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Legida-Liveticker 7.12.: Mindestens zwei Wochen Ruhe in Leipzig

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    Nun hat sich Legida also doch mit seinem neuen Kundgebungsort arrangiert. Nachdem Markus Johnke in der Vorwoche mit Nikolausmütze und einigen Anhängern eine Tour über den Weihnachtsmarkt einer Kundgebung am Rande der Innenstadt vorzog, möchte Legida heute Abend wieder demonstrieren. Das Ordnungsamt der Stadt Leipzig hatte den erheblich besorgten Bürgern untersagt, sich während des Weihnachtsmarktes auf dem Richard-Wagner-Platz zu versammeln.

    +++ 23:55 Uhr: Nachtrag zum Geschehen während der Demo +++

    Anders als etwa auf dem Ring zwischen Refugees-Welcome-Platz und Neuem Rathaus wurde Legida heute fortlaufend von Gegenprotest entlang der Marschroute begleitet. Dies äußerte sich in verbalen Attacken am Straßenrand und in Botschaften, die aus zahlreichen Fenstern heraushangen. Kurz vor der Goldschmidtstraße verschütteten Anwohner offenbar eine Flüssigkeit auf den Demozug. Zahlreiche Teilnehmer blieben daraufhin stehen und artikulierten ihre Wut. Die Polizei sicherte den Eingang zu dem Haus. Auf der Gegenseite lieferte sich ein Anwohner ein hitziges Wortgefecht mit den Legida-Teilnehmern.

    Fast unbemerkt wurde derweil eine Journalistin von Rassisten bedroht. Ein Teilnehmer, der schon vor Beginn der Kundgebung am Bayrischen Platz Presseausweise sehen wollte – wozu Journalisten lediglich gegenüber der Polizei verpflichtet sind -, bedrängte nun eine junge Frau, die am Straßenrand Fotos vom Geschehen anfertigte. Dabei beleidigte er sie auch als „Fotze“. Weitere Legida-Teilnehmer kamen hinzu und schüchterten die Pressevertreterin ein. Polizisten trennten beide Lager zunächst voneinander, reagierten dann jedoch leider nicht souverän. Angeblich zum eigenen Schutz wollte ein Beamter sowohl die Frau als auch zwei weitere Journalisten, die sich dazu gestellt hatten, zum (vorübergehenden) Verlassen der Demo bewegen.

    Den deutlichen Widerspruch der Journalisten ignorierte er. Ein weiterer Polizist entspannte die Situation dann ein wenig, indem er ruhig über die Beweggründe seines Kollegen aufklärte – wenngleich diese unserer Ansicht nach nicht nachvollziehbar blieben. Die Journalisten schlossen sich schließlich wieder der Legida-Demo an.

    Die Frau wurde im weiteren Verlauf erneut von einem Teilnehmer behelligt. Dieser forderte die Beamten auf, ihren Presseausweis zu kontrollieren. Nun reagierten sie cool – und ignorierten den Besorgten ganz einfach.

    Zur Frage, wie die Polizei so auf den Gegenprotest am 7. Dezember reagierte, geht es hier in den Videos auf L-IZ.de.

    +++ 23:10 Uhr: Das Schlusswort der Polizei +++

    Heute angesichts der geringen Vorkommen rings um die Demonstrationen selbst, die Mitteilung der Pressestelle der Polizei ganz pur. Was fehlt, ist eine Bedrohung einer Journalistin. Aber man erwartet es irgendwie auch fast nicht mehr …

    Pressemitteilung der PD Leipzig 07.12.2015

    +++ 22:29 Uhr: Kevin´s Schlussworte brauchten etwas … +++

    Bis so richtig klar wurde, was der wenig ambitionierte Vertreter von Markus Johnke eigentlich meinte, was er gegen Ende der Veranstaltung quasi so nebenbei mitteilte, hat es zugegebenermaßen etwas gebraucht: „Wir kommen wieder … nächste Woche Montag werden wir pausieren – das sei uns auch mal gegönnt – und übernächste Woche Montag ist Weihnachtssingen in Dresden. So, nun die Hymne …“. Angesichts der Pause bereits in der vergangenen Woche scheint derzeit nicht mehr viel los mit Legida.

    Damit dürfte Legida neben den zwei folgenden Wochen, wo man pausieren und zum Singen nach Dresden fahren möchte, vorerst wohl bis zum neuen Jahr nicht mehr in Leipzig auftauchen. Denn dass man am 28. Dezember – also zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr – wirklich einen Anlauf unternehmen wird, ist eher unwahrscheinlich. Bereits 2014 hatte Pegida diese Zeit ausgelassen, um der erwarteten geringen Teilnehmerzahl im mehrfachen 1.000er-Bereich zu entgehen.

