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Leipzig liest extra: Leipzigs Buchwissenschaftler laden ein zu digitalen Lesungen und Rundgängen

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    Die Leipziger Buchmesse fällt zwar in diesem Jahr wieder aus, aber vom 27. bis zum 30. Mai findet mit „Leipzig liest extra“ eine Sonderausgabe des Lesefestes statt. „Dabei darf die Leipziger Buchwissenschaft natürlich nicht fehlen“, melden sich die Buchwissenschaftler/-innen der Uni Leipzig zu Wort. Und sie laden auch gleich zu einem besonderen Buchmesserundgang ein.

    Einen digitalen Messeempfang haben sie schon für Mittwoch, 26. Mai, um 16 Uhr geplant. „Das Besondere dieses Jahr“, kündigen sie an: „Wir bringen die Messe zu Ihnen! Per Video erhalten Sie Einblick in unser neues Bibliotop, wir stellen unsere neueste Publikation vor und animieren Sie zu einem virtuellen, buchgespickten Stadtrundgang. Seien Sie live auf Zoom dabei oder streamen Sie die Veranstaltung per YouTube!Am Messe-Samstag, 29. Mai, um 17 Uhr folgt die Buchvorstellung des Tagungsbandes „Die Argusaugen der Zensur“. Auch diese Veranstaltung gibt es auf Zoom oder Youtube.

    Aber wer so lange nicht warten mag: Die Buchmesse-Stadtwanderung, die BuWision 2021, haben die Leipziger Buchwissenschaftler online schon auf der Google-Map zugänglich gemacht. Da kann jeder schon mal – wie zuletzt 2019 – von Ladenschaufenster zu Ladenschaufenster spazieren gehen und die Bücherschätze aus dem Bibliotop bewundern, die immer nur einmal im Jahr in die Öffentlichkeit kommen, nämlich zur Buchmesse. Da kann man dann im Schaufenster bestaunen, was für faszinierende Buchreihen deutsche Verlage in den vergangenen Jahrzehnten produziert haben.

    Die Bücher stammen direkt aus den Beständen der renommierten Verlage, sind aber größtenteils schon echte Buchgeschichte, die von den jungen Buchwissenschaftler/-innen erforscht werden kann. So wird Verlagsgeschichte wieder lebendig, aber auch Verleger, Grafiker und Reihengestalter kommen wieder zu verdienten Ehren.

    Und dabei haben die Buchwissenschaftler ein richtig dramatisches Jahr hinter sich, denn ihre Räume in der Hainstraße, wo das Bibliotop lange Zeit untergekommen war, wurden gekündigt. Solche Räume in der Innenstadt sind längst schon bei gut zahlenden Mietern und Unternehmen heiß begehrt. Da war guter Rat teuer, denn die Universität Leipzig hat keine freien Räume, in denen so eine einmalige Bestandssammlung unterkommen könnte.

    Sie hat zwar eine große Universitätsbibliothek, aber wenn die einmaligen Sammlungen, die in ihrem Kern ganze Verlagsprogramme abbilden, dort einsortiert werden, werden die Bestände natürlich systematisiert und einsortiert – und damit auseinandergerissen. Ein Trauerspiel aus Sicht von Buchwissenschaftlern, wenn sie sich wirklich mit echten Verlagsgeschichten beschäftigen wollen.

    Aber Glück im Unglück: Im einstigen Gebäude der Dresdner Bank an der Goethestraße wurden Räume frei, die eigentlich nur eine Bank gebrauchen kann: die Tresorräume im Untergeschoss, riesengroß. Sie erinnern daran, wie viele Wertgegenstände einmal in diesen Tresoren gelagert waren, bevor auch die Dresdner Bank ihr Filialnetz schrumpfte und am Ende von der Commerzbank geschluckt wurde.

    Und das ist nun der einmalige Buchmesserundgang, den die Buchwissenschaftler anbieten: Buchprofessor Siegfried Lokatis persönlich führt im Video durch die faszinierende Sammlung, die seit März in den Tresorräumen ihr neues Zuhause gefunden haben.

    Das neue Biblitop im Tresor der Commerzbank am Augustusplatz.

    „Wir machen auch eine digitale Cityausstellung mit dem realen Startort der ehemaligen Bücherinsel in der Ritterstraße, wo wir eine Ausstellung aus antiken Statuen der benachbarten Archäologischen Sammlung und passenden Büchern von Spector Books aufgebaut haben“, verrät Siegfried Lokatis.

    Die digitale Ausstellung ist die auf Google Maps. Und mit der Schaufensterausstellung in der Ritterstraße rückt ein junger Leipziger Verlag ins Bild, der schon einige Preise für seine besonders gestalteten Bücher gesammelt hat: Spector Books. Die Zeit der schön gestalteten Bücher und Buchreihen ist also nicht vorbei. Jedenfalls nicht, solange echte Leser auch richtige Bücher in der Hand halten wollen und dabei dasselbe gute Gefühl haben wollen, wie man es nun einmal bei wirklich gut designten Produkten hat. Wenn dann auch noch der Inhalt fasziniert, ist das Buch deutlich mehr als die Zahl seiner Seiten. Leser/-innen wissen das.

    Und ein neues Buch hat die Leipziger Buchwissenschaft auch vorbereitet, das zu „Leipzig liest extra“ erscheinen soll: Im Hamouda-Verlag erscheint es mit allen 36 „Leipziger Inselplakaten“, mit denen die Buchwissenschaft 2012 den 100. Geburtstag der Insel-Bücherei öffentlichkeitswirksam im Stadtraum gefeiert hat.

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