Aufatmen im Projekt Lebendige Luppe: Jetzt geht es um das Auenentwicklungskonzept

Für alle LeserMan hört regelrecht das Aufatmen in der Projektgruppe „Lebendige Luppe“: Zum Jahresabschluss wurde nun aktuell vom Fördermittelgeldgeber Bundesamt für Naturschutz (BfN) über die Projektverlängerung, welche bis Ende 2023 beantragt wurde, positiv entschieden. „Mit der Weiterfinanzierung des Projektes Lebendige Luppe wird der Weg frei für weitere vier Jahre Auenentwicklung im Raum Leipzig und Schkeuditz“, erklärt Maria Vlaic, Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Projekt Lebendige Luppe.
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Die Lebendige Luppe erhält als erstes sächsisches Projekt eine Förderung im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt, das durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit realisiert wird.

Gefördert wird es zudem durch den Naturschutzfonds der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt. Es ist ein Schlüsselprojekt des Grünen Rings Leipzig und des NABU Leipzig und wurde im Mai 2018 als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet.

Eigentlich hätten – so wie 2011 geplant – längst die Bauarbeiten für die geplanten ersten Abschnitte revitalisierter Flussläufe gebaut werden sollen. Aber die Untersuchungen und Diskussionen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass die damaligen Visionen so nicht umsetzbar sind.

Bis heute ist ungeklärt, wo die Lebendige Luppe künftig ihr Wasser herbekommen soll, wenn sich Stadt, Freistaat und Landestalsperrenverwaltung nicht darauf einigen können, wo das Deichsystem an der Nahle eigentlich geöffnet werden soll, um den neuen/alten Flusslauf wieder mit regelmäßigem Zulauf und den notwendigen Hochwassern zu beschicken.

Und zu diesem Grundkomplex gehört auch die Frage: Wann wird die Landestalsperrenverwaltung die Flusssohle von Nahle und Neuer Luppe so deutlich anheben, dass dieser Wasserzulauf überhaupt möglich ist. Denn beide Kanäle haben sich in den vergangenen 80 Jahren tief in die Landschaft eingefräst und entziehen der Aue noch zusätzlich Wasser, sodass auch der Grundwasserspiegel in der Nordwestaue zu tief liegt.

Die Ziele bis zum Ende der kommenden Förderperiode definiert das Projekt Lebendige Luppe jetzt so: So „sind zum einen sowohl der Zschampert in sein historisches Bett weitgehend zurückzuverlegen als auch alle weiteren Bauabschnitte der Lebendige Luppe planfeststellungsreif zu planen. Parallel dazu erarbeiten die Projektpartner (Stadt Leipzig, Stadt Schkeuditz, NABU Sachsen, Universität Leipzig, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)) das Auenentwicklungskonzept auf Grundlage des naturschutzfachlichen Leitbildes für die Elster-Luppe-Aue zusammen mit dem LfULG (Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie) und örtlichen Naturschutzverbänden. Das Ergebnis all dieser Aktivitäten wird ein wesentlicher Beitrag zur Renaturierung der Elster-Luppe-Aue sein.“

Denn wenn das Auenentwicklungskonzept steht, kann sich niemand mehr herausreden. Dann wissen alle Beteiligten, welche Schritte zwingend getan werden müssen, um das Leipziger Auensystem wieder in ein lebendiges Flusssystem zu verwandeln.

Die Wiederherstellung des Zschampert ist dabei nur ein kleiner Projektbestandteil, der aber mit den jetzt verfügbaren Mitteln umsetzbar ist.

Zum Zschampert berichtete das Projektteam Lebendige Luppe im Juni: „Ende des Jahres möchte das Projekt in die Planfeststellung des Zschampert-Bauabschnittes gehen. Ein hierzu nötiger Schritt sind die Baugrund- und Vermessungsuntersuchungen, die im Mai begonnen haben. Dabei wird die Zusammensetzung und Beschaffenheit des Untergrundes in Gutachten ermittelt.

Die Ergebnisse sind für eine konkrete Planung der erforderlichen Brückenbauwerke und die Festlegung der Fließgewässerführung nötig. Des Weiteren wurden aktuell naturschutzrelevante Arten nachkartiert. Der im Moment bearbeitete Bauabschnitt befindet sich im FFH-Gebiet des Leipziger Auwaldes und ist Lebensraum für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten. Bereits zu Beginn des Projekts wurden die naturschutzrelevanten Arten kartiert.

Eine genaue Kenntnis der aktuellen Artvorkommen wird für die Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt, die sicherstellt, dass die Eingriffe nicht zu gravierenden Schäden im Gebiet führen. Daher ist eine ergänzende Nachkartierung vor Beginn der Baumaßnahmen notwendig für eine FFH-Verträglichkeitsprüfung ebenso wie der Fachbeitrag zur Wasserrahmenrichtlinie.“

Im Rahmen des Projekts Lebendige Luppe arbeiten die Städte Leipzig und Schkeuditz, die Universität Leipzig, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ und der NABU Sachsen gemeinsam an Förderung und Erhaltung auentypischer Biotopstrukturen auf dem Gebiet der Städte Leipzig und Schkeuditz. Durch die Wiederbelebung ehemaliger Flussläufe und die Beförderung von naturnahen Überflutungsereignissen sollen dem Auwald neue Lebensadern geschenkt, der Wasserhaushalt des Auensystems soll insgesamt verbessert und die biologische Vielfalt in diesem wertvollen Ökosystem gefördert werden.

Beim nächsten Auengespräch geht es erstmals um die Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für die Leipziger Nordwestaue

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Foto: L-IZ.de

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Foto: Daniel Wagner

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