    Bei Legida gegen Ende 2015 wäre ein weiterer Rückgang um ein paar Hundert das optische Ende. Deshalb wohl kann man heute schon sagen – bis 2016 Legida. Frohe Weihnacht wäre unangebracht.

    +++ 21:21 Uhr: Stark geschrumpft in Leipzig +++

    Die Demonstrationspause am Glühweinstand scheint Legida nicht unbedingt gut getan zu haben. Auch beim Livestream fanden sich nur noch rund 300 bis 400 Zuschauer ein, derzeit scheint die Luft raus zu sein. Mit maximal 400 Teilnehmern mussten sich die Islamfeinde heute begnügen. Im Nachgang wird nun das Gestottere auf der Bühne kritisiert, selbst Legida-Fans scheint es heute etwas drunter und drüber gegangen zu sein bei den Ansprachen.

    Der Abend selbst verlief weitgehend friedlich – wenn man mal davon absieht, dass sich fünf Hooligans aus der Legida-Demo lösten und eine Journalistin mit den Worten „Zeig Deinen Presseausweis Du Fotze“ bedrohten und die Polizei einschreiten musste. Dazu folgt noch ein Nachbericht hier in Kürze, wie noch ein paar Videos – unter anderem zum heutigen Verhalten einiger Polizeibeamter.

    +++ 20:34 Uhr: Der Mann mit dem Hut ist zurück +++

    Jörg Hoyer ist wieder da. Und hat ganz „neue“ Themen dabei. Der ehemalige Sprecher von Legida der Anfangszeit („ist das Hitler, der da spricht?“ so eine Demonstrantin im Januar 2015), hat heute eine Menge Sozialthemen zu besprechen. Rente kaputt, Hartz IV nicht ok, Regierung schuld. Soweit der Start. Blöd nur, dass es Hoyer dann doch wieder mit „dem Islam“ und Außenpolitik versucht. Die „Islamisierung über den Geburtskanal“ ist zurück, in 60 Jahren haben wir also einen muslimischen Bundeskanzler. So zumindest Hoyer.

    „Der Amerikaner“ ist bei Hoyer schuld, es geht um preiswerten Zugang zu Öl und Rohstoffen. Darum ging es irgendwie immer oder? Hand aufs Herz – weiß heute jeder, der in der Schule nicht dauerhaft auf dem Schlafkissen weggenickt ist. Unglücklicherweise verpasst es Hoyer, wie alle anderen Populisten, zu erwähnen, dass alle Alliierten „der Amerikaner“ davon partizipierten und bis heute partizipieren. Allen voran Deutschland. Die Deutschen sind gut bei Hoyer, die zweite Seite der Medaille bleibt wieder unaufgedeckt. Auf dieser stünde Verzicht – auf billigen Sprit, auf das nächste Mobiltelefon, den neuen Fernseher – zugunsten fairer Handelsbeziehungen. Auch für eben die, welche sich hier vor der Bühne versammeln.

    Frieden ohne Muslime und ohne Verzicht auf die Ausbeutung der schwächeren Länder und ein böser Amerikaner als weiteres Feindbild – so heute offenbar das Heilsversprechen von Jörg Hoyer in Leipzig.

    Damit endet die Veranstaltung, alle gehen nun von der Polizei begleitet nach Hause. Rund 350 Legida-Teilnehmer waren es heute, sagt die Initiative „Durchgezählt“, welche meist verdammt richtig liegt mit den Schätzungen. Bei NoLegida will man rund 400 gezählt haben – demnach ähnlich viele. Rund 6.000 sollen es heute bei Pegida in Dresden gewesen sein. Vielleicht wirds ja doch noch etwas mit dem „Fest der Liebe“.

    +++ 20:30 Uhr: Beamte gegen den Protest +++

    In einem sonst wenig ereignisreichen Rundgang von Legida mischt sich heute eine Polizei, welche offenbar die Arbeitslosigkeit nicht erträgt. Während von seiten der Gegendemonstranten keine Aktionen ausgehen, sah sich ein Beamter genötigt, auf wenigstens einen von diesen loszugehen. Offenbar störte den Beamten ein Fahrradlicht, was ihn dazu brachte, dieses demontieren zu wollen. Beim Rundgang war es den gleichen Einsatzbeamten nicht aufgefallen, dass es die üblichen Störversuche seitens Legida gegen anwesende Presseleute gab.

