Zahlen der Polizei sprechen gegen ein gewalttätiges Connewitz und Grüne bringen Antrag für Quartierladen ein

Für alle LeserJohannes Hansmann ist nicht der Einzige, der sich darüber wundert, warum Zeitungen wie die LVZ jetzt auf einmal so eine Kampagne fahren, um (wieder einmal) Leipziger Stadtteile wie den Osten oder Connewitz zum brandgefährlichen Pflaster zu machen. Gleich nach dem Auftaktartikel am 27. November („Wie die Gewalt nach Connewitz kam“) fasste sich ja selbst SPD-Stadtrat Christopher Zenker an den Kopf: In was für einer Stadt leben die LVZ-Redakteure eigentlich?

„Man könnte meinen, Herr Tappert war noch nie in Connewitz. Der Stadtteil ist bunt und vielfältig, hier leben Menschen in Lofts und Eigenheimen oder auch in alternativen Wohnprojekten und kommen gut miteinander zurecht. Es gibt eine vielfältige Kulturszene und ein buntes Nachtleben“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Christopher Zenker, der seit seiner Geburt im Leipziger Süden wohnt. „Einen gesamten Stadtteil oder alternative Lebensformen zu stigmatisieren, zeugt schlicht von Kleingeist.“

In ihrem Artikel hatte die LVZ versucht, die „Gewalt“ in Connewitz historisch aus den Jahren 1992/1993 herzuleiten. Damals sorgten einige spektakuläre Polizeiaktionen gegen das autonome Klientel in und um die Stockartstraße für Schlagzeilen. Damals gab es die L-IZ noch nicht. So wurde die Berichterstattung damals allein von der LVZ dominiert. Mit Folgen. Auch mit Bestätigungsfolgen für einen damals amtierenden Ordnungsbürgermeister namens Holger Tschense, der diesen staatlichen Zugriff auf Connewitz bis heute für richtig hält. So wurde das „gewalttätige“ Connewitz beim konservativen Leipziger Bürgertum zu Topos.

Genauso wie dieser Zugriff bei den Autonomen in Connewitz der Auslöser für eine Legendenbildung war, die ebenso bis heute funktioniert. Für jeden Besucher des Quartiers im Leipziger Süden immer wieder neu zu erleben mit dem Gerangel um den NoCops-Schriftzug an der Connwitzer Streetball-Anlage.

Aber dominieren die Autonomen den 19.000-Einwohner-Ortsteil eigentlich? Sind die Einwohner des auch bei neu Zuziehenden begehrten Ortsteils also besonders gewaltbereit, wie nicht nur die LVZ nur zu gern suggeriert?

„Ja, es gibt Straftäter in Connewitz – genauso, wie in Seehausen, Gohlis oder jedem anderen Stadtteil“, sagt Zenker. „Recht und Gesetz gelten überall. Straftaten sind zu ahnden und keinerlei politische Gründe können hierfür als Rechtfertigung dienen. Obwohl die Kriminalitätsrate seit Jahren sinkt, empfinden einige Leipziger mehr Unsicherheit. Die Ursache dafür ist aber nicht ein vielfältiger Stadtteil, sondern vor allem, dass der Freistaat Sachsen über Jahre die Polizei kaputtgespart hat und es kaum noch Streifenpolizisten gibt.“

„Diesen Verlust kann ein Ordnungsamt nicht auffangen. Wer heute in Leipzig eine Straftat bei der Polizei anzeigt, hat noch 25.737 offene Vorgänge vor sich. 24.513 offene Verfahren, allein bei der Leipziger Justiz, sind ein Totalversagen des Justizministers Sebastian Gemkow und nicht des städtischen Ordnungsamts. Wer zu verantworten hat, dass Strafverfahren teils Jahre dauern, wie auch die Prozesse um den rechtsextremen Überfall auf Connewitz zeigen, kann sich Sonntagsreden sparen, vor allem dann, wenn die Zahlen unbearbeiteter Verfahren in der sächsischen Justiz seit Jahren so dramatisch hoch sind.“

Datenquelle für die von Christopher Zenker genannten Zahlen ist eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Rico Gebhardt (Die Linke) im Sächsischen Landtag Drs.-Nr.: 7/66 „Offene Vorgänge bei Polizei und Staatsanwaltschaften September 2019“.

