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Warum man am Cospudener See nicht Slacklinen darf

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    Das ist unangenehm: Da sind endlich ein paar pralle Sonnentage - und das auch noch an einem richtig langen Wochenende. Die Welt strömt zum See. Man schwimmt, sonnt sich, schmeißt die Frisbeescheibe oder versucht seine Balancierkünste auf einer Slackline - und dann kommen ein paar schwarzgekleidete Herren von der Security und fordern die Slacker auf, ihre Line sofort wieder abzumachen. Dürfen die das?

    „Hallo, vorhin wurde ich von der ‚Black Rainbow Security‘ gebeten, meine Hängematte am Westufer des Cossi abzuhängen. Das Forstamt hätte das wohl so festgelegt. Über einen Artikel darüber würde ich mich freuen. Mich würde interessieren, wieviel Bäume denn in welchem Ausmaß durch Hängematten und Slacklines geschädigt wurden. Mir ist klar, dass es wichtigeres gibt. Es nervt aber. Danke“, schrieb uns ein Leser gleich mal direkt vom Cospudener See.

    Immerhin staunt man, dass das Forstamt sogar extra eine Sicherheitstruppe einsetzt, um die Bäume am Cospudener See zu schützen. Wo doch andernorts ganze Hektar gefällt werden und der Auenwald behandelt wird wie ein ganz normaler Nutzholzwald.

    Aber man ahnt schon