    +++ 20 Uhr: Alles abgeriegelt für Legida +++

    Mit etwaigen Blockadeversuchen sieht es heute wohl eher mau aus. Alle Seitenstraßen sind dicht, Meter um Meter reichen die Zäune, an denen der eine oder andere Beamte eher gelangweilt herumsteht. Legida absolviert derweil die angestrebte Runde vom Bayrischen Platz/Nürnberger Straße über die Goldschmidtstraße, Talstraße, Brüderstraße, Nürnberger Straße zurück zum Bayrischen Platz.

    Der Livestream von Legida zum Mit- und Nachschauen

    +++ 19:20 Uhr: Deutschland gehört den Deutschen +++

    Der nächste Sprecher ist der Meinung, dass man die Ausländer, die „ihre Heimat lieben“, bewaffnen sollte und nach Syrien und in den Irak senden, um diese zu befreien. Gemeint hier also „uns“, wie der deutsch sprechende türkischstämmige Redner betont, welcher damit offenbar seinen persönlichen Einsatz in Syrien anbieten möchte. Zudem hätten auch die Türken nicht dabei geholfen, Deutschland aufzubauen – in den 60er Jahren, als man die türkischen Gastarbeiter  nach Deutschland holte – sei Deutschland bereits aufgebaut gewesen. Hier wird deutsche Wirtschaftsgeschichte neu geschrieben. Es wird interessanter.

    Halten wir mal fest. Bei manchen lange in Deutschland lebenden Einwanderern machen sich offenkundig die gleichen Ängste vor „dem Islam“ breit, wie unter den Deutschen, die sich mit Religionen nur ungern befassen. Daraus entstehen dann eben diese fröhlichen Holzschnitte von einer muslimischen Welt und einer christlichen Welt, welche sich unmöglich verständigen können, wie hier vorgetragen. Immer wieder wird betont, dass die Muslime darauf aus währen, „uns“ alles wegzunehmen – so dass dann den Kindern nichts mehr bleibt.

    Nachtrag: Dass der Redner am Ende die Muslime dazu aufruft, mit Legida zusammen auf die Straße zu gehen, passt irgendwie nicht zum vorab Gesagten. So richtig scheint man hier nicht mehr zu wissen, wen man wozu und wogegen aufrufen möchte.

    19:30 Uhr: Die Gegendemo steht brav hinterm Zaun. Foto: L-IZ.de
    19:30 Uhr: Die Gegendemo steht brav hinterm Zaun. Foto: L-IZ.de

    +++19:14 Uhr: Musik und Ansprache bunt durcheinander +++

    Markus Johnke ist nicht da, weil „beruflich verhindert“ und die Ansprache ist kaum zu verstehen. Während der weitgehend unbekannte Sprecher durch die ersten Sätze seiner Rede stolpert, dröhnt Musik über den Stream. Nach einigen Minuten hat man es bei den Machern gemerkt und nun heißt es wieder „Merkel muss weg“. Mal lauschen, was der junge Mann zu den „letzten Monaten in Europa“ zu sagen hat.

    Wichtig ist schon mal, „es gab keine positiven Veränderungen“. Herzlich Willkomen bei Legida. Natürlich sind hier auch die Massenvergewaltigungen zu nennen, die es überall gäbe. Wenn da nicht die böse Presse wäre … Ein Gefühl einer gesprungenen Langspielplatte stellt sich heute verdammt früh ein. Abschiebung ist auch heute wieder die Lösung hier.

    Weitgehend ruhig auf dem Bayrischen Platz um 18:40 Uhr. Foto: L-IZ.de
    Weitgehend ruhig auf dem Bayrischen Platz um 18:40 Uhr. Foto: L-IZ.de

    +++ 19 Uhr: Auch heute keine nationalistische Revolution +++

    Zwei Dinge kann man wohl bereits feststellen, während die „Erkennungsmelodie“ bei Legida über den Livestream dröhnt – heute ist es wohl eher ein Häufchen, welches sich da bei Legida sammelt. Und dass es ein harter Kern ist, aus welchem sich noch vor Kundgebungsstart der erste Teilnehmer bereits nicht mehr zurückhalten kann.