Aber selbst zu den Kriminalitätszahlen gibt es Erhellendes, wenn man nicht die LVZ-Berichterstattung über einzelne besonders spektakuläre Demonstrationen als Maßstab nimmt. Einige dieser Aktionen sind natürlich so spektakulär, dass sie immer wieder als mahnendes Beispiel dienen, um die Gewaltbereitschaft in Connewitz anzuprangern. Selbst dann, wenn überhaupt kein LVZ-Reporter vor Ort war und die Polizeimeldung und die Aussagen des Innenministeriums einfach nicht zum tatsächlichen Geschehen passen wollen.

So wie bei dieser Spontandemo.

Aber ist Connewitz denn nicht krimineller als die sonstige Stadt? Nicht einmal ansatzweise. Ein Blick in den „Ortsteilkatalog 2018“ (mit den Zahlen für 2016 und 2017) zeigt: Das Kriminalitätsniveau im gesamten Leipziger Stadtgebiet lag bei 139 Straftaten je 1.000 Einwohner. Die Zahl lag 2017 schon niedriger als in den Vorjahren, als Leipzig augenscheinlich Ziel organisierter Diebesbanden gewesen war und besonders die Diebstahls- und Einbruchszahlen in neue Höhen geschossen waren.

Connewitz lag aber deutlich unter diesem Wert. Dort wurden 2017 nur 98 Straftaten auf 1.000 Einwohner gezählt. In der benachbarten Südvorstadt waren es übrigens 96.

Und wie ist das nun mit den von der LVZ angeprangerten Gewalttaten?

Auch da fällt der Vergleich zugunsten von Connewitz aus. Im Stadtgebiet kamen 1,1 Gewalttaten auf 1.000 Einwohner, in Connewitz waren es im selben Zeitraum 2017 nur 0,83.

Das heißt: Es lebt sich in Connewitz in keiner Weise gefährlicher als im sonstigen Stadtgebiet. Aber warum hat jetzt auch wieder die Staatsgewalt Connewitz im Visier? Das hat zum Teil wieder mit einer neuen wirren V-Mann-Geschichte zu tun, über die der „Kreuzer“ am 25. Oktober berichtete und die dann die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Die Linke) zum Inhalt einer Landtagsanfrage machte:

„Wie das Magazin ‚Kreuzer‘ in einem Onlinebeitrag vom 25. Oktober 2019 berichtet, habe zurückliegend eine polizeiliche Vertrauensperson berichtet, dass Personen ‚Waffen und Sprengstoff‘ beschaffen würden. Daraufhin seien ,Sicherheitsbehörden Anfang 2018 äußerst aktiv‘ geworden, um in Leipzig eine schwere staatsgefährdende Gewalttat von links zu verhindern. Hausdurchsuchungen, Verhöre, intensive Ermittlungen gegen fünf Personen seien erfolgt. Der Fall sei dem Tatort Leipzig-Connewitz und dem Phänomenbereich der PMK-Iinks zugeordnet worden. Die Ausgangsinformationen der Quelle hätten sich indes nicht bestätigt. Der Fall zeige laut ‚Kreuzer‘, dass sächsische Behörden‚ offensichtlich in Kreisen, die sie für linksextreme Strukturen halten, mit V-Leuten arbeiteten.“

Am 25. November antwortete Inenminister Roland Wöller auf die Anfrage.

Da stellte sich dann heraus, dass nicht nur der Tatverdacht älter war, sondern das Verfahren sogar längst wieder eingestellt worden war, weil den fünf Verdächtigten schlicht nichts nachgewiesen werden konnte.

Reaktion auf Hausdurchsuchungen in Connewitz 2016. Foto: Ralf Julke

Reaktion auf Hausdurchsuchungen in Connewitz 2016. Foto: Ralf Julke

Roland Wöller: „Aufgrund der Informationen wurde bei der Staatsanwaltschaft Dresden am 21. November 2017 ein Ermittlungsverfahren gegen fünf Beschuldigte wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer nicht konkret bestimmbaren (nicht rechtsverjährten) Tatzeit mit Tatort in Leipzig eingeleitet. Das Ermittlungsverfahren ist mit der statistischen Kennzeichnung ,innerer Frieden – linksextremistische Straftaten‘ gekennzeichnet. Mit Verfügung vom 13. Juni 2018 wurde das Ermittlungsverfahren hinsichtlich aller Beschuldigten gemäß § 170 Absatz2 Strafprozessordnung eingestellt, weil sich der anfängliche Tatverdacht nicht bestätigt hat.“

Warum aber dann die neuerliche Hysterie im Herbst 2019?

