Bei den Handballern des SC DHfK wächst die Abstiegsgefahr nach einer Niederlage im Heimspiel gegen den Bergischen HC. Aufatmen hingegen bei den Fahrgästen der Leipziger Verkehrsbetriebe – seit sechs Uhr rollt der Verkehr wieder. Und das Zeitgeschichtliche Forum zeigt heute einen preisgekrönten Dokumentarfilm über das Leben von Mädchen und Frauen in der DDR.
Busse und Bahnen fahren wieder
Erleichterung im Berufsverkehr! Seit heute 6 Uhr rollen Busse und Straßenbahnen wieder nach Fahrplan durch die Stadt. Damit ist der am Freitag begonnene Streik zunächst beendet. Ursprünglich sollte der Regelverkehr bereits am Sonntag wieder beginnen, doch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hatte ihre Arbeitskampfmaßnahme kurzfristig um einen Tag verlängert. Damit wollte sie ihre Position in den laufenden Tarifverhandlungen stärken.
Im Dezember letzten Jahres war der Manteltarifvertrag zwischen der Gewerkschaft und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) ausgelaufen. Ver.di fordert für einen neuen Vertrag Entlastungen bei den Arbeitszeiten, längere Ruhezeiten zwischen den Schichten und bessere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Der KAV sieht dafür derzeit keinen Spielraum. Kommende Woche sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.
Handballer bleiben im Keller stehen
Stillstand aus sportlicher Sicht herrscht jedoch für die Handballer vom SC DHfK. Es sollte raus aus dem Tabellenkeller gehen. Nach einem Sieg gegen Hamburg und einem Unentschieden gegen Minden winkte mit einem möglichen Heimerfolg gegen den Bergischen HC erstmals in dieser Saison der Sprung aus der Abstiegszone. Doch die Mannschaft um Trainer Frank Carstens verlässt das Wochenende ernüchtert. Leipzig unterlag vor mehr als 5200 Zuschauern deutlich mit 28:35.
Die Partie begann zunächst mit einem Treffer für Leipzig. Franz Semper erzielte nach nur 40 Sekunden das 1:0 und legte später auch das 4:3 nach – die letzte Führung der Gastgeber. Nach 15 Minuten stand es noch 7:7, fünf Minuten vor Halbzeitende führten die Gäste bereits14:11. Nach dem Seitenwechsel weckte Krzikalla mit einem 16:17 Hoffnung auf eine Aufholjagd. Doch die machte der Bergische HC zunichte, lag plötzlich vier Tore vorn. Zwar stemmten sich Blær Hinriksson (19:22) und Semper (21:23) noch einmal gegen die Niederlage, doch zehn Minuten vor Schluss war beim Fünf-Tore-Rückstand die Entscheidung absehbar.
Der Traum, sich in der Tabelle nach oben bewegen zu können, platzte. Auf seiner Website läßt der Verein seinen Trainer Trainer Frank Carstens deutliche Worte finden: „Wir haben heute eine in die Fresse bekommen. Das tut richtig weh. Aber wir werden wieder aufstehen.“ Der Weg nach oben ist nach diesem Spiel wohl steiler geworden.
Preisgekrönter DDR-Dok-Film wird heute kostenlos gezeigt
In seiner Veranstaltungsreihe zum 80. Jubiläum der DEFA zeigt das Zeitgeschichtliche Forum heute einen Film, der bereits zu seiner Erstaufführung in den DDR-Kinos für Aufsehen sorgte: „Winter adé“ – ein Dokumentarfilm von Regisseurin Helke Misselwitz.
Auf einer Reise von Zwickau in Sachsen bis nach Saßnitz auf Rügen, begegnet sie Frauen unterschiedlicher Generationen und Lebenswelten. Da ist Hiltrud, die als Werbeökonomin Karriere gemacht hat, ebenso wie Christine, die als alleinerziehende Arbeiterin ihren Alltag meistert. Die Punkerinnen Kerstin und Anja erzählen von Aufbruch und Enge, während die 85-jährige Margarete anlässlich ihrer Diamantenen Hochzeit auf ein langes Eheleben zurückblickt.
Frauen aus der Fischkonservenfabrik in Saßnitz kommen zu Wort und Erika Banhardt, Leiterin eines Kinderheims für Kinder aus „auffälligen Familien“. Sie alle sprechen offen über Partnerschaft, Familie, Beruf, Brüche und Hoffnungen – und zeichnen so ein vielschichtiges Bild weiblicher Lebensrealitäten in der DDR. Die Mädchen und Frauen äußern in den Gesprächen ihr Bedürfnis nach Freundlichkeit, Achtung, Toleranz, gleichberechtigtem Verhalten im privaten und gesellschaftlichen Miteinander.
„Winter adé“ wurde am 28. September 1988 in Berlin uraufgeführt und gewann im November desselben Jahres zwei Preise bei der Leipziger Dok-Woche. Die 1947 geborene Helke Misselwitz zählt zu den prägenden Stimmen des ostdeutschen Dokumentarfilms. Neben „Winter adé“ (1988), erlangte sie u.a. Aufmerksamkeit mit ihrem Spielfilm „Engelchen“ (1997). Nach ihrem Studium an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg arbeitete sie zunächst freiberuflich, wurde 1985 Meisterschülerin von Heiner Carow an der Akademie der Künste in Ost-Berlin und prägte schließlich selbst Generationen von Nachwuchsfilmemachern: Von 1997 bis 2014 lehrte sie als Professorin an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg.
Das Zeitgeschichtliche Forum in der Grimmaischen Straße zeigt „Winter adé“ heute um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:





































Keine Kommentare bisher