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Wieder ein Erfolg fürs Jugendparlament: Die Maximilianallee bekommt mehr Grün

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    Es ist nicht die einzige große Straße in Leipzig, in der es an schattenspendendem und beruhigendem Grün fehlt. Gerade an der Auffahrt der Maximilianallee zur Berliner Brücke fehlt es, obwohl östlich der Straße genug Platz für Bepflanzung wäre. Also beantragte das Jugendparlament genau das. Und das Umweltdezernat findet das machbar.

    „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, das Stadtgrün im Bereich Maximilianallee / Berliner Brücke in folgender Weise umzugestalten: Fahrbahnseitig soll eine natürliche Raumtrennung zum Zwecke der optischen und akustischen Erholung gepflanzt werden“, hatten die Mitglieder des Jugendparlaments vorgeschlagen.Und das Dezernat Umwelt, Klima, Ordnung und Sport stimmte dem jetzt zu und schlägt selbst vor: „Mit der Anpflanzung einer Gehölzhecke als natürliche, räumliche und optisch wirksame Abgrenzung zum Straßenraum verbessert sich die Nutzungs- und Gestaltungsqualität im quartiersnahen öffentlichen Freiraum an der Peripherie von Eutritzsch. Die Umweltqualität der Freifläche wird durch die Feinstaubbindung der Heckenstruktur verbessert. Die Biodiversität wird mit dem Einbringen von für den Standort geeignete klimaangepasste, überwiegend einheimische Gehölzarten dem Angebot als Lebensraum für Pflanzen und Tiere gesteigert.“

    Darauf hätte man auch schon kommen können, als man diesen doch recht kahlen Park vor 25 Jahren gestaltet hat. Pflegeleicht, aber extrem artenarm, laut und ungeschützt.

    Dabei sieht man selbst im Umweltdezernat, dass hier längst hätte gehandelt werden können: „Die öffentliche Grünfläche an der Berliner Brücke wird durch die stark befahrene Straßentrasse der Maximilianallee optisch und akustisch beeinträchtigt. Durch eine natürliche Raumtrennung in Form einer höhendifferenzierten Gehölzpflanzung können die negativen Auswirkungen des Straßenverkehrs auf die Grünfläche gemindert und die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Mit der Anlage der Gehölzpflanzung wird eine nachhaltige räumliche Abgrenzung und ein Sichtschutz zum verlärmten Straßenraum erreicht. Durch die Verschattung der Sitzbereiche, einer Feinstaub- und CO²-Bindung sowie einem insgesamt grüneren Erscheinungsbild der Freifläche ist eine Verbesserung der Naherholungseignung der Grünfläche erreichbar.“

    Und auch innerhalb des bislang schattenlosen „Parks“ würde endlich so etwas wie Aufenthaltsqualität entstehen: „Mit der Entwicklung als höhendifferenzierte, partiell baumüberstandene Hecke können die Sitzbereiche verschattet werden und bieten auch bei hohen Temperaturen Aufenthalts- und damit Erholungsqualität in Quartiersnähe. Die Gehölzpflanzung wirkt positiv in den Verkehrsraum der Maximilianallee als optisch wahrnehmbare, raumbildende Grünstruktur. Sie schützt zukünftig die dahinterliegenden Grünflächenareale besser vor der Rückstrahlung der sich im Sommer aufheizenden versiegelten Verkehrsflächen.“

    Freilich wolle man erst einmal prüfen, wo und wie man das eintakten kann.

    „Mit der Grundlagenermittlung, Vermessung, Erarbeitung der Aufgabenstellung und Prüfung der Zuordnungsmöglichkeit als Ausgleichsmaßnahme kann in 2021 begonnen werden“, gesteht das Umweltdezernat zu. „Auf dieser Grundlage wird die Planung in 2022 weitergeführt und baulich umgesetzt. Die detaillierte Aufschlüsselung der Planungs- und Baukosten, zeitlichen Abläufe erfolgt im Zuge der Vorentwurfs- und Entwurfsplanung.“

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    1 KOMMENTAR

    1. Diese Amts-Anekdote taugt wieder mal als Lacher.
      Denn das Bauch- und Kopfgefühl beim Lesen der Antwort bombardiert die Annahme, dort im Amt arbeiten normale Menschen.

      Erstens ist das Amt dafür verantwortlich. Man fragt sich, ob sich jemand aus dem Amt die Fläche in den vergangenen 25 Jahren einmal angesehen hat und dann genau das feststellt hätte, was man nun auch valide und ausufernd fixiert.
      Und vor allem – zweitens – sofort mittels bürokratischem Sprachdurchfall und einem halben wissenschaftlichen Aufsatz darüber hinaus verteidigt.
      Sei es die Feinstaubbindung, die Biodiversität, die Bindung von CO2 oder, man glaube es kaum, die Nutzungsqualität der optisch wahrnehmbaren, raumbildenden Grünstruktur.
      Aha!
      Dabei wäre das gar nicht nötig; wir alle wünschen uns mehr Grün und wissen bereits, warum.

      Offensichtlich ist es der Verwaltungsstruktur wichtig zu zeigen, dass man nicht für umsonst koexistiert und noch etwas Kompetenz vorhanden ist.

      Das baldige Ergebnis wird uns sehr wahrscheinlich erfreuen, der Weg dahin ist nur mit Kopfschütteln zu ertragen.
      Danke Jugendparlament – für die Nacharbeit.

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