Um die Kapazitäten zur Anmeldung von Schutzsuchenden aus der Ukraine in Leipzig zu erhöhen, richtet die Stadt derzeit ein neues Ankommenszentrum in der Turnhalle der Gerda-Taro-Schule im Zentrum-Süd ein, das sich an Schutzsuchende richtet, die in Leipzig privat untergekommen sind, etwa bei Familienangehörigen oder Bekannten. Es ersetzt bereits ab Mittwoch, 23. März, den bisherigen Standort im Neuen Rathaus.

In der Turnhalle werden jetzt 30 Arbeitsplätze eingerichtet, damit kann die bisherige Kapazität des Ankommenszentrums potenziell verdreifacht werden. Personelle Unterstützung dafür gab es von Seiten des Jobcenter Leipzig und verschiedenen Ämtern der Stadtverwaltung.

Am neuen Standort ist nicht nur mehr Platz als im Neuen Rathaus, es steht auch ein größerer überdachter Wartebereich zur Verfügung. Für eine separate Kinderspielecke ist ebenfalls gesorgt. Aufgrund der Corona-Pandemie ist für den Zutritt bis auf Weiteres ein 3G-Nachweis und eine FFP2-Maske erforderlich. Kostenlose Testmöglichkeiten stehen vor Ort zur Verfügung. Die seit 9. März bestehende Anlaufstelle im Neuen Rathaus schließt mit Dienstschluss am Dienstag, 22. März.

Mit dem Ankommenszentrum der Stadt Leipzig werden insbesondere die Dienstleistungen des Amts Bürgerservice, des Referats für Migration und Integration, des Sozialamts und der Ausländerbehörde gebündelt. Schutzsuchende Menschen, die aus der Ukraine eingereist sind, erhalten dort alle Unterstützung aus einer Hand. Dazu zählen aktuell:

  • Anmeldung in Leipzig durch das Bürgerbüro
  • Beantragung eines Aufenthaltstitels durch die Ausländerbehörde, i.d.R. sofortige Ausstellung einer vorläufigen Bescheinigung („Fiktionsbescheinigung“) inklusive Beschäftigungserlaubnis
  • Vorbereitung der Beantragung von Sozialleistungen durch das Sozialamt
  • Beratung für Familien und Erwachsene mit Kindern durch das Amt für Jugend und Familie
  • Erstorientierung in Leipzig durch das Referat für Migration und Integration

Eingewiesene Lotsinnen und Losten helfen bei der Orientierung während des Besuchs. Die Schutzsuchenden erhalten von ihnen Beratung und Informationen zu den ersten Schritten in Leipzig sowie zu den Zuständigkeiten der verschiedenen Behörden.

Menschen, die bereits in den zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaats Sachsen angekommen und registriert wurden, müssen sich nicht im Ankommenszentrum registrieren lassen.

Die Turnhalle in der Telemannstraße 9 wird derzeit regulär von zwei Sportvereinen genutzt – für diese soll das Training zumindest teilweise auf andere Hallen aufgeteilt werden. Der Schulsport der betroffenen drei Schulen wird auf die Freiflächen der Gerda-Taro-Schule verlegt, zudem kann der Unterricht auf andere Sportangebote ausgeweitet werden. Mögliche Kosten hierfür können von der Stadt Leipzig über das von der Ratsversammlung bewilligte Ukraine-Budget gedeckt werden.

Auf der städtischen Homepage (www.leipzig.de/ukraine-hilfe) werden Hilfsangebote und Informationen zum Thema gebündelt.

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