1.6 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Der Stadtrat tagt: Ein Strich auf der Prager Straße oder ran an den Wall? + Video

Mehr zum Thema

Mehr

    VideoEs handelt sich um einen gordischen Knoten, wenn es um den Radweg auf der stadtauswärtigen Seite der Pragerstraße auf Höhe des Völkerschlachtdenkmals geht. Der Radweg – sofern überhaupt so zu nennen – befindet sich auf dem Gehweg, eine Baumallee säumt den Gehwegrand, die Außenbegrenzung markiert der Wall am Völkerschlachtdenkmal. Gleichzeitig ist die zweispurige Straße Richtung Probstheida hochfrequentiert. Nimmt man also dem Auto den Platz oder baggert man am Wall herum?

    Die Frage, welche sich auf dem Teilstück zwischen Tabaksmühle bis Georg-Sacke-Klinik stellt, ist wohl mal wieder eine generelle: wie gestaltet man das Verhältnis zwischen den verschiedenen Verkehrsarten. Vorangetrieben für diesen Teil Leipzigs hatte sie Stadträtin Nicole Bärwald-Wohlfarth (SPD), mit dem klaren Ziel, am Völkerschlachtdenkmal eine für Radfahrer und Fußgänger in diesem Bereich unhaltbare Situation zu beenden.

    Die logischen Konsequenzen am schmalen Gehweg: Nimmt man dem Pkw-Verkehr mit einem Radweg weiteren Platz zugunsten des Radverkehrs (und dem bereits trassierten ÖPNV in der Mitte)? Oder beginnen womöglich Fällungsarbeiten an den Bäumen, wird am Wall herumgegraben und sogar die Hecke beseitigt?

    Irgendwie in diesem Geviert bewegt sich seit dem heutigen Beschluss des Stadtrates die Möglichkeit der Verwaltung, welche nun bis zum 4. Quartal 2019 eine Idee dazu vorlegen soll. Seitens der CDU und der Grünen natürlich ein beliebtes Feld für eine kleine Auseinandersetzung schon mal vorab. So stellte Achim Haas (CDU) für seine Fraktion die Erwartung in den Raum, dass die Verwaltung hierbei natürlich auch die Baggerarbeiten am Wall prüfen solle, einen Strich auf der Straße wolle man nicht.

    Damit, so Haas, zwinge man „die Radfahrer in den gefährlichen Autoverkehr hinein“. Man könne aber auch mal prüfen, ob eben nicht etwas Erde am Wall weggegraben werden könne. An der Friedhofseinfahrt müsse man dann schauen, was man dort machen könne. Eine Fällung der Baumallee schlug hingegen niemand vor. Insbesondere forderte Haas, hier nicht zwei Radverkehrsmöglichkeiten zu schaffen, also entweder den Radverkehr auf die Straße zu bringen oder auf dem Gehweg eine Lösung zu schaffen. Dass dies der CDU lieber wäre, wurde deutlich.

    Die derzeitige Situation vor Ort am Völkerschlachtdenkmal an der Pragerstraße. Foto: Ralf Julke
    Die derzeitige Situation vor Ort am Völkerschlachtdenkmal an der Pragerstraße. Foto: Ralf Julke

    Michael Schmidt (Grüne) lieferte sich daraufhin mit Achim Haas noch einen kleinen Wortwechsel. „Die Hecke am dem Wall und die Baumallee sind denkmalgeschützt und das wissen Sie“, so Schmidt, der damit Haas indirekt unterstellte, hier Unsinn zu verbreiten, wenn er Erdarbeiten am Wall vorschlägt. Ein Einwand, den Haas als Nonsens zurückwies, aber nicht weiter darauf eingehen wollte.

    Dorothee Dubrau (parteilos) stellte zum Beginn des Prüfungsprozesses klar: Eigentlich seien die Radfahrer dahin zu bringen, wo sie hingehören – auf die Straße. Das Rad sei ein Verkehrsmittel. Zudem sei es eben gesetzlich vorgegeben, dass man auch den Gehweg parallel zum Radweg auf der Straße für Radler freigeben könne, die sich eben nicht ins Verkehrsgewimmel stürzen wollen – hier also Kinder und unsichere Verkehrsteilnehmer.

    Am Ende votierten 29 Stadträte für und 24 gegen den Prüfauftrag, 3 weitere enthielten sich. Ein interessant knappes Ergebnis deshalb, weil ohne eine Prüfung alles so bleiben würde, wie es jetzt ist. Dies muss nun die Stadt in allen debattierten Varianten prüfen, auch, ob die örtliche Haltestelle eventuell versetzt werden muss. Denn auch mit dieser gibt es ein Problem. Nach der Neuvergabe der Werbevermarktung an den Leipziger Haltestellen läuft ein Klageverfahren, noch kann der neue Auftragnehmer der Stadt also seine Haltestellenhäuschen nicht aufbauen.

    Was Nicole Bärwald-Wohlfarth dazu veranlasste, dem von der Verwaltung der Stadt Leipzig vorgeschlagenen Prüfungszeitraum bis Ende 2019 zuzustimmen. Alle hoffen nun darauf, dass die Gerichtsverhandlungen bis dahin abschließend entschieden sind.

    Das Thema kehrt also Ende kommenden Jahres in den dann bereits neu gewählten Stadtrat Leipzigs zurück.

    Die Radwegfrage am Völki am 24.10.2018 im Stadtrat

    Video: Livestream Stadt Leipzig

    Bis Jahresende kann die Stadt doch einen Vorschlag für einen separaten Radweg am Völkerschlachtdenkmal vorlegen

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