Mit 50 Jahren kann man schon mal auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Das gilt insbesondere auch für den Stadtteil Grünau. Denn der feiert Rundes! Für die kommenden Monate steht daher so einiges auf dem Geburtstagszettel. Feiern wollen auch die Handballerinnen des HC Leipzig, den Aufstieg nämlich. Doch dafür müssen die Blau-Gelben noch sechs Spiele lang stabil bleiben. Als Spielverderber hingegen zeigten sich einige Grobiane, die die Polizei jetzt mit Hilfe der Bevölkerung schnappen will. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 20. April 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Polizei auf Räuber-Jagd

Gleich zwei Raubstraftaten halten die Polizei in Atem. Zu beiden hat die Polizeidirektion Leipzig heute Zeugenaufrufe veröffentlicht. Das erste Delikt hatte sich am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr im „Kees´schen Park“ an der Koburger Straße in Markkleeberg ereignet. Dort forderte ein etwa 25- bis 30-jähriger Mann mit kurzen schwarzen Haaren von einem 46-Jährigen Bargeld und hielt dabei einen gefährlichen Gegenstand vor. Der Bedrohte konnte flüchten, ließ dabei aber Wertgegenstände sowie Kleidung zurück. Diese riss sich nun der Täter unter den Nagel und floh.

Die zweite Tat fand am Samstagnachmittag gegen 16:20 Uhr in der Leipziger Südvorstadt statt. Hier wurde ein 21-jähriger junger Mann zum Opfer einer räuberischen Erpressung. Zunächst hatte er auf einer Parkbank in der Karl-Liebknecht-Straße gesessen, wo er von einer ihm unbekannten Person angesprochen wurde. Als der 21-Jährige daraufhin aufstand und ging, wurde er von insgesamt fünf Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren verfolgt – darunter auch die Person, die ihn vorher angesprochen hatte. In der Hardenbergstraße fiel die Gruppe dann über den jungen Mann her, schlugen ihn zu Boden und raubten seine Geldbörse. Dabei wurde er leicht verletzt.

Grünauer Party-Plan

Sachsens größte Plattenbausiedlung feiert Jubiläum! Die Rede ist natürlich von Leipzig-Grünau, das in wenigen Wochen offiziell 50 Jahre alt wird. Am 1. Juni 1976 war vom damaligen Oberbürgermeister Dr. Karl-Heinz Müller der Grundstein für das neue, große Wohngebiet gelegt worden. Klar, dass dieser runde Meilenstein im Viertel ausführlich begangen wird. Über 50 Programmpunkte stehen auf dem Zettel. Es wird gefeiert, zurückgeblickt, aber vor allem auch nach vorne geschaut.

„Wir wollen das Jubiläumsjahr dazu nutzen, bei den politisch Entscheidenden die Handlungsbedarfe aufzuzeigen“, sagte Leipzigs Baubürgermeister Thomas Dienberg (Grüne) beim heutigen Pressetermin im Stadtbüro. Die Entwicklung Grünaus sei eine komplexe und vielfältige Daueraufgabe, unterstrich Dienberg, die nicht einfach dadurch bewältigt werden könne, dass man ein einzelnes Programm abarbeite. Daher bleibt Grünau auch ein Schwerpunkt der Stadterneuerung, auf Grundlage des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes (STEK).

Eines der darin enthaltenen Kernvorhaben ist die Stärkung des Zentrums im WK 7, also rund um den sogenannten Jupiterplatz. Genau dort wird am 9. Mai, anlässlich des Tages der Städtebauförderung, ab 14 Uhr der Auftakt zum Grünauer Jubiläumsjahr gefeiert. Unter dem Thema Natur und Klima werden auf dem Platz beispielsweise neue Pop-Up-Sitzmöbel eingeweiht und eine Pflanzaktion durchgeführt. Es gibt viele Mitmachaktionen. Auch Wohnraumberatungen und Besichtigungen in der Uranusstraße zählen zum Programm des Tages.

Am 1. Juni, wenn sich der Tag der Grundsteinlegung zum 50. mal jährt, findet am PEP-Center in der Stuttgarter Allee der offizielle Festakt des Grünau-Jubiläums statt. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) und Staatsministerin Regina Kraushaar (CDU) halten Festreden, die Musikalischen Komödie sorgt für die musikalische Umrahmung. Und: Es gibt Eis und Glücksrad!

