Regelrecht schwer tut sich Leipzigs Verwaltung, den Stadtratsbeschluss von 2018 umzusetzen, das Völkerschlacht-Panorama von Yadegar Asisi in Sichtweite zum Völkerschlachtdenkmal in einer eigene Rotunde auszustellen. Wegen Denkmalschutzbedenken sei das auf dem sogenannten Stadtbalkon an der Brücke zur Alten Messe nicht möglich, teilten die Dezernate Bau und Kultur kürzlich mit und deuteten zumindest eine Alternative an.

Denn neben dem denkmalgeschützten Stadtbalkon gibt es auch noch ein freies Baufeld, auf dem sehr wohl für zehn Jahre eine Rotunde aufgestellt werden könnte, die das Panorama-Bild der Völkerschlacht auch für Besucher des nahen Völkerschlachtdenkmals erlebbar machen könnte. Man könne das ja prüfen, haben die beiden beteiligten Dezernate vorgeschlagen. Die beantragte Machbarkeitsstudie wäre also befürwortbar.

Das wirkt für die Stadträt/-innen Michael Schmidt (Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen), Marco Götze (Fraktion Die Linke), Frank Tornau (CDU-Fraktion), Heike Böhm (SPD-Fraktion) und Sascha Matzke (Fraktion Freibeuter) auf jeden Fall wie das erwartete Signal, dass dieses Projekt durchaus umsetzbar ist – wenn die Verwaltung nur will.

Weshalb sie jetzt ihren gemeinsamen Antrag neu gefasst haben, damit die Machbarkeitsstudie auch beauftragt wird, das Baufeld 6b neben dem Stadtbalkon tatsächlich als Alternativstandort unter die Lupe genommen wird und auch ein realistisches Betreibermodell gefunden wird.

Denn die Stiftung Völkerschlachtdenkmal ist von der Struktur her nicht geeignet, das Panorama auf Zeit zu bewirtschaften. Was so unmöglich nicht sein dürfte, denn das haben ja auch die Wittenberger hinbekommen, Asisis Panorama zur Reformation in Wittenberg zu betreiben.

Mittendrin und hoch über der Stadt: Besucher im Asisi-Panorama „Leipzig 1813“. Foto: Ralf Julke
Mittendrin und hoch über der Stadt: Besucher im Asisi-Panorama „Leipzig 1813“. Foto: Ralf Julke

„In Wittenberg beispielsweise wurde eine Gesellschaft gegründet, welche Investment und Bau trägt, sowie eine gGmbH, welche letztlich die Anmietung und Betreibung übernommen hat“, erläutern die Antragsteller diesen Weg, das Völkerschlacht-Panorama zu bewirtschaften.

„In ganz ähnlicher Weise wäre dies beispielsweise mit LEVG und Stiftung Völkerschlachtdenkmal möglich und zu untersuchen. Da hier auch Stiftungs- und Steuerrecht sowie Gemeinnützigkeit eine nicht unwesentliche Rolle spielt, wäre eine Einbeziehung dieses Sachverhaltes in die Untersuchung durch einen erfahrenen externen Partner hilfreich.“

Beim Baufeld 6 b sehen sie freilich mögliche Zielkonflikte: „Da das Baufeld 6b langfristig für BioCity und ggf. auch für Schulbau benötigt wird, wäre hier zum Standort zumindest ein Zielkonflikt absehbar, den man möglicherweise nur mit einem alternativen Standort (lösen könnte, d.Red.), welcher aber ebenfalls repräsentativ und in unmittelbarer Nähe zum Denkmal platziert sein müsste. Die bisherigen Räume des Forum 1813 könnten dann, temporär oder dauerhaft, einer alternativen Nutzung oder Vermietung zugeführt werden (Veranstaltungs-, Tagungs-/Kongressräume, Depot etc.).“

Im Grunde ein Antrag, der dazu auffordert, tatsächlich gangbare Alternativen zu suchen und sich nicht auf einem „Geht nicht“ auszuruhen.

Und so betont es der Antrag auch: „Für eine solche Machbarkeitsstudie lohnt es sich aber, den Blick so zu weiten, dass alle Potenziale untersucht werden, um im Ergebnis den bestmöglichen Weg gehen zu können.“

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