Die Polizei hat am Samstag in Weimar einen Mann festgenommen, der im Januar in Leipzig versucht haben soll, eine Sexarbeiterin zu töten. Nach einer Öffentlichkeitsfahndung habe es mehrere Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, teilte die Polizei mit. Der 34-jährige Tatverdächtige befindet sich in Untersuchungshaft. Mittwochabend ist eine Mahnwache geplant.

Der Mann soll Mitte Januar eine 26-jährige Frau in einer Wohnung in Altlindenau angegriffen haben. Die Frau arbeitete dort als Prostituierte. Sie habe sich gewehrt, um Hilfe gerufen und den Angreifer am Hals gekratzt. Als eine dritte Person auftauchte, sei der Mann geflohen. Einen Monat nach dem Übergriff veröffentlichte die Polizei eine Öffentlichkeitsfahndung mit einem Video. Im Treppenhaus war eine Kamera installiert.

Nachdem ein Tatverdächtiger am Samstag dank Hinweisen von Zeug*innen festgenommen werden konnte, wurde am Sonntag durch einen Ermittlungsrichter in Leipzig der Haftbefehl in Vollzug gesetzt. Laut Polizei laufen die Ermittlungen weiter.

Die Gruppe „Keine Mehr Leipzig“ hatte bereits zuvor für Mittwochabend zu einer Mahnwache aufgerufen. Diese soll ab 17 Uhr auf dem Lindenauer Markt stattfinden. Die Organisator*innen bitten darum, auf Kerzen und Blumen zu verzichten. Wer möchte, könne eine Rede halten oder Lieder singen.

In den vergangenen Jahren hat es in Leipzig mehrere Femizide gegeben, darunter in einem Fall an einer Sexarbeiterin. 2023 wurde dafür ein Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. Einen weiteren mutmaßlichen Femizid gab es im vergangenen August in Reudnitz. Am Landgericht Leipzig hat kürzlich der Prozess dazu begonnen.

Femizide bezeichnen die gezielte Tötung von Frauen wegen ihres Geschlechts. Dabei geht es häufig auch um patriarchale Vorstellungen, die die Opfer aus Sicht der Täter nicht erfüllt haben. Femizide finden häufig an aktuellen oder ehemaligen Partnerinnen statt.

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