Seit Montag, dem 23. Oktober, ist die Cinémathéque Leipzig in ihren neuen Räumen in der Karl-Liebknecht-Straße 109 zu Hause, hat dort einen kleinen Vorführsaal und Platz für Ausstellungen. Und die erste Ausstellung wird jetzt am 3. November eröffnet: die Ausstellung „This land is not mine“ der Künstlerin Kat Austen. Die Ausstellung widmet sich der Frage nach einer neuen Identität für die Lausitz nach dem Kohleausstieg.

Die Künstlerin betrachtet dabei auch die Integration von Wissen und Erfahrungen der sorbischen Minderheit.

This land is not mine

Die 20-Kanal-Videoinstallation von Kat Austen nähert sich mittels Film- und Audioaufnahmen der Frage nach einer neuen lokalen Identität der Lausitz, die bisher stark durch den Braunkohleabbau geprägt war.

„Während die alten Gruben in der gesamten Region bereits mit Wasser gefüllt sind, bleibt die Frage offen, was die Löcher füllen wird, die die Gruben in der künftigen Wirtschaft und Industrie sowie in den Herzen der Menschen hinterlassen“, sinniert Kat Austen.

Für die Eröffnung am 3. November wird die Künstlerin anwesend sein und einen Teil des zur Installation gehörigen Albums live aufführen.

Typisch für Austen legt sie in diesem Projekt einen Fokus auf die Frage nach einer sozial und ökologisch besseren Zukunft: Ökologisch durch eine Abkehr von der Ausbeutung der Natur, sozial durch die potenzielle Integration verschiedener Bevölkerungsteile, wie etwa die sorbische Minderheit, deren Kultur und Erfahrungen. Vor Ort sammelte sie Stimmen der Menschen aus der Region sowie verschiedene Umweltdaten mittels eigens modifizierter Messgeräte, die den auditiven Teil der Ausstellung bilden.

Wird beim „Sorbischen Kurzfilmabend“ zu sehen sein: Auf der Kippe. Foto: Real Fiction Filmverleih
Ist beim „Sorbischen Kurzfilmabend“ zu sehen: Auf der Kippe. Foto: Real Fiction Filmverleih

Begleitet wird die Ausstellung durch zwei Filmabende, die thematisch anknüpfen. Der 2023 erschienene Dokumentarfilm „Auf der Kippe“ von Britt Beyer ist ein einfühlsamer Blick in die Lausitz, die Erinnerungen, Ängste und Träume ihrer Bewohner/-innen sowie den Bedarf, sich als Region neu zu definieren. Außerdem gibt ein „Sorbischer Kurzfilmabend“ Einblicke in die Traditionen und Sagen der Volksminderheit, jedoch nicht ohne diese auch zu hinterfragen.

Zu diesem Abend kann die Cinémathéque Leipzig auch sorbische Filmemacher/-innen für ein Gespräch über die Filme und die Rolle der sorbischen Kultur für die Region begrüßen.

Ausstellung „This land is mot mine“, Künstlerin: Kat Austen, 20-Kanal-Videoinstallation
Eröffnung: 3. November, 18 Uhr
Öffnungszeiten: 7. bis 30. November, Dienstag bis Freitag, 11–17 Uhr sowie zu den Filmvorführungen.

Filmprogramm:

„Auf der Kippe“, BRD 2023, Dokumentarfilm, 86 Min., Regie: Britt Beyer, Sprache: OmeU (Deutsch mit englischen Untertiteln), Freitag, 17. November, 18.30 Uhr.

„Sorbischer Kurzfilmabend“, Samstag, 25. November, 18.30 Uhr

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