Das deutet Wöller zumindest an, wenn er erst einmal erklärt, warum man zum gefragten Fall keine weiteren Angaben machen wolle. Aber die jüngsten Anschläge auf diverse Immobilienunternehmen hat man ja gleich im linksextremen Milieu verortet. Was ja Wöller auch dazu animiert hat, umgehend eine „Soko LinX“ zu gründen.

Seine Worte in der Antwort an Kerstin Köditz: „Im vorliegenden Fall sind wichtige Geheimschutzbelange betroffen, weil Auskünfte begehrt werden, welche die Identifikation einer Person erleichtern würde, mit welcher die Strafverfolgungsbehörden im Interesse an einer wirksamen Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus zusammenarbeiten.“

Da ist gleich mal das schöne Wort, mit dem seit 2001 alles Mögliche an staatlichen Maßnahmen begründet wird: „Terrorismus“. Das rechtfertigt dann augenscheinlich eine Menge.

Wöller: „Informationen der Quelle standen im Zusammenhang mit Vorgängen, die den Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat aus dem Bereich des Linksextremismus begründeten (siehe die Antwort auf die Frage 4). Straftaten aus diesem Bereich sind nach polizeilicher Erfahrung vornehmlich dadurch gekennzeichnet, dass sie die Rechtsgüter Leib, Leben und Eigentum betreffen und zu teils schweren Schäden an diesen Rechtsgütern führen. Die Täter arbeiten in der Regel in untereinander streng abgeschirmten Gruppen koordiniert und arbeitsteilig zusammen.“

„Innerhalb der Gruppen besteht ein hohes Radikalisierungs- und Dynamisierungspotential. In den letzten Jahren ist die Gewaltbereitschaft angestiegen, wie zuletzt der körperliche Angriff auf eine Prokuristin eines Leipziger Immobilienunternehmers mit mutmaßlich linksextremistischem Hintergrund zeigt. Dies macht die Gruppen zunehmend unberechenbar und erhöht die von ihnen ausgehenden Gefahren zusätzlich. Zudem besteht innerhalb der Gruppen ein hohes Maß an wechselseitiger Kontrolle. Aussteiger und Verräter unterliegen hohen Gefährdungen für Leib und Leben seitens der übrigen Mitglieder der Gruppe und seitens ihrer Sympathisanten. Daher sind die Strafverfolgungsbehörden zur Ermittlung dieser Kriminalität auf Quellen angewiesen und diese jederzeit bei ihrem Bekanntwerden akuten Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt.“

Erstaunlich viele Worte in einem Fall, in dem man trotz umfassender Hausdurchsuchungen nichts gefunden hat.

Am Connewitzer Kreuz. Foto: Ralf Julke

Am Connewitzer Kreuz. Foto: Ralf Julke

Und was macht man nun mit diesem Connewitz, wo doch nun die große Tageszeitung meint, hier sei die Gewalt zu Hause?

Die Grünen-Fraktion im Stadtrat macht jetzt einen Vorschlag, auch wenn sie Connewitz – genauso wie Christopher Zenker – überhaupt nicht für ein gewalttätiges Viertel hält.

„Connewitz ist bunt“, stellt die Grünen-Fraktion in ihrer Pressemitteilung fest. „Einer unserer bekanntesten Stadtteile lebt von kreativem und sozialem Potenzial, überdurchschnittlich im Vergleich der gesamten Stadt. Das bürgerschaftliche Engagement und das bunte Image ist im Stadtteil selbst und darüber hinaus in die ganze Stadt gewachsen. Aktuell wird Connewitz in der interessierten Öffentlichkeit beständig mit Gewalttätigkeiten verknüpft.“

Man habe deshalb einen Antrag eingereicht, der darauf abzielt, durch die Einrichtung eines Quartiersladens als Pilotprojekt die Stärken des Stadtteils Connewitz zu aktivieren und proaktiv und präventiv gegen Ausschreitungen wirksam zu werden. Sofern der Quartiersladen den Effekt erzielt, urbane Gewalt vor Ort zu mindern, sollen weitere Quartiersläden in anderen Stadtteilen folgen können.

„Connewitz droht, als Stadtteil durch die öffentliche Wahrnehmung und mediale, verkürzte Berichterstattung stigmatisiert zu werden“, sagt dazu Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende der Grünen.

