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Gastkommentar von Christian Wolff: Wieder Terror – und wieder die Frage: Wie darauf reagieren?

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    KommentarWieder ein schrecklicher Terroranschlag. Dieses Mal in Wien. Wieder einer, für den offensichtlich islamistisch eingestellte Menschen die Verantwortung tragen. Wie sollen wir mit einem so horrenden Verbrechen umgehen? Wie darauf als Bürger/-in reagieren? Wie Orientierung finden? Was ist zu tun? Dazu sechs Anmerkungen.

    1. Wir müssen als Erstes die Opfer in den Mittelpunkt stellen. Sie und die Angehörigen der Verletzten und Ermordeten sind diejenigen, die die ungeheure Last der Tat zu ertragen haben und darunter zum Teil ein Leben lang leiden. Darum gehört ihnen dauerhaft tatkräftige Anteilnahme, Schutz und materielle wie psychologische/seelsorgerische Unterstützung und Empathie.

    2. Das Massaker von Wien wie die Attentate in Paris und Nizza müssen ohne jeden Vorbehalt, ohne jeden Anschein einer Rechtfertigung verurteilt werden. Keine Tat wird durch Hinweis auf noch schlimmere Verbrechen geringer oder erträglicher!

    3. Für die Tat sind natürlich zuerst und vor allem der bzw. die Täter/-innen verantwortlich. Dennoch muss bei ideologisch abgeleiteten Verbrechen auch das Umfeld der Täter/-innen ausgeleuchtet werden – in diesem Fall islamistische Gruppierungen in den Städten, in denen Terroranschläge geplant und ideologisch abgesegnet werden.

    4. Es kommt darauf an, dass diejenigen, die nichts mit diesen gewalttätigen Gruppierungen bzw. Einzeltätern zu tun haben, die aber auch den Islam als ihre Glaubensgrundlage und religiöse Heimat ansehen, sich sehr klar und unmissverständlich von solchen Gruppen und ihren Taten distanzieren und ihren Glauben gegen gewalttätige Fundamentalisten verteidigen. Das gilt aber nicht nur im Blick auf den Islam. Jede Religion muss klare Trennlinien zu denen ziehen, die den Glauben als ideologische Rechtfertigung von Verbrechen missbrauchen.

    5. Alle, die von den Attentaten nicht unmittelbar betroffen sind, aber solche Taten als Angriff auf ihre Lebens- und Glaubensweise verstehen, sollten sich davor bewahren, von solchen Verbrechen auf – in diesem Fall – Menschen muslimischen Glaubens zu schließen und entsprechende Ausgrenzungen vorzunehmen. Ich möchte als evangelischer Christ auch nicht, dass von einem rechtsextremistischen Massenmörder Anders Breivik, der sich 2011 beim Massaker in Oslo und auf der Insel Utoya auf das Christentum berief, auf den christlichen Glauben geschlossen und somit jeder Christenmensch als potentieller Terrorist angesehen und verdächtigt wird.

    6. Von allen Politiker/-innen muss erwartet werden, dass sie sich nicht von den islamistischen resp. fundamentalistischen Täter/-innen auf die Ebene der Gewalt und des Krieges ziehen lassen. Darum ist es mehr als widersinnig und höchst gefährlich, wenn der französische Innenminister Gérald Darmanin davon spricht, dass „wir … uns jetzt im Krieg gegen den Islamismus (befinden)“. Wer so redet, gönnt den Terroristen einen enormen ideologischen Erfolg. Denn genau das suchen und wollen sie: Krieg.

    Schlussfolgerung: Gerade weil die Terroristen mit brachialer Gewalt alle Grundwerte der Religionen und des menschlichen Miteinanders bekämpfen, sind im Kampf gegen den fundamentalistischen Terrorismus die Grundwerte wie Menschenwürde, Freiheit, Gleichberechtigung, Nächstenliebe, Rücksichtnahme, Gewaltlosigkeit die stärksten Waffen! Sie auch in der Prävention entschlossen anzuwenden, trocknet langfristig gesehen jede Form von Fundamentalismus aus und bewahrt uns das, was Terroristen zerstören wollen.

    Gastkommentar von Christian Wolff: Vom Elend des Fundamentalismus

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      3 KOMMENTARE

      1. @Darjeeling: Nein,werden wir nicht. Es handelt sich hierbei um die Herabwürdigung einer Religion, obwohl es beim Thema um Extremisten geht, welche – unabhängig von Religion und Weltanschauung stets außerhalb jedweder, auch islamischer Normen handeln.

        Ich hatte heute und hier explizit auf unser stärkeres Eingreifen in solchen Fällen – zumal in beständigen Widerholungen und unsere rechtliche Verantwortung – hingewiesen: https://www.l-iz.de/leben/gesellschaft/2020/11/Querdenker-Alles-ausser-hochdeutsch-Corona-Absteige-gesucht-Ringmarsch-ade-357251#comment-17981

        Igor musste uns nun leider verlassen, der Kommentar hier verbleibt – mit der Einordung von mir – bestehen.

        Ihr / Euer Michael Freitag

      2. Zitat: „Man kann sich nicht ungestraft mal eben mit dem Islam verbrüdern und dann den Brüdern das Morden übelnehmen.“
        Liebe Liz, wollt ihr das so stehen lassen?

      3. Breivik ist im Moment da, wo er hingehört. Ich hoffe doch für immer.
        Täter/-innen ? Noch nie was davon gehört. Morden ist im Islam Männersache, wenn Frauen dabei sein sollten, wurden die vermutlich gezwungen.
        Hallo Herr Wolff,
        da haben Sie ja wieder hübsch was zu tun. Mal ein Vorschlag, wie wäre es, wenn wir dazu übergingen Menschen zu schützen, die sich von Gewalt distanzieren und die Gewaltbereiten ausgrenzen. Nicht im Kampf gegen rechten, sondern auch gegen linken und religiösen Allmachtswahn.
        Rückblickend betrachtet hat die bisherige Vorgehensweise deutlich versagt und wird vermutlich langfristig wieder nichts bringen. Wir kämpfen nicht an allen Fronten und werden so keinen Frieden finden.
        Man kann sich nicht ungestraft mal eben mit dem Islam verbrüdern und dann den Brüdern das Morden übelnehmen.

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