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Hilfeaufruf aus dem Schmetterlingshaus: Nach dem langen Lockdown fehlt das Geld für neue Puppen

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    Manchmal verblüfft es schon, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie hatte, wer alles schließen musste und welche finanziellen Folgen das hatte. So ein ewiger Lockdown macht deutlich, wie viel unseres Alltags von geöffneten Orten abhängt. Und wenn es nur ein Schmetterlingshaus im Botanischen Garten ist. Aber auch hier werden die Eintrittsgelder dringend zur Aufrechterhaltung des Betriebes gebraucht. Jetzt muss ein Crowdfunding helfen.

    Das Schmetterlingshaus im Botanischen Garten der Universität Leipzig ist nicht nur ein Ort für Schmetterlingsfreunde. Es ist auch ein Ort der Ruhe, eine jener wenigen Leipziger Einrichtungen, wo man auch mal hingehen kann, um den Dynamo ganz bewusst runterzufahren. Auch einer der Orte, die im ewig langen Corona-Lockdown gefehlt haben.Die Atmosphäre ist eine ganz besondere im Schmetterlingshaus im Botanischen Garten. Tropenfeeling auch ohne Langstreckenflug mit sommerlichen Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, viel Grün und den freifliegenden Schmetterlingen, die bei Alt und vor allem Jung so beliebt sind. Wie ein kleiner Kurzurlaub fühlt sich der Besuch im Haus an.

    Doch in diesem Jahr droht die Fülle der Schmetterlinge zu wackeln. Das seit 1996 bestehende Schmetterlingshaus wird vom Förderkreis des Botanischen Gartens betrieben und der wurde durch die coronabedingten Schließungen hart getroffen. Seit Beginn der Pandemie 2020 durften die Tropenhäuser nur drei Monate öffnen, da fehlen Eintrittsgelder, durch die sich der Verein finanziert und langsam werden die Reserven knapp.

    Ein Dienstag im Mai 2021

    Die erste Puppenlieferung seit September 2020 ist gerade eingetroffen, das Paket wird geöffnet und 132 Schmetterlingspuppen, vornehmlich Passionsblumenfalter, werden behutsam aus ihren Schaumstoffmulden gehoben und an die hängenden Korkeichenstämme angenadelt. Die Stämme werden aus dem Arbeitsbereich ins Schmetterlingshaus überführt und mit feinem Wassernebel angesprüht.

    Was bis dahin noch leblos und wie vertrocknete Blätter aussah, erwacht sofort zum Leben: Es zappelt und wackelt in den Puppen, die den Reiz erkannt haben und schon einmal versuchen, ob es schon Zeit ist, zu schlüpfen. Ab sofort kümmert sich jeden Tag jemand um die Tiere: Sie werden angesprüht, um die Luftfeuchtigkeit hochzuhalten und das Schlüpfen zu erleichtern, es wird kontrolliert, ob sich die schlüpfenden Falter ordentlich entwickeln und es wird für Nahrung gesorgt – sowohl Obst- und Nektarlösung für Falter als auch Futterpflanzen für die Raupen stehen bereit.

    Der Clip zum Crowdfunding für das Schmetterlingshaus

    Wie es weitergeht im Schmetterlingshaus, ist in diesem Jahr aber leider fraglich. Da sich nicht alle Schmetterlinge im Haus vermehren und dieser Prozess auch einige Zeit dauert, müssen konstant Puppen zugekauft werden.

    Da aber die finanzielle Lage des Fördervereins delikat ist, bittet er nun um die Mithilfe der vielen Besucher, die sich Jahr für Jahr am bunten Flattertreiben erfreuen. Dazu wurde eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext ins Leben gerufen und unter dem passenden Namen „Lasst die Schmetterlinge fliegen“ veröffentlicht.

    Der Förderverein hofft auf mindestens 5.000 Euro, um die ersten beiden Öffnungsmonate mit Puppenlieferungen und Futter für die Tiere gewährleisten zu können. Wenn mehr gespendet wird, werden die Einnahmen für weitere Puppenlieferungen in diesem bzw. nächsten Jahr verwendet.

    Die Crowdfunding-Aktion startete am Mittwoch, 26. Mai, und soll bis zum 12. Juni dauern.

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