In den beiden darauffolgenden Tagen gibt es im OFT „Völkerfreundschaft“ unter dem Titel „50 Jahre Grünau – Von hier aus weiter“ eine Fachkonferenz (2. Juni) mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen, sowie eine Planungswerkstatt (3. Juni), die unter anderem zum Auftakt einen thematischen Stadtteil-Spaziergang durch die WKs 2 und 3 beinhaltet. Die Teilnahme an Konferenz und Planungswerkstatt ist kostenlos, allerdings muss man sich dafür anmelden, da die zur Verfügung stehenden Plätze limitiert sind.

HCL-Pflichtsieg vor Schicksalsspielen

Jetzt wird’s ernst. Können die Zweitliga-Handballerinnen des HC Leipzig ihren Platz an der Tabellen-Sonne bis zum Ende der Saison verteidigen und damit den angepeilten Bundesliga-Aufstieg feiern? Am gestrigen späten Nachmittag konnte das Team von Trainer Erik Töpfer diese Ambitionen zunächst untermauern. Gegen die abstiegsbedrohte SG 09 Kirchhof gab es in der Brüderhalle einen 22:16-Erfolg. Ein sogenannter „Pflichtsieg“, bei dem allerdings auch viele Torchancen liegengelassen wurden.

Diesbezüglich sollten die Leipzigerinnen, die aus den bisherigen 24 Spielen immerhin 43 von 48 möglichen Punkten erkämpften, in den ausstehenden sechs Partien konsequenter sein. Denn jetzt stehen Schicksalsspiele gegen die beiden hartnäckigsten Verfolgerinnen auf dem Programm. Schon am Samstag (25. April) reisen die Blau-Gelben zur TG Nürtingen, welche aktuell mit fünf Punkten Rückstand Dritter ist.

Dort Zählbares zurück nach Leipzig nehmen zu können wäre vor allem auch deshalb wichtig, um das Team der Füchse Berlin auf Distanz zu halten. Die haben bisher nur drei Punkte weniger als der HCL – und am 9. Mai kommt es zum direkten Aufeinandertreffen beider Rivalen in Charlottenburg. Wie auch immer die Saison ausgehen mag, Fakt ist: Wer am Ende auf dem 1. Platz steht, steigt direkt auf, wer Zweiter wird, muss erst noch in die Relegation.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Berichte über Aggressionen, Penetranz und Übergriffe: Wie groß ist das Problem mit Kippe-Verkäufern in Leipzig?

Hallo Leipzig: So startet Montag, der 20. April 2026

Abwanderung aus Leipzig: Suburbanisierungswelle bekam 2024 einen Knick

Temperaturentwicklung in Holzhausen 2025 und 2026: Die Warming Stripes zeigen, wie es auch in Leipzig immer wärmer wird

Entlastung fürs Carsharing: Überarbeitete Sondernutzungssatzung kommt endlich in den Stadtrat

Der Kapitalismus und seine Kritiker: 300 Jahre Kapitalismus-Kritik und die sträflichst missachtete Politische Ökonomie

Was sonst noch wichtig war:

Timmy schwimmt! Nachdem der Buckelwal fast drei Wochen vor der Ostseeküste feststeckte, hat er sich am Morgen freischwimmen können. Ob er es nun tatsächlich schafft, den Weg zum Atlantik zu finden, bleibt dennoch ungewiss.

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hat den Norden Japans erschüttert. Im Anschluss sei vor einem Tsunami mit bis zu drei Meter hohen Wellen gewarnt worden. Diese Befürchtungen bestätigten sich nicht. Jedoch seien weitere starke Beben möglich.

Über 1,4 Millionen Menschen haben in 17 Städten Nordrhein-Westfalens über deren Beteiligung an einer Olympia-Kandidatur der Region „KölnRheinRuhr“ abgestimmt. Das Ergebnis war ein klares „Ja!“. Die Region ist neben Berlin (plus Leipzig), München und Hamburg einer von vier Konkurrenten, die offizieller deutscher Olympia-Kandidat werden wollen.

Die Zahl der Straftaten in Deutschland ist um 5,6 Prozent gesunken. Das geht aus der heute vorgestellten Polizeilichen Kriminalstatistik hervor. Insgesamt habe es 5,5 Millionen registrierte Straftaten gegeben. Allerdings gab es einen Anstieg bei Vergewaltigung sowie Mord und Totschlag.

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