Der halbe Stadtrat wechselt, aber die Frauen bleiben deutlich in der Minderheit

Für alle LeserDie Namen der neuen Stadträte und Stadträtinnen stehen fest. Neben vielen bekannten Gesichtern werden nach der Sommerpause auch mehr als zwei dutzend neue Personen im wichtigsten Gremium der Stadt auftauchen. Während der Anteil der Frauen weiterhin gering bleibt, dürften die personell und rhetorisch erstarkte AfD-Fraktion sowie der Einzug einiger „Klare Kante“-Politiker in den Reihen von Grünen und Linkspartei für Emotionen sorgen.

Die Namen der 70 neuen Stadträte und Stadträtinnen stehen fest. Neben vielen bekannten Gesichtern werden nach der Sommerpause auch mehr als zwei dutzend neue Personen im wichtigsten Gremium der Stadt auftauchen. Während der Anteil der Frauen weiterhin gering bleibt, dürften die personell und rhetorisch erstarkte AfD-Fraktion sowie der Einzug einiger „Klare Kante“-Politiker in den Reihen von Grünen und Linkspartei für Emotionen sorgen.

Der Leipziger Stadtrat wird nach der Wahlentscheidung von immerhin 278.655 Leipzigerinnen und Leipzigern und einer Wahlbeteiligung von 59,7 Prozent in wenigen Monaten ein anderes Gesicht zeigen als im Moment. Fast die Hälfte aller derzeitigen Stadträte und Stadträtinnen werden dem Gremium nach der Sommerpause nicht mehr angehören.

Die meisten Abgänge gibt es in den Fraktionen von CDU und Linkspartei – jeweils acht. Vor allem bei der CDU ist das ein Ergebnis des schlechten Abschneidens bei der Kommunalwahl. Künftig wird die bislang größte Fraktion nicht mehr aus 19, sondern nur noch aus 13 Mitgliedern bestehen. Die Linksfraktion verliert lediglich zwei ihrer derzeit 17 Sitze.

Gleichzeitig gibt es bei den großen Parteien nirgendwo so wenige neue Gesichter wie bei der CDU: Mit Siegrun Seidel und Thomas Hoffmann kommen nur zwei Personen dazu, die aktuell noch nicht im Stadtrat sitzen. Bei der Linken sind es sechs.

Ähnlich wie bei der Linken sieht es bei Grünen und AfD aus. Dort stoßen acht beziehungsweise sieben neue Stadträte und Stadträtinnen zu den Fraktionen. Das erklärt sich vor allem aus dem starken Wahlergebnis beider Parteien. Während die AfD-Fraktion von vier auf elf Personen wächst und alle bisherigen Politiker der Partei erneut in den Stadtrat gewählt wurden, wird es bei den Grünen nach der Sommerpause mehr „neue“ (acht) als „alte“ (sieben) Fraktionsmitglieder geben.

Übrig geblieben bei der FDP: René Hobusch und Sven Morlok müssen nun eine neue Fraktion schmieden. Foto: L-IZ.de

Übrig geblieben bei der FDP: René Hobusch und Sven Morlok müssen nun eine neue Fraktion schmieden. Foto: L-IZ.de

Die Hälfte der Freibeuter geht von Bord

Aus der Freibeuter-Fraktion haben es lediglich die beiden FDP-Mitglieder René Hobusch und Sven Morlok erneut in den Stadtrat geschafft. Parteikollegin Naomi-Pia Witte und Piratin Ute Elisabeth Gabelmann werden voraussichtlich im Juni ihre letzte Sitzung als Stadträtinnen erleben. Auch die Fraktionslosen Alexej Danckwardt (Ex-Linke), Enrico Böhm (Ex-NPD) und Hassan Soilihi Mzé (Ex-SPD) werden dem neuen Stadtrat nicht angehören.

Einige jener Personen, die bald nicht mehr im Stadtrat sein werden, sind in den vergangenen Jahren kaum in Erscheinung getreten. Als Journalist, der jede Sitzung verfolgt hat, fällt es bei manchen Namen schwer, sich nur an eine einzige Rede zu erinnern.

