In Paunsdorf ab März an jedem 3. Dienstag im Monat 15-17 Uhr in Räumen der Heilsarmee in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Paunsdorf und der LWB. Kennenlerntreffen: Dienstag, 24.02. 15 Uhr im Südblick 5a.
2.) In der Innenstadt ab Februar wöchentlich donnerstags 16-19 Uhr im Konzeptladen Wiederschön der Stadtreinigung Leipzig in den Höfen am Brühl in Zusammenarbeit mit dem Aufbauwerk.
3.) In Grünau, bereits an jeden 3. Dienstag im Monat 13-15:30 Uhr in der Offenen Werkstatt des Leipziger Modell – Lebens- und Bildungsraum e.V.

Gesucht werden dafür nun weitere handwerklich begabte helfende Hände für Reparaturen von Alltagsgegenständen aus den Bereichen Technik, Textil und Handwerk. Interessierte können sich unter der E-Mail-Adresse zum Mitwirken anmelden: leipzig.repariert@cafekaputt.de

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Geht das länderübergreifende Polizei-Abhörzentrum in Leipzig tatsächlich 2027 in Betrieb? Rico Gebhardt hat so seine Zweifel

Verwaltungsvorlage für den „Bauturbo“ in Leipzig: Linke sieht überhaupt keinen Nutzen für den Wohnungsmarkt

Der Stadtrat tagte: Die Henriette-Goldschmidt-Schule bekommt die Dachsstraße als neue Außenstelle

Hallo Leipzig: So startet Mittwoch, der 11. Februar 2026

Straßensozialarbeiter*innen planen Boxtherapie für wohnungslose Frauen im Stadtbezirk Mitte

Die Geschichte des Fröstelns: Ein mitreißender Roman über das Außenseitersein und Almas Suche nach Wärme

Was sonst noch wichtig war:

In Straßburg hat das EU-Parlament heute mit klarer Mehrheit einen weiteren Kredit an die Ukraine bewilligt – Höhe: 90 Milliarden Euro. Damit soll der ukrainische Finanzbedarf für dieses und nächsten Jahr zu zwei Dritteln gedeckt werden.

Um den durch Donald Trump ausgelösten Grönland-Konflikt weiter zu entschärfen, will die Nato ihre Militärpräsenz in der Arktis erhöhen. Dazu wurde nun die Mission „Arctic Sentry“ gestartet. Auch die Bundeswehr wird sich an diesem Einsatz beteiligen.

Mindestens neun Menschen sind durch Schüsse an einer Schule in der kanadischen Provinz British Columbia getötet worden, 25 weitere Opfer erlitten teils lebensbedrohliche Verletzungen. Noch seien die Hintergründe unklar. Als tatverdächtig gilt eine Frau, die sich nach dem Angriff selbst tödliche Verletzungen zugefügt hatte.

Die Zahl der touristischen Übernachtungen in Deutschland hat im vergangenen Jahr mit 497,5 Millionen einen neuen Rekordwert erreicht. Die Zahl der einheimische Gäste ist dabei auf 413,7 Millionen angestiegen. Steigender Beliebtheit erfreuen sich Übernachtungen auf Campingplätzen.

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