Montag, der 21. September 2020: Feuer frei bei der Polizei

Für alle Leser/-innenDer sächsische Ex-LKA-Mitarbeiter, der nicht ins Gesicht gefilmt werden wollte, hat einen würdigen Nachfolger: Bei einer Demonstration in Dresden drohte ein Polizist einem Teilnehmer damit, dass dieser sich „eine Kugel fangen“ könnte. Außerdem: Wir haben Fotos und Videos von den Leipziger Demonstrationen am Wochenende zusammengetragen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 21. September 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
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In Dresden und weit darüber hinaus ist eine Diskussion über das Verhalten eines Polizisten bei einer Demonstration entbrannt. Dieser hatte am Sonntag einer teilnehmenden Person gedroht: „Schubs mich und du fängst dir eine Kugel.“ Die Situation ist im folgenden Video zu sehen:

Die Polizei erklärte später in einer Stellungnahme, dass der Beamte ein Beweismittel – einen Nebeltopf – sichern wollte, bedrängte wurde und einen Stoß in Brusthöhe spürte. „Dabei legte er seine Hand über die Waffe, um vorsorglich eine Wegnahme seiner Dienstwaffe zu verhindern.“

Während der Stoß in dem Video zu sehen ist, hat der Rest der Erklärung mit der Realität möglicherweise wenig zu tun. So ist unter anderem zu erkennen, dass der Polizist nicht nur seine Hand über die Waffe legte, sondern diese auch leicht herauszog. Laut Polizei sei das nötig, um sie zu sichern. Zudem bestand die angebliche „Sicherung“ des Beweismittels darin, den Nebeltopf in Richtung der Demonstrierenden zu treten, wie andere Videos des Vorfalls zeigen.

Kretschmer verteidigt Beamten

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) verteidigte den Beamten, der von Menschen „umringt“ gewesen sei. Auch das ist in den Videos nicht zu erkennen, der Beamte geht proaktiv auf eine in einer Reihe stehende Menge Demonstranten zu. Sowohl Kretschmer als auch die Polizei Dresden ernteten harsche Kritik dafür, das Geschehen zu rechtfertigen, obwohl die Videos das Fehlverhalten eindeutig dokumentieren.

Demonstrationen gab es am Wochenende auch in Leipzig – zahlreiche Fotos und Videos davon folgen am Ende des Beitrags.

Stadtwerke, Homeoffice und Küchenholzallee

Worüber die L-IZ heute berichtet hat: über einen erfolgreichen Änderungsantrag zur neuen Stadtwerke-Zentrale, über Rathausmitarbeiter/-innen im Homeoffice und über die Küchenholzallee, die vor 2023 wohl keine Asphaltierung erhalten wird.

Was heute außerdem wichtig war: Die Stadtverwaltung hat eine Studie für eine mögliche Straßenbahnlinie vom Osten über den Süden in den Westen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen Ende 2021 vorliegen. Außerdem hat heute ein voraussichtlich fünftägiger Streik bei Bautzner Senf begonnen. Der Streik richtet sich gegen die Lohnunterschiede zu anderen Standorten. (via MDR)

Fotos und Video von #nurmitkultur

Auf dem Augustusplatz fand am Sonntag eine Kundgebung unter dem Motto #nurmitkultur statt. Redebeiträge gab es unter anderem von Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke und Tobias J. Knoblich, dem Kulturdezernenten in Erfurt. Zudem sprachen Vertreter/-innen verschiedener Kultureinrichtungen. Danach folgte ein Kulturprogramm rund um den Teich.

Fotos und Video von #wirhabenplatz

Ebenfalls am Sonntag fand eine Demonstration für die Aufnahme von Geflüchteten statt. Etwa 300 Personen waren dem Aufruf der Seebrücke und der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland gefolgt. Die Redebeiträge, die unter anderem von Geflüchteten kamen, thematisierten die prekäre Lage in Lagern, wo es Gewalt von allen Seiten und Unterstützung von fast nirgendwo gibt. Dabei ging es besonders um die Situation der Geflüchteten in Griechenland.

Einige der Redebeiträge

Der Stadtrat tagte: Grüne, Linke und SPD setzen ihren Änderungsantrag zur neuen Stadtwerke-Zentrale durch

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