Aber es verlassen auch Politiker/-innen den Stadtrat, die das Gremium in den vergangenen Jahren mit Humor, launigen Reden und scharfen Ansagen geprägt haben. Dazu zählen aus der Linksfraktion Margitta Hollick und Siegfried Schlegel sowie aus der CDU-Fraktion Ansbert Maciejewski und Achim Haas. Gab es mal ein hitziges Wortgefecht, war eine dieser Personen häufig daran beteiligt.

Zukünftig könnten sich die Fronten etwas verschieben. So spielte im aktuellen Stadtrat die AfD mangels Personen und wortgewandter Redner keine große Rolle. Nun kommen Rechtsaußen in den Stadtrat, von denen deutlichere Worte zu erwarten sind, darunter Roland Ulbrich, der einst Frauke Petry als sächsische Landesvorsitzende herausforderte. Und sich auf Demonstrationen mit Neonazis eine Bühne teilte. Ebenso dürfte der Leipziger Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Siegbert Droese öfter ans Rednerpult treten.

Auf der anderen Seite betreten Politiker wie Jürgen Kasek (Grüne) und Michael Neuhaus (Linke) die Bühne des Stadtrates. Sie sprachen auf der Anti-AfD-Demonstration am Tag nach der Wahl im Zusammenhang mit der Rechtspartei von „Arschlöchern“ und „Drecksfaschisten“. Insgesamt dürfte so manche Debatte demnach härter verlaufen, als bislang.

Eine Frau mehr

Ebenfalls keine gute Entwicklung: Die Frauenquote im Stadtrat hat sich nicht nennenswert verbessert. Sie steigt von 31 auf 33 Prozent. Künftig werden nicht mehr 22, sondern 23 von 70 Personen weiblich sein. Hinzu kommt Oberbürgermeister Burkhard Jung als stimmberechtigtes Mitglied.

Unter den fünf großen Parteien ist die Linke die einzige, die künftig weniger Frauen im Stadtrat haben wird als bislang: sechs statt acht. Bei der SPD steigt die Anzahl von zwei auf vier, bei allen anderen um jeweils eine Person, also bei AfD auf eine, bei CDU auf vier und bei Grünen auf acht. Die SPD kann ihren Frauenanteil somit von 18 auf 44 Prozent steigern. Der Frauenanteil bei der CDU erhöht sich von 16 auf 31 Prozent.

Die AfD wird künftig mit einem Frauenanteil von neun Prozent im Stadtrat vertreten sein – also neun Prozentpunkte mehr als bislang und neun Prozentpunkte mehr als bei FDP (drei Stadträte), PARTEI (zwei Stadträte) sowie WVL und Piraten (jeweils ein Stadtrat).

Der Festsaal neben dem Stadtratssaal. Ab Juni 2019 für mindestens ein Jahr das neue Zuhause des Stadtrates. Foto: L-IZ.de

Der Festsaal neben dem Stadtratssaal. Ab Juni 2019 für mindestens ein Jahr das neue Zuhause des Stadtrates. Foto: L-IZ.de

Fraktionsbildungen und Mehrheiten

Die Zahlen stehen allesamt unter Vorbehalt. Gut möglich, dass sich einige Mitglieder der kleinen Parteien den großen Fraktionen anschließen werden. So will Bert Sander (WVL) wohl bereits relativ sicher die Grünen-Fraktion verstärken, während die PARTEI-Stadträte wohl gerade schwer am grübeln sein werden, wohin sie sich wenden können.

Denn gehört man keiner Fraktion (ab vier Stadträten) an oder kann keine bilden, ist die Mitarbeit an den Fach-Ausschüssen unmöglich, auch geordnete Arbeitstrukturen oder gar Mitarbeitereinstellungen entfallen. Dieses Problem haben also neben Bert Sander auch die anderen kleineren Parteien wie FDP, Piraten und PARTEI.

