Die Leipziger Buchmesse wird zur Stunde im Gewandhaus feierlich eröffnet. Vor den Toren wird dieser Festakt von Protesten begleitet, die vor allem Kulturstaatsminister Weimer adressieren. Der Felsenkeller ist in der Nacht Ziel einer politischen Attacke geworden. Und: baumstarke Neuzugänge im Rosental. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 18. März 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Buchmesse-Eröffnung mit Protest
Zur Stunde wird im Gewandhaus die diesjährige Leipziger Buchmesse mit einem Festakt feierlich eröffnet. Neben Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) hat auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sein Kommen angekündigt.
Der Bundespolitiker sollte eigentlich außerdem morgen persönlich den Deutschen Buchhandlungspreis verleihen. Nachdem er aber die Streichung dreier auf der Kandidatenliste befindlichen Buchläden wegen angeblicher verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse veranlasste, war Weimer massiv in die Kritik geraten und sagte seine Teilnahme an der Preisverleihung gänzlich ab.
„Es ist natürlich schade, dass er am Donnerstag den Messerundgang terminbedingt nicht bewerkstelligen kann – aber es ist, wie es ist, und wir freuen uns auf ihn heute Abend bei der Eröffnung“, kommentierte Buchmesse-Direktorin Astrid Böhmisch die Absage auf der heutigen Pressekonferenz eher zurückhaltend.
Die Eröffnungszeremonie im Gewandhaus wird aktuell auch von Protestaktionen, begleitet. Mehrere hundert Menschen haben sich dazu auf dem Augustusplatz eingefunden. So machte das Bündnis „Leipzig nimmt Platz“ unter dem Motto „Gegen Zensur und Autoritarismus“ mobil. Zudem thematisiert die Leipziger Gruppe „ProtestFlügel“ mit einer musikalischen Aktion die ökologische Probleme im Donauraum.
Die Aktion knüpft an den diesjährigen regionalen Schwerpunkt der Buchmesse, der unter dem Motto „Donau – Unter Strom und zwischen Welten“ steht. Beide Initiativen wechseln sich mit ihren Wortbeiträgen ab, auch ein Grußwort der drei ausgeschlossenen Buchhandlungen wurde dabei verlesen.
Aufregung um Lesung im Felsenkeller
Der Felsenkeller in Plagwitz ist erneut Ziel politischer Proteste. Nach Polizeiangaben hätten in der vergangenen Nacht, kurz nach Mitternacht, zwei unbekannte Täter die Fassade des Gebäudes mit politischem Graffiti besprüht. Diese wurden mit roter und pinker Farbe aufgetragen und erstreckten sich teilweise über vier Meter Länge. Insgesamt handelte es sich um 16 Schriftzüge und zwei Karikaturen.
Thematisch ging es dabei vor allem um den Nahostkonflikt, insbesondere um den Israel-Palästina-Konflikt. Die Polizei hat die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen und Sachbeschädigung aufgenommen.
Grund für die Tat ist mutmaßlich eine am heutigen Abend im Felsenkeller stattfindende Lesung, die sich mit der aktuellen Lage im Nahen Osten beschäftigt. Der deutsch-israelische Politologe und Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) Arye Sharuz Shalicar sollte dabei vor Ort aus seinem Buch „Überlebenskampf“ lesen.
Wie der Felsenkeller in einem Veranstaltungs-Update mitteilt, kann Shalicar jedoch „aufgrund der aktuellen Lage nicht ausreisen und wird an dem Abend aus Israel live zugeschaltet“. Die Polizei informiert darüber, dass eine Demonstration angemeldet ist, die vom Lindenauer Markt aus Richtung Felsenkeller läuft.
Eichen sollen nicht weichen
Dieses Motto gilt aktuell im Leipziger Rosental. Denn hier werden seit heute auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern insgesamt 1.000 neue Stieleichen gepflanzt. Diese sind bereits zwei Jahre alt und etwa 60 bis 80 Zentimeter hoch. Die Pflanzung ist eine Maßnahme aus dem Forstwirtschaftsplan 2025, den der Leipziger Stadtrat beschlossen hatte.
