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Nach dem Farbanschlag: Ausstellung zur Kriegsfotografin Gerda Taro ist wieder sichtbar

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    Der Farbanschlag auf die Ausstellung zur Kriegsfotografin Gerda Taro sorgte weit über Leipzig hinaus für Schlagzeilen und Bestürzung. Dank einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne sind die 21 Infotafeln nun wieder sichtbar.

    Gut anderthalb Monate nach dem Anschlag auf eine Ausstellung zur Fotografin Gerda Taro ist die Installation am Montagabend erneut in Betrieb genommen worden. Unbekannte hatten Anfang August die in der Straße des 18. Oktober aufgestellten Tafeln mit schwarzer Teerfarbe übermalt. Die Verantwortlichen des Fotografiefestivals f/stop initiierten anschließend eine Crowdfunding-Kampagne, bei der die für die Reparatur notwendigen 5.000 Euro zusammenkamen.

    „Die Geste des Ausstreichens durfte nicht unwidersprochen bleiben“, erklärte Kurator Jan Wenzel vor etwa 50 interessierten Zuhörern die Motivation für den zweiten Anlauf. An seiner Seite stand die Kulturwissenschaftlerin Irme Schaber, die seit 25 Jahren das Leben der 1937 im Spanischen Bürgerkrieg getöteten Fotografin erforscht. „Ich bin sehr froh, dass es möglich war, so schnell ein starkes Zeichen zu setzen“, sagte Schaber. In einem etwa 20-minütigen Vortrag hob sie die Bedeutung von Taro für die moderne Kriegsfotografie hervor: „Sie war die erste Frau, die direkt im Kriegsgeschehen fotografiert hat.“

    Die am 1. August 1910 in Stuttgart geborene Gerta Pohorylle zog 1929 nach Leipzig, verließ die Stadt jedoch schon vier Jahre später wieder, nachdem sie bei einer Flugblattaktion gegen die Nazis verhaftet worden war. Im französischen Exil in Paris lernte sie den Fotografen André Friedman – besser bekannt als Robert Capa – kennen und prägte gemeinsam mit ihm die Kriegsfotografie. Beide waren jüdischer Abstammung.

    1936 zog das Paar nach Spanien, um dort den Bürgerkrieg zwischen der demokratisch gewählten Regierung und den putschenden Faschisten unter Francisco Franco zu dokumentieren. Am 25. Juli 1937 – sieben Tage vor ihrem 27. Geburtstag – wurde die Sozialistin Taro von einem Panzer überrollt. Am Tag darauf erlag sie ihren Verletzungen.

    In Leipzig trägt bereits seit 1970 eine Straße den Namen der Fotografin.

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