Da es erfahrungsgemäß und laut Parteilinie für PARTEI-Politiker eigentlich ausgeschlossen ist, mit der „Spaßpartei FDP“ zu koalieren, könnte es für die FDP dringend nötig machen, um Thomas Köhler von den Piraten zu werben. Obwohl passend zum Namen „Freibeuter“ steht hier das Problem im Raum, dass selbst die durchaus fleißige Arbeit der herausgewählten Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten) wenig half, um im Wahlkampf noch als eigenständig wahrgenommen zu werden. Eine Gefahr, die dem neuen Piraten allerdings auch bei den anderen Fraktionen drohen könnte.

Für Thomas Kumbernuß und Marcus Weiss (beide PARTEI) könnte der Weg eher zu den Linken oder Grünen führen, was die bereits gegebene grün-rot-rote Mehrheit von 39 Stimmen von 70 auf weitere zwei und durch Sander auf gesamt 43 steigen lassen könnte. Ein mehr als komfortabler Vorsprung jenseits der CDU, AfD und FDP also für gemeinsame Projekte von Grün-Rot-Rot.

Interessant dabei: gehen die beiden PARTEI-Sitze in der linken (15) oder grünen Fraktion (16 mit Sander) auf, erhöhte sich diese Zahl der beiden allein bereits auf 33 Stimmen. So wären sogar Ratsbeschlüsse ohne SPD-Zustimmung gemeinsam mit den drei FDP-Räten möglich. Es könnte demnach sogar für die deutlich verjüngte SPD-Fraktion von Interesse sein, mit den beiden PARTEI-Räten zu sprechen.

Spätestens in ein paar Tagen dürften aus diesem Gemunkel erste Tatsachen geworden sein, zur Ratsversammlung am 26. Juni 2019 treffen sich dann erfahrungsgemäß alter und neuer Stadtrat gemeinsam zur Sitzung im Leipziger Ratssaal. Dieses Mal allerdings nebenan im umgebauten Festsaal, denn ab der Juni-Versammlung wird man mindestens ein Jahr hier tagen, während der eigentliche Sitzungssaal runderneuert wird.

Die Wahlergebnisse zum neuen Stadtrat in Leipzig. Bild: Stadt Leipzig

Die Wahlergebnisse zum neuen Stadtrat in Leipzig. Bild: Stadt Leipzig

Der neue Stadtrat von Leipzig

CDU – 13 Sitze (- 7,4 Prozent) Dr. Heymann, Sabine; Dossin, Falk; Seidel, Siegrun; Lehmann, Jens; Tornau, Frank; Albrecht, Karsten; Heller, Jessica; Habicht, Andreas; Weickert, Michael; Rothkegel, Claus-Uwe; Hoffmann, Thomas; Riedel, Konrad; Niermann, Andrea

Linke – 15 Sitze (- 2,8 Prozent) Riekewald, Franziska; Neuhaus, Michael; Wehmann, Steffen; Ehms, Beate; Rambow, William; Dr. Naumov, Olga; Nagel, Juliane; Götze, Marco; Dr. Bednarsky, Adam; Weber, Mathias; Gehrt, Mandy; Pellmann, Sören; Dr. Külow, Volker; Küng-Vildebrand, Marianne; Gebhardt, Oliver

SPD 9 Sitze (- 5,9 Prozent) Dr. Abraham, Getu; Feichtinger, Anja; Böhm, HeikeM Zenker, Christopher; Köhler-Siegel; Ute, Bär; Heiko, Schulze; Christian, Geisler; Andreas; März, Christina

Grüne – 15 Sitze (+ 5,7 Prozent) Krefft, Katharina; Elschner, Tim; Silvestre Fernández, Nuria; Dr. Peter, Tobias; Kasek, Jürgen; Gruner, Stefanie; Meißner, Martin; Dr. Märtens, Gesine; Volger, Norman; Kraft, Sophia; Schmidt, Michael; Weyh, Kristina; Cagalj Sejdi, Petra; Körner, Annette; Biederstedt, Martin