„Da sich die heimische und sehr wertvolle Stieleiche kaum von selbst verjüngt, fördern wir sie gezielt auf geeigneten Flächen im Leipziger Stadtwald“, erklärt Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke). Damit sollen ein Beitrag zur Erhaltung der aus naturschutzfachlicher Sicht wichtigen Hartholzauwälder geleistet werden.
Kalenderblatt: Vor zehn Jahren stirbt der FDP-Politiker Guido Westerwelle
Nach langer Hoffnung siegt die Krankheit: In Köln stirbt am 18. März 2016 der FDP-Politiker, Ex-Parteichef und frühere Außenminister Guido Westerwelle mit nur 54 Jahren an den Folgen von Leukämie.
Den Rechtsanwalt hatte es früh zu den Liberalen gezogen, er gilt als rhetorisch talentiert und schlagfertig. Oben angekommen, wird er Oppositionsführer im Bundestag, 2001 mit erst 39 Jahren FDP-Parteivorsitzender, bleibt es bis 2011. Höhepunkt seiner Laufbahn: Angela Merkel macht ihn unter Schwarz-Gelb von 2009 bis 2013 zum Außenminister und zeitweiligen Vizekanzler.
Längst nicht überall ist Westerwelle populär: Seine flotten Sprüche sorgen ebenso für Kopfschütteln und Spott wie der hochnotpeinliche 18-Prozent-Wahlkampf der FDP 2002, der krachend scheitert. Doch Westerwelles Auftreten wird reifer, ernster, staatsmännischer. Nach der FDP-Niederlage bei der Bundestagswahl 2013 erklärt er den vorläufigen Rückzug aus der aktiven Politik, erhält 2014 die Diagnose Blutkrebs.
Sein persönlicher und offener Umgang mit der Krankheit bringt Westerwelle viel Sympathie ein: In Interviews zeigt er sich als verletzlicher Mensch, bei dem das schneidige Mundwerk auch antrainierter Selbstschutz war. Er blicke ohne Gram auf ein erfülltes Leben, sagt Westerwelle, der bis zu seinem Tod mit dem Sportmanager Michael Mronz liiert ist.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Hallo Leipzig: So startet Mittwoch, der 18. März 2026
Yacht oder nicht Yacht: Mit Evan Osnos auf Motivsuche in der Welt der Superreichen
Mord auf dem Bundespresseball: Auch Wolfgang Ainetter liest zur Leipziger Buchmesse
Was sonst noch wichtig war:
Beim Absturz einer Gondel im Schweizer Skigebiet Engelberg ist nach Polizeiangaben eine Person ums Leben gekommen. Bei starkem Wind hatte sich Kabine vom Seil gelöst und war dann einen Hang hinabgerutscht, wobei sie sich mehrfach überschlug.
Israel hat bekanntgegeben, auch den iranischen Geheimdienstminister Esmail Chatib getötet zu haben. Das iranische Staatsfernsehen bestätigte dessen Tod. Erst gestern waren zwei weitere Mitglieder der Führungsspitze getötet worden.
Warnstreiks der Gewerkschaft ver.di haben auf dem Berliner Flughafen BER den gesamten Passagier-Flugverkehr zum Erliegen gebracht. Damit fallen über den Tag rund 445 Flugbewegungen aus. Auch im Nahverkehr von z.B. Köln und München gibt es massive Einschränkungen.
Nach Angaben der Bundeswehr, seien die Bewerberzahlen seit Jahresbeginn deutlich angestiegen. So hätten sich in den ersten beiden Monaten rund 16.000 Personen gemeldet, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 20 Prozent entspräche. Außerdem habe es 14 Prozent mehr Neueinstellungen gegeben.
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Es gibt 2 Kommentare
Hat Leipzig keine seriösen Personen mehr, dehnen man auch glauben kann. Weimer ist unfassbar, da hätte ich mir ein stärkere Person beim Protest gewünscht.
Der Schwindelanwalt ist mit dabei. Geht gar nicht.