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Nach 90 Jahren mürbe: Wenn die LVB in der Waldstraße bauen, soll auch die Waldstraßenbrücke neu gebaut werden

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    Da kommt was zu auf die Bewohner des Waldstraßenviertels und die Gohliser, denn 2022 verwandelt sich die komplette Waldstraße in eine große Baustelle. Denn die Leipziger Verkehrsbetriebe verlegen hier dann komplett neue Gleise im neuen Gleisabstand. Und jetzt nutzt auch die Stadt diese Gelegenheit der Vollsperrung, um die Waldstraßenbrücke zu erneuern.

    Dabei hatte man fast schon vergessen, was die LVB hier 2022 vorhaben. Darüber berichteten sie nämlich zuletzt im August 2019 im Stadtbezirksbeirat Leipzig-Mitte. Danach war eher ein ganz anderes Thema im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit: die Feuerbachschleife am Sportforum, die gleich im Zuge der Gleisbauarbeiten in der Waldstraße mit erneuert werden soll.Und zwar am alten Ort und in der alten Dimensionierung. Inzwischen hat die Stadt ja auch öffentlich gemacht, dass sie die Besucher der Fußballspiele lieber über leistungsfähiger ausgebaute Straßenbahnhaltestellen an der Jahnallee abwickeln möchte.

    Begründung für die Beibehaltung der alten Feuerbachschleife: man hätte keine anderen Grundstücke zur Verfügung gehabt, um anders planen zu können.

    Aber die Gelegenheit, wenn die LVB die kompletten Gleise vom Waldplatz bis zur Parthebrücke an der Primavesistraße neu bauen, will die Stadt jetzt nutzen, auch die Waldstraßenbrücke gleich mitzubauen.

    „Das vorhandene Brückenbauwerk wurde 1931–1932 als zweifeldrige Plattenbalkenbrücke aus Stahlbeton zur Überführung der Waldstraße über den Elstermühlgraben errichtet“, beschreibt das Verkehrs- und Tiefbauamt (VTA) das Objekt, das jetzt nach fast 90 Jahren Nutzung so ziemlich zerschlissen ist und reif für einen Ersatzneubau.

    „Das Bauwerk weist zahlreiche Schäden an den Hauptträgern, am Endquerträger, der Fahrbahnplatte sowie im Bereich der Längs- und Querträger auf, sodass im Zuge der letzten Hauptprüfung ein mangelhafter Bauwerkszustand bescheinigt wurde. Diese Schäden wirken sich auf die Standsicherheit, Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit des Bauwerkes aus. Eine weitere Schadensausbreitung und Folgeschäden können nicht ausgeschlossen werden.“

    Da aber die LVB GmbH von 2022 bis 2023 plant, in der Waldstraße zwischen Waldplatz und Stallbaumstraße die Gleisanlagen zu erneuern, gibt es „auch neue Anforderungen an die Gleistrassierung auf dem Brückenbauwerk.“

    Heißt: Man tut gut daran, die bisher nutzbaren 20 Meter Brückenbreite zu erweitern. „Zur Optimierung der aktuellen Anforderungen an die Infrastruktur wird das künftige Bauwerk mit einer nutzbaren Breite von ca. 23 m um rund 3 m gegenüber dem Bestandsbauwerk verbreitert. Die Baumaßnahme soll Ende August 2022 begonnen werden. Die Bauzeit beträgt 16 Monate bis voraussichtlich Ende 2023.“

    Dann werden auch endlich Fuß- und Radwege getrennt voneinander angelegt. Und auch der alte Mittelpfeiler der Brücke verschwindet, sodass es künftig auch deutlich mehr Platz für den absehbaren Bootsverkehr unter der Brücke gibt, wenn auch der Elstermühlgraben endlich (vielleicht 2024) komplett freigelegt und mit Booten befahrbar sein wird. Und der Stadtrat tut wohl gut daran, dem Bau- und Finanzierungsbeschluss zuzustimmen, denn so ein Zeitfenster eröffnet sich so schnell nicht wieder.

    Dafür geht die Brücke so langsam hinüber und müsste sonst zu einem späteren Zeitpunkt gesperrt und abgerissen werden: „Eine weitere Verschlechterung der baulichen Mängel zieht bei Nichtdurchführung der Maßnahme Tragfähigkeitsverluste des Bauwerks und damit unter Umständen Lastbeschränkungen der Waldstraße nach sich. Des Weiteren können die Synergie-Effekte zur parallelen Baudurchführung mit den Maßnahmen der LVB GmbH in der Waldstraße nicht genutzt werden.“

    Der Wermutstropfen bei der Sache: Leipzig muss den Brückenbau komplett aus eigenem Haushalt bezahlen, Fördermittel gibt es keine: „Die Gesamtkosten für Planung und Bau betragen 5.145.000 €. Der städtische Anteil beträgt 5.145.000 €.“

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