AfD – 11 Sitze (+ 8,5 Prozent) Kühne, Jörg; Pasemann, Falk-Gert; Beyer, Marius; Keller, Tobias; Ulbrich, Roland; Droese, Siegbert; Obser, Karl-Heinz; Deubel, Sylvia; Kriegel, Christian; Neumann, Christoph; Hentschel, Holger

FDP – 3 Sitze (+ 1,9 Prozent) Morlok, Sven; Hobusch, René; Dr. Reinhold, Klaus-Peter

Die PARTEI – 2 Sitze (+ 2,7 Prozent) Kumbernuß, Thomas; Weiss, Marcus

Piraten – 1 Sitz (- 0,5 Prozent) Köhler, Thomas

WVL – 1 Sitz (+ 0,8 Prozent) Sander, Bert

Leipzig wählt: 470.000 Menschen sind heute zur Europa- und Kommunalwahl aufgerufen

StadtratGleichstellungKommunalwahl
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Gesundheitsamt sieht Gabenzäune skeptisch: „Im Sinne der Hygienevorgaben problematisch“
Am 22. März erstmals am Connewitzer Kreuz entdeckt: Ein Gabenzaun am Streetball-Platz. Foto: Birthe Kleemann, L-IZ.de

Foto: Birthe Kleemann, L-IZ.de

Für alle LeserZur Debatte um die Aufstellung von „Gabenzäunen“, also Orte, an denen zum Zwecke der scheinbaren Versorgung Obdachloser und Bedürftiger mildtätige „Gaben“ aufgehängt werden, gibt es nun ein Statement der Stadt Leipzig. Auf Anfrage von L-IZ.de haben sich Gesundheits- und Sozialamt zur Einrichtung der Gabenzäune eher negativ geäußert, mit der Kontrolle der wild entstehenden Stellen in der Stadt kommt man offenbar nicht hinterher. Die sprunghafte Verbreitung der Idee der Gabenzäune hatte vor wenigen Tagen vor allem in Großstädten wie Dresden, Leipzig und Berlin begonnen.
Ökolöwe schreibt an Baubürgermeisterin: Schaffen Sie Platz für Radfahrer/-innen!
Radfahrer-/Fußgängerampel am Martin-Luther-Ring. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNicht nur der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) sieht die Folgen der Ausgangsbeschränkungen in der Covid-19-Pandemie als Chance, im Leipziger Straßenverkehr endlich ein paar Verbesserungen durchzuführen, die im vorherigen Gedränge einfach nicht durchzusetzen waren. Der ADFC bekommt jetzt Schützenhilfe vom Leipziger Ökolöwen: Schaffen Sie mehr Platz zur Kontaktvermeidung auf Rad- und Fußwegen, Frau Bürgermeisterin!
Wie kam es überhaupt zu den verschärften Ausgangsbeschränkungen in Sachsen?
Verlassene Innenstadt. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserSeit dem 23. März gelten in Sachsen verschärfte Ausgangsbeschränkungen, teilweise schärfere als in anderen Bundesländern. Manchmal so unscharf formuliert, dass selbst die Polizei nicht weiß, wo sie nun eine vernünftige Grenze ziehen soll. Die Allgemeinverfügung liest sich für die linke Landtagsabgeordnete Juliane Nagel wie mit heißer Nadel gestrickt. Und so richtig rechtskonform scheint ihr die Sache auch nicht zu sein.
Leipziger Resolution zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus griechischen Flüchtlingslagern und linke Unterstützung für Mission Lifeline
Neues Rathaus in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit 2015 hat es die EU nicht hinbekommen, eine gemeinsame Flüchtlingspolitik auf die Beine zu stellen. Immer „kam irgendwas dazwischen“ – der Brexit z. B., dessen Zirkuspirouetten noch immer nicht zu Ende sind, nun die Corona-Epidemie. Da ging auch völlig unter, dass in Leipzigs Stadtrat seit Dezember darüber debattiert wurde, Minderjährige aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Fünf Stadtratsfraktionen haben jetzt die Nase voll und veröffentlichen eine Resolution.
„Ich bin irgendwie so unruhig, Mama“: Gedanken einer Leipziger Mutter
Die geschlossene „Märchenwiese“ im Lene-Voigt-Park im Corona-März 2020 - Zeit für Alpträume? Foto: Luise Schöpflin