„Das wird dem lebendigen Stadtteil in keiner Weise gerecht. Gerade von Connewitz geht sehr viel Kreativität und Engagement aus. Wir wollen darum den Stadtteil und seine Bewohner/-innen als zivilgesellschaftliche Gruppe aus sich heraus stärken und dazu das Instrument der Gemeinwesenarbeit anwenden. Wir sind uns sicher, dass mit einer Unterstützung durch ein sozialarbeiterisches Angebot am wirksamsten gegen urbane Gewalt vorgegangen werden kann. Denn Repression ist einseitig, Stärkung des sozialen Zusammenhaltes vielseitig.“

Der Stadtrat hatte 2016 nach den Ausschreitungen in Connewitz (den Auftakt dieser Ausschreitungen machte übrigens der Überfall von über 200 Rechtsradikalen auf Connewitz) nach einer intensiven Debatte festgelegt, dem Phänomen der urbanen Gewalt nachzugehen und eine Studie beauftragt. Diese ist weiterhin nicht veröffentlicht.

„Die Ergebnisse der Studie ,Urbane Gewalt in Leipzig‘ erwarten wir mit großem Interesse, weil deren Erkenntnisse natürlich für die Ausrichtung des Pilotprojektes essentiell sein werden“, sagt Katharina Krefft.

Antrag der Grünen-Fraktion.

Spontandemonstration in Connewitz: Noch mehr Widersprüche

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

Connewitz
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Kahler Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule soll mit Containeranbau bebaut werden
Baumfällungen auf dem Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 26. Februar kreischten die Sägen. Der Blick aus den Fenstern des Hauses der Demokratie zeigte Heftiges: Auf dem benachbarten Schulhof der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wurde ein Dutzend Bäume gefällt. Einfach so: Linden, Bergahorne, prächtige Bäume. Waren sie krank? Werden derzeit nicht überall im Stadtgebiet Bäume gefällt, weil sie die Rußrindenkrankheit haben oder von Trockenheit geschädigt sind? Die Aufklärung gab es erst eine Woche später. Und die hatte es in sich.
Linke Abgeordnete fordert endlich spürbare Maßnahmen gegen rechtsradikale Kriminalität
Rechtsradikale Brandstifter blieben in Sachsen lange unbehelligt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie offizielle Kriminalitätsstatistik der sächsischen Polizei ist das eine. Meist ist sie nur ein riesiger Berg von Daten, bei denen nicht mal klar ist, wie relevant sie sind. Etwas mehr Klarheit gewinnen die Abgeordneten des Sächsischen Landtages, wenn sie regelmäßig die Straftaten in den Bereichen der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) abfragen. Kerstin Köditz, die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, ist natürlich besonders an rechtsmotivierten Straftaten interessiert.
Corona in Leipzig: Gähnende Leere in Bussen und Bahnen, aber der ÖPNV läuft
Die Dresdner Straße kurz vor der Kurve. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserVor vier Tagen titelte die BILD: „6 Millionen Euro Verluste für die Leipziger Verkehrsbetriebe“. Klar, auch die LVB sind nicht gefeit vor Einbußen durch die derzeitige Situation: Inzwischen gehören nahezu leere Bahnen und Busse zum alltäglichen Stadtbild. Trotzdem läuft der Öffentliche Nahverkehr unermüdlich weiter. Und das wird auch so bleiben, erklärt Marc Backhaus, Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe.
Gewerkschaft warnt davor, das Arbeitszeitgesetz in der Lebensmittelbranche auszuhebeln
Damit der Einkaufskorb nicht leer bleibt: Beschäftigte in der Ernährungsindustrie und im Lebensmittelhandwerk arbeiten aktuell auf Hochtouren. Foto: NGG

Foto: NGG

Für alle LeserWahrscheinlich braucht es tatsächlich solche einschneidenden Krisen, damit auch die Politik wieder sieht, wer in unserer Gesellschaft tatsächlich systemrelevant ist. Das sind tatsächlich die Menschen in den Berufen, ohne die auch in Ausnahmezeiten nichts läuft. Darunter auch die Beschäftigten in der Lebensmittelproduktion. Sie sorgen für Nachschub im Supermarkt: Die rund 800 Leipzigerinnen und Leipziger, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten.
Jahnallee, Ranstädter Steinweg, Connewitzer Kreuz, Innenstadtring: Überall fehlen jetzt Fahrspuren für den Radverkehr
Die freigeräumte Corona-Spur an der Haltestelle Hauptbahnhof. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserEigentlich wäre es ein kluger Schritt gewesen, gerade in Zeiten von Corona ein paar Fahrspuren gerade in Innenstadtnähe für Radfahrer freizuräumen. Aber dazu hat sich Leipzigs Verwaltung noch nicht durchgerungen. Dafür schuf die Stadt jetzt an der Haltestelle Hauptbahnhof Platz für die an Bahnsteig 1 wartenden Fahrgäste. Dafür wurde tatsächlich eine ganze Fahrspur zur Verfügung gestellt. Das freut den Leipziger Ökolöwen – ein bisschen.
Sachsens aufgeblasene Statistik zur politisch motivierten Kriminalität
Entwicklung der politisch motoivierten Kriminalität aus Sicht der sächsischen Polizei. Grafik: SMI