    +++ 18:49 Uhr: Legida läuft sich warm +++

    Wie bereits gewohnt, bauen wir hier mal wieder den Livestream von Legida ein und gestatten uns im Laufe der Übertragung um 19 Uhr (meist 19:10 Uhr) ein paar begleitende Worte zum Gesprochenen auf der Bühne. So hat jeder die Möglichkeit, eigene Argumente diesbezüglich zu finden, vielleicht auch die einen oder anderen mal umzusortieren oder sich selbst mit dem Geschehen zu befassen. Während die Gegenproteste am Bayrischen Platz bereits seit 18:35 Uhr vor Ort sind, sammelt es sich noch schleppend bei Legida. Im Vorfeld hatte es relativ wenige Aktivitäten auf der Facebookseite des Bündnisses gegeben, mehr als 50 bis 60 Likes generieren die Macher derzeit kaum pro Meldung.

    Die Gegendemo um 18:12 Uhr auf dem Weg zum Bayrischen Platz

    Ausnahme in den letzten Tagen: 257 schwer besorgte „Gefällt mir“-Däumchen unter einem Bild nebst Text, in welchem eine „schwer bediente“ Frau herausbekommen haben will, dass ein neuwertiger Mercedes ohne Nummernschild einem Flüchtling gehöre und in Leipzig in einem Innenhof stehe.

    "Kack Nazi" bei der "FIFA-Demo" an der Nürnberger Straße. Foto: L-IZ.de
    „Kack Nazi“ bei der „FIFA-Demo“ an der Nürnberger Straße. Foto: L-IZ.de

    Neben der Tatsache, dass sich die Aussagen nur schwer prüfen lassen, kann man dennoch feststellen – Sozialneid funktioniert eben doch am Besten bei Legida. Was natürlich stark an ebenso unrühmliche Hartz IV – Debatten und das mediale Herumtrampeln auf den angeblich „faulenzenden Arbeitslosen in Vollversorgung“ – immerhin ja Deutsche? – erinnern könnte. Wenn das Gedächtnis bei vielen Legida-Anhängern nur nicht so schwach wäre.

    +++ 18:30 Uhr: Ein Anliegen am Wegesrand +++

    Während sich kurz nach 18 Uhr etwa 250 Demonstranten Richtung Bayrischem Platz auf den Weg gemacht haben, gab es am Wilhelm-Leuschner-Platz eine kleine Friedensdemonstration. Unterdessen ist die Gegendemonstration ohne Zwischenfälle bereits fast am Zielort eingetroffen, wo heute Legida erwartet wird.

    Transparente auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: L-IZ.de
    Transparente auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: L-IZ.de

    +++ 18:15 Uhr: Mal wieder nach den Rechten sehn … +++

    Und so trifft sich Legida nun also auf dem Bayrischen Platz. Geplant ist dies eigentlich auch für die beiden kommenden Montage – allerdings ist Legida immer wieder für eine Überraschung gut.

    Wie schon in den Vorwochen haben sich an der Moritzbastei wieder Gegendemonstranten versammelt, diesmal unter dem Motto „Montag: Mal wieder nach den Rechten sehen!“. Ab 17:30 Uhr hat die Kundgebung begonnen und soll heute bis zum Bayrischen Platz gehen, wo sich beide Lager dann in Ruf- und Sichtweite gegenüberstehen dürften. Als Redner hat sich auf Seiten von Legida diesmal Jörg Hoyer angekündigt, der zu Beginn noch als Pressesprecher fungierte und als Kopf hinter dem ursprünglichen Positionspapier gilt, das unter anderem eine „Beendigung des Kriegsschuldkultes“ forderte.

    Nach seinem Ausstieg Anfang des Jahres „aus gesundheitlichen Gründen“ widmete sich Hoyer dem „Neuen Deutschen Forum“, einer Art Videopodcast auf Facebook, in dem er aller paar Tage seine Sicht auf die Welt zum Besten gibt.

    In der Vergangenheit war es Aktivisten mehrfach gelungen, die Demonstrationsroute von Legida zu blockieren, sobald diese von ihrem angestammten Weg vom Richard-Wagner-Platz zum Neuen Rathaus abkam. Auch heute dürfte rund um den Bayrischen Platz also wieder viel Bewegung sein. Oder eben auch nicht – je nach Perspektive.

    Video von 17:40 Uhr an der Moritzbastei

    Die geplanten Routen im Überblick:

    Legida: Bayrischer Platz/Nürnberger Straße → Goldschmidtstraße → Talstraße → Brüderstraße → Nürnberger Straße → Bayrischer Platz.

    Studentischer Aufzug: Freifläche an der Moritzbastei → Universitätsstraße → Roßplatz (Innenring) → Peterssteinweg → Karl-Liebknecht-Straße → Riemannstraße → Bayrischer Platz / vor Bäcker Lukas

     

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