Foto: Luise Schöpflin

Für alle Leser„Ich bin so unruhig, Mama...“, sagte mein Sohn beim Zubettgehen, etwas, was er noch nie sagte. Es ist der Freitag der ersten Woche der Corona-Ausgangsbeschränkung. Wir durchleben die „virologische Bedrohung“ meistens im Garten im engsten Kreis der Familie. Was sage ich meinem Sohn, meinen Kindern, zur Beruhigung?
Wagners Werk und Wirkung im Deutschen Kaiserreich: Was zu Wagner damals in Leipziger Zeitungen stand
Peter Uhrbach: Wagners Werk und Wirkung im Deutschen Kaiserreich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser1883 starb Richard Wagner in Venedig. Mit dem Jahr 1883 endete auch die 2018 erschienene Dokumentation von Peter Uhrbach „Richard Wagners Werk in Leipzig“, in der es natürlich nicht um Wagners Werk ging, sondern um dessen Rezeption in Leipziger Zeitungen und Zeitschriften. Denn wie ein Komponist mit seinen Werken bei den Leuten ankommt, das beeinflussen bis heute die Medien. Auch wenn sich die Redakteure oft uneins sind, ob sie nun Hosianna oder „Alles ganz schrecklich“ schreiben sollen.
Freitag, der 27. März 2020: Polizei wegen angeblicher Corona-Verstöße im Dauereinsatz und Wochenendvorbereitungen
„Coronatime“ - Die Zeit spiegelt sich längst auch in den Graffitis in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Deutschland wird gerade ganz genau beobachtet, wie sich der Nachbar verhält. Galt die Aufmerksamkeit früher dem neuen Auto oder der schicken Frisur, ruhen die Blicke nun auf großen Gruppen und anderen „verdächtigen“ Aktivitäten. Die Polizei hatte 58 Einsätze innerhalb von 24 Stunden – nicht immer lagen tatsächlich Verstöße gegen die Allgemeinverfügung vor. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 27. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
In der (Corona-)Krise: Toilettenpapier für mehr persönliche Kontrolle
Prof. Dr. Immo Fritsche, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Leipzig. Foto: Universität Leipzig, SUK

Foto: Universität Leipzig, SUK

Für alle LeserWarum bunkern Menschen in der Corona-Krise Toilettenpapier und Nudeln? Wie kann es gelingen, die sozialen Herausforderungen durch die Ausgangsbeschränkungen zu meistern? Und wie lange kann das alles noch gutgehen? Die L-IZ befragte dazu Prof. Dr. Immo Fritsche. Er ist Professor für Sozialpsychologie an der Universität Leipzig.
In der (Corona-)Krise: Kultusminister meldet sich mit Brief: Sächsisches Abitur soll durchgezogen werden
Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Für alle LeserDer sächsische Kultusminister Christian Piwarz will das Abitur 2020 mit allen Mitteln durchziehen. Das teilte er den Abiturienten am Freitag per Brief mit. So sei ein Notabitur eine Lösung, die man den Schülern ersparen will. Stattdessen werden verschiedene Szenarien diskutiert: Auch ein Abitur zum Nachtermin ist möglich.
In Zeiten von Corona: „Die Menschen auf der Straße nicht alleinlassen“
Holger Herzog, Leiter des SZL Suchtzentrum gGmbH und Suchtzentrum Leipzig e. V. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserDie Corona-Krise setzt momentan vielen zu, zahlreiche Menschen stehen am Rande der Existenz. Was aber passiert in Zeiten von „social distancing“ (soziale Distanz) und Kontaktverboten mit denjenigen, die nicht mal ein Dach über dem Kopf haben? Einige Tagestreffs für obdachlose Menschen in Leipzig, wie die INSEL und die Oase, mussten aufgrund der Ausgangsbeschränkungen ihre Arbeit bereits vorerst einstellen. Der Leipziger Hilfebus ist weiterhin jeden Abend zwischen 18 und 23 Uhr auf den Straßen unterwegs. Holger Herzog, Leiter des SZL Suchtzentrum gGmbH und Suchtzentrum Leipzig e. V., über die Situation.
Corona-Krise: Nachtragshaushalt für Sachsen ist fällig, Schuldenbremse steht zur Disposition
Ohne Nachtragshaushalt geht's in der Corona-Krise nicht. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLockert Sachsen jetzt in der Corona-Krise die Schuldenbremse? Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Sächsischen Landtag, Franziska Schubert, war am 20. März die Erste, die die Lockerung der Schuldenbremse thematisierte. Denn jetzt, wo ganze Wirtschaftsbereiche stillstehen, ist schnelle und unbürokratische Hilfe gefragt, um massenhaft Insolvenzen zu verhindern. SPD-Fraktionsvorsitzender Dirk Panter nahm am Donnerstagmorgen, 26. März, den Ball auf.
LASuV baut die Auffahrt zur Brücke über die A 14 nun erst 2021
Baumlos: Auffahrt zur Brücke über die A 14. Foto: ADFC Leipzig