Grafik: SMI

Für alle Leser„Die Zahl der Straftaten im Freistaat Sachsen ist im Jahr 2019 erneut gesunken“, meldete das Sächsische Innenministerium am 26. März und staunte geradezu, wie in fast allen Deliktbereichen die Zahlen geschrumpft waren, ohne dass Innenminister Roland Wöller erklären konnte, warum das so war. Aber ein Themenfeld fand er dann doch noch irgendwie bemerkenswert: die „politisch motivierte Kriminalität“.
Barfuß vor Penelope: Mit offenen Augen und unersättlicher Liebe zum Überfluss der Welt
Volker Sielaff: Barfuß vor Penelope. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Dichter, die tun so, als wären sie nicht von dieser Welt. Und es gibt jene, denen nichts wichtiger ist, als über diese Welt zu schreiben, ihr eigenes Dasein mittendrin, ihr Ausgesetzt- und Ausgeliefertsein. Die gar nicht anders können, als stets betroffen und gemeint zu sein von allem, was ihnen zustößt. Der Dresdner Autor Volker Sielaff ist so einer. Und wer hinter dem Penelope-Titel fein sortierte antike Verse erwartet, wird eines Besseren belehrt. Sofort. Mit einer zehnseitigen Liebeserklärung.
Mittwoch, der 1. April 2020: Zahlen zur rechten Gewalt in Sachsen
Kerstin Köditz (Linke). Foto: DiG/trialon

Foto: DiG/trialon

Für alle LeserDie Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz und die Opferberatungsstelle RAA haben heute jeweils ihre Zahlen zu rechter Gewalt im vergangenen Jahr vorgestellt. Die positive Nachricht ist, dass es zumindest keinen Anstieg gab. Außerdem gibt es nun mehr Platz für ÖPNV-Fahrgäste am Bahnhof und die Klimabewegung kämpft für Geflüchtete auf den griechischen Inseln. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 1. April 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.
Der NABU Sachsen kritisiert die Enthaltung des Freistaats bei der Abstimmung zur Düngeverordnung im Bundesrat
Acker bis zum Horizont – und ein paar Gänse. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn sich Regierungskoalitionen nicht auf ein einheitliches Abstimmungsverhalten im Bundesrat einigen können, dann enthält sich der jeweilige Minister in der Abstimmung des Bundesrates in der Regel. So geschehen auch am Freitag, 27. März, als sich Sachsen bei der Abstimmung zur neuen Düngeverordnung im Bundesrat enthielt. Obwohl Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) eigentlich für eine strengere Verordnung ist.
März-Arbeitslosenzahlen sind eine Momentaufnahme genau zum Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserSeit zwei Wochen steckt zwar auch Sachsen im Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Aber das bildet sich noch nicht in den Arbeitsmarktzahlen für Ende März ab. Der Grund ist simpel: Der Stichtag der Statistik liegt in der Monatsmitte, in diesem Fall also am 12. März. Deshalb werden die Auswirkungen der Corona-Krise in den Märzzahlen noch nicht sichtbar, teilt die Arbeitsagentur Leipzig mit.
Meine große Naturapotheke: Was an gesunden Kräutern alles wächst, wie man es zubereitet und anwendet
Sieglinde Leibner: Meine große Naturapotheke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch wächst da draußen vor unserer Haustür allerlei, was gesund und hilfreich ist. Auch wenn wir mit unserer Art zu wirtschaften auch die pflanzliche Artenvielfalt angreifen. Der Gegentrend sind natürlich all die Menschen, die die Kräuterapotheke der Natur wieder für sich entdecken. Sieglinde Leibner tut das seit Jahren systematisch. Sie hat es etwas einfacher als wir Großstädter: Sie wohnt in Haidenfeld in Thüringen, hat also Wald und Wiesen direkt vor der Tür.