Der Fernwärmeausbau in Leipzig wird für immer mehr Ortsteile langsam konkret. Die Südvorstadt gilt zwar als Pilotprojekt und hier soll der Fernwärmeausbau eigentlich noch in diesem Jahr starten. Doch in der Fernwärme-Ausbau-Planung von Stadt und Stadtwerken sind auch weitere Ortsteile in Orange eingetragen. Das heißt: Hier soll der Fernwärmeanschluss zwischen 2026 und 2030 beginnen. Für das Waldstraßenviertel kündigen die Stadtwerke zum Beispiel den Ausbau ab 2027 an. Was jetzt den Stadtbezirksbeirat Mitte auf den Plan gerufen hat. Denn das wäre die Chance für mehr Grün im Quartier.
Zwar besitzen gleich mehrere Straßen im Waldstraßenviertel prächtige Baumreihen links und rechts der Straße – die Feuerbachstraße etwa, die Tschaikowskistraße und natürlich die Waldstraße selbst. Aber andere Straßen sind völlig baumlos.
Darunter auch die Funkenburgstraße und die Hinrichsenstraße. Und da der Fernwärmeausbau nun einmal auch mit einem starken Eingriff in den Straßenraum einhergeht, wäre genau das die Gelegenheit, auch die Funkenburgstraße, die Hinrichsenstraße und den Liviaplatz mit Baumpflanzungen zu beglücken.

Genau das hat der Stadtbezirksbeirat Mitte jetzt beantragt: „Im Zuge der Planung und Umsetzung des Fernwärmeausbaus in der Funkenburgstraße, Hinrichsenstraße und am Liviaplatz soll die Pflanzung zusätzlicher Straßenbäume in die Planung integriert werden. Dabei soll die ohnehin erforderliche Wiederherstellung des Straßenraums genutzt werden, um beide Bereiche klimaangepasst und städtebaulich aufzuwerten.“
Eine Chance für den Straßenraum
Für den Liviaplatz gab es ja schon ein temporäres Verweil-Projekt, mit dem ausgelotet werden sollte, ob dieser Platz nicht vielleicht einmal Aufenthaltsqualitäten bekommen kann. Und das vielleicht eben nicht nur mit ein paar Blumenkübeln, sondern mit richtigen Bäumen, wie der SBB Mitte empfiehlt.
„Mit dem Ausbau der Fernwärme für das Waldstraßenviertel stehen in der Funkenburgstraße, der Hinrichsenstraße und im Bereich des Liviaplatzes umfangreiche Tiefbauarbeiten an. Die vorliegende Planung sieht den Beginn des ersten Bauabschnitts für März 2027 vor. Diese notwendige Baumaßnahme bietet zugleich die Chance, den Straßenraum dauerhaft zu verbessern. Die Funkenburgstraße und die Hinrichsenstraße gehören zu den wenigen Straßen im Waldstraßenviertel ohne den prägnanten straßenbegleitenden Baumbestand, der das Quartier sonst charakterisiert. Gerade durch die geschlossene gründerzeitliche Bebauung entsteht hier ein vergleichsweise dichter und im Sommer stark aufgeheizter Straßenraum.“
Und es geht ja nicht nur um Aufenthaltsqualitäten, sondern auch um Schatten und Kühlung in den zunehmend heißeren Sommern.
„Zusätzliche Bäume würden hier Schatten spenden, das Mikroklima verbessern und die Aufenthaltsqualität erhöhen“, betont der Stadtbezirksbeirat in seinem Antrag.
„Auch der Liviaplatz soll durch zusätzliche, nachhaltige Begrünung nach der erfolgreichen Modellphase deutlich aufgewertet werden. Die Stadtverwaltung selbst formuliert für die Zeit nach den Tiefbauarbeiten das Ziel, den Straßenraum ‚lebenswerter und nutzerfreundlicher‘ zu gestalten. Der Fernwärmeausbau sollte deshalb nicht nur als notwendige Infrastrukturmaßnahme betrachtet werden, sondern als Gelegenheit, Klimaschutz und Klimaanpassung mit einer qualitativen Aufwertung des öffentlichen Raums zu verbinden.“
Die Stadt selbst betont immer wieder, dass sie den Fernwärmeausbau auch dazu nutzen will, den Straßenraum aufzuwerten. Baumpflanzungen im Umfeld der zu verlegenden Fernwärmeleitungen wären ein solcher Schritt.
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