Foto: ADFC Leipzig

Für alle LeserAlles ist kahl an der Auffahrt von der Althener Straße zur neu gebauten Brücke über die Autobahn A 14. Das Thema beschäftigte uns am Mittwoch, 25. März. Denn dass hier sämtliche Bäume gefällt wurden, hat ganz unübersehbar nichts mit den Plänen der Stadt zu tun, die Althener Straße zwischen dem Kreisverkehr Engelsdorf und der Einmündung Am Blumengrund grundständig zu erneuern. Die Stadt hat die Bäume auch nicht fällen lassen, teilt das Verkehrs- und Tiefbauamt mit.
ADFC Sachsen fordert provisorische Radwege auf Hauptverkehrsachsen
Bettelampel in der Nähe des Klingerwegs. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Corona-Krise ist eine Zeit der großen Chancen. Doch die meisten Chancen werden gar nicht erkannt, weil das Lamento über die Einschränkungen der alten Bequemlichkeiten größer ist. Auch in Leipzig. Viele Leipziger sind mit Beginn der Ausgangsbeschränkungen sofort aufs Fahrrad umgestiegen, um auf dem Weg zur Arbeit sich selbst und andere nicht zu gefährden. Und viele waren dabei entsetzt, wie lückenhaft und gefährlich das Leipziger Radwegenetz im ganz normalen Alltag ist. Der ADFC Sachsen mahnt.
Bundesstiftung will auch Leipzig bei der Erforschung der Verkehrswende unterstützen
Verkehrssituation am Johannisplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Um die Verkehrswende in Deutschland zu erreichen, muss die Anzahl der Autos verringert und der öffentliche Personennahverkehr ausgebaut werden. Das setzt viele Kommunen unter Druck, weil sie nicht wissen, wie sie das schaffen sollen“, erklärt Prof. Dr. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Für drei Kommunen sollen deshalb modellhaft Maßnahmenpakete entwickelt werden, die Akteure schulen und beim Erreichen der Ziele unterstützen. Eine davon ist Leipzig.
Kaltes Denken, Warmes Denken: Wie Partnerschaften und Gesellschaften entgleisen, wenn Ängste das Mitgefühl auffressen
Wolfgang Schmidbauer: Kaltes Denken, Warmes Denken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWolfgang Schmidbauer gehört zu den bekanntesten Psychoanalytikern Deutschlands, also zu jenem Berufsstand, der mit seinen Patienten direkt über all das redet, was sie bedrückt, belastet und verunsichert. Wenn das Leben mental zur Sackgasse wird, dann landet man „auf der Couch“. Rein bildhaft gesprochen. Und eigentlich gehört auch die Bundesrepublik längst auf die Couch. Denn falsches Denken macht auch Gesellschaften krank. Ein psychoanalytischer Blick auf eine verstörte Gesellschaft.