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Wenn Wasser knapp ist, hat auch der Rosentalteich keine Chance

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    Die Anfrage von L-IZ-Leser Claus Reinhardt im Amt für Stadtgrün und Gewässer zum Vorderen Rosentalteich ging nicht unter. Das Amt hat ihm geantwortet und fand seinen Vorschlag nicht wirklich daneben. Aber so einfach ist das mit der Wasserzufuhr nicht, gerade dann nicht, wenn sowieso zu wenig Wasser in den Flüssen ist. Dann fällt selbst die Parthe als möglicher Wasserlieferant aus.

    Warum Claus Reinhardts Idee einer Horizontalbohrung (Flowtex) vom Teich in Richtung Zoo nicht umsetzbar ist, schildert ihm das Amt relativ ausführlich.

    „Wir haben dies geprüft und können Ihnen nach Rücksprache mit dem Zoo sowie der Unteren Wasserbehörde folgendes mitteilen: Eine dauerhafte Speisung des Vorderen Rosentalteiches über die Wasserversorgung des Zoos ist nicht möglich, da dessen Wasserversorgung aktuell bereits recht knapp bemessen ist und somit keine Kapazitäten für eine Wasserabgabe an den Teich bestehen.“

    Das wäre die Wasserversorgung gewesen, die mit einer Horizontalbohrung angezapft werden müsste.

    Aber auch der Zoo hat keine zusätzlichen Wasserquellen, um die Wassergräben im Freigehege dauerhaft mit Wasser zu befüllen.

    „Ein Brunnen, welcher sich in der Nähe der Hacienda des Zoos befindet (ca. 110 m nördlich des Teiches), könnte für eine einmalige Speisung genutzt werden, jedoch ist das Wasser, welches dort gefördert wird, stark eisenhaltig und somit für die Befüllung des Rosentalteiches ungeeignet“, meint das Amt für Stadtgrün und Gewässer zu einer nächsten möglichen Variante.

    Bleibt noch die Parthe.

    „Die Parthe, welche sich ca. 130 m vom Rosentalteich entfernt befindet, eignet sich nur bedingt für eine direkte Wassereinleitung, da sie in diesem Bereich nicht über die benötigte Wasserqualität verfügt und eine Vorreinigung erforderlich wäre“, geht das Amt für Stadtgrün und Gewässer auf ein Problem ein, das auch im Leipziger Nordosten mittlerweile drängt: die Sicherung sauberen Grundwassers und die Herstellung eines gesunden Gewässerzustandes auch in der Parthe, die unter hohen Stickstoffeinträgen auch aus der Landwirtschaft leidet. Ergebnis: ein nitratbelasteter, fast toter Fluss. Damit kann man keinen Teich mit Fischen bespeisen.

    Völlig überdüngt: die Parthe im Leipziger Norden. Foto: Ralf Julke
    Völlig überdüngt: die Parthe im Leipziger Norden. Foto: Ralf Julke

    „Unabhängig davon ist eine Wasserentnahme aus der Parthe in trockenen Phasen bei Niedrigwasser nicht genehmigungsfähig“, geht das Amt für Stadtgrün und Gewässer auf ein weiteres Problem ein. „Somit könnte nur dann Wasser aus der Parthe in den Vorderen Rosentalteich geleitet werden, wenn die Wasserführung der Parthe deutlich über ihrem Mittelwasserstand liegt. Dies ist immer dann der Fall, wenn ohnehin viel Wasser im System ist und der Teich somit mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Wasserstandsprobleme aufweist.“

    Gibt es noch eine andere Option?

    „Weiterhin befindet sich ein Hydrant in ca. 100 m Entfernung zum Teich, welcher mit Trinkwasser beschickt wird. Es ist sorgfältig abzuwägen, ob es – gerade in trockenen Phasen – vertretbar ist, wertvolles Trinkwasser zur Speisung eines Teiches zu nutzen.“

    In der Summe also auch ein Eingeständnis, dass man noch nicht wirklich weiß, wie man die kleinen Teiche im Stadtgebiet, die über keinen eigenen Zufluss verfügen, in Dürrezeiten retten kann. Und schon die vergangenen Jahre hatten zur Folge, dass die Niederschlagsmengen in Ostdeutschland insgesamt um 20 Prozent zurückgingen, in Sachsen stellenweise um 30 Prozent und mehr. Die Erwärmung der Erdatmosphäre hat mittlerweile sehr direkte und für alle sichtbare Folgen.

    Könnte wenigstens der Rosentalteich mit einer klugen Idee gerettet werden?

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