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Hundehalter mit Messer angegriffen: Angeklagter pocht auf Notwehr

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    Am Dienstag ging der Prozess um den Leipziger Gassi-Mord in die zweite Runde. Thomas S. (34) soll am 20. November einem Mann (52) am frühen Abend ohne Vorwarnung ein Messer in die Schläfe gerammt haben. Das Opfer verstarb einige Tage später. Der Gewalttat war ein banaler Streit zwischen den beiden Hundehaltern einige Stunden zuvor vorangegangen. In einer kurzen Einlassung setzte der Angeklagte alles auf die Notwehr-Karte.

    Die beiden Verteidiger Andrea Liebscher und Dietmar Rudloff hatten ihrem Mandanten eine kurze schriftliche Erklärung vorbereitet. Der sichtlich nervöse CNC-Zerfräser mühte sich, dem Gericht seine Sicht der Dinge darzulegen. Er kam demzufolge am frühen Abend mit dem Fahrrad vom Friseur.

    In der Nähe seiner Wohnung sah er im Bereich der Dr.-Hermann-Duncker-Straße (Neulindenau) zwei Personen, die beide unvermittelt auf ihn eingeschlagen hätten. Er sei nach unten gedrückt und dabei von dem schweren Fahrradschloss in seinem Rucksack in den Nacken geschlagen worden. Dadurch sei ihm schwarz vor Augen geworden. „Ich hatte Angst um mein Leben“, sagte er hörbar erregt. Dennoch habe er sein Arbeitsmesser aus dem Rucksack ziehen und einem Angreifer einen Stich versetzen können. Wohin er stach, habe er nicht gesehen. „Es war nie meine Absicht, jemanden zu töten oder zu verletzen. Ich wollte mich nur verteidigen“, rechtfertigte sich der Leipziger. Die Einlassung wirft Fragen auf. Wie verteidigt man sich mit einer Stichwaffe, ohne dabei die Absicht zu hegen, jemanden zu verletzen?

    Thomas S. scheint felsenfest überzeugt zu sein, das Richtige getan zu haben. Nach der Auseinandersetzung alarmierte er selbst gegen 18:45 Uhr Polizei und Rettungsdienst, sagte eine Polizistin aus. Gegenüber den eintreffenden Beamten sprach S. am Tatort von einer Notwehrlage. Die Staatsanwaltschaft überzeugte er mit seiner Version nicht. Noch am Abend ordnete die Bereitschaftsstaatsanwältin die vorläufige Festnahme an.

    Im Ergebnis der Ermittlungen gehen die Strafverfolger von einem Mord in Heimtücke und aus niederen Beweggründen aus. Am Vormittag desselben Tages waren sich Täter und Opfer auf einer Gassirunde begegnet. Thomas S., Halter eines Boxer-Mischlings, soll mit dem später getöteten Maik R. und Sohn Hakan (16) aneinandergeraten sein. Mutmaßlicher Anlass: Die beiden Männer hatten ihren kleinen Pekinesen Wolli nicht angeleint. Die Staatsanwaltschaft sieht in diesem Konflikt ein Motiv für den tödlichen Messerangriff. Der Prozess wird fortgesetzt.

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