583 Menschen haben die Online-Petition schon unterzeichnet, welche die Seebrücke Leipzig am 2. April veröffentlicht hat. In ihr wird die Stadt Leipzig aufgefordert, eine Patenschaft für das neue Schiff der Dresdner Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline zu übernehmen. Unter dem Slogan „Schiffspatenschaft wiederbeleben“ fordert die Seebrücke eine dauerhafte Unterstützung in Höhe von 20.000 Euro jährlich sowie regelmäßige Spendenkampagnen.
„Seit Jahren ertrinken tausende Menschen auf der Flucht im Mittelmeer, und Schuld daran hat die EU-Abschottungspolitik!“, mahnt Johanna Seifert, Aktivistin der Seebrücke Leipzig. „Da die Bundesregierung sich ihrer Verantwortung entzieht, setzen wir nun auf die Stadt Leipzig, um das Sterben im Mittelmeer zu verhindern!“
Die deutsche Bundesregierung hat im vergangenen Jahr die finanzielle Unterstützung ziviler Seenotrettung vollständig eingestellt. Seither sind zivile Seenotrettungsorganisationen dringend auf Spenden angewiesen, um ihre lebensnotwendige Tätigkeit weiterzuführen. Mehrere Kommunen haben im Zuge dessen bereits Zivilcourage demonstriert und institutionelle Schiffspatenschaften übernommen.
So hat die Stadt Regensburg im Juli 2025 eine Patenschaft für die Sea Eye 5 übernommen und im Rahmen einer Spendenverdopplung über 63.000 Euro für die Finanzierung der Einsätze gesammelt. Auch zahlreiche weitere Städte wie München, Osnabrück oder Krefeld beteiligen sich solidarisch an den Kosten für Seenotrettung.
Die Stadt Leipzig übernahm 2020 eine ideelle Schiffspatenschaft für das Seenotrettungsschiff „Rise Above“ der Dresdner humanitären Organisation Mission Lifeline International e.V. Die Patenschaft ging jedoch nie mit finanzieller Unterstützung einher und ist faktisch beendet, seit das Schiff 2023 außer Dienst gestellt wurde.
Die Seebrücke Leipzig – eine unabhängige Gruppe Leipziger Einzelpersonen, die sich für die Rechte geflüchteter Menschen engagiert – hat bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit über 20 weiteren Organisationen der Leipziger Zivilgesellschaft die Stadt aufgefordert, ihre Selbstverpflichtung zum Schutz von Migrant/-innen konsequent umzusetzen.
Aufgrund ausbleibender weiterer Schritte hat die Seebrücke nun die Petition initiiert, um die finanzielle Unterstützung von Seenotrettung kommunalpolitisch durchzusetzen und das, so die Petition, „humanitäre Versagen der Bundespolitik“ zu kompensieren.
Unterzeichnen kann man die Petition unter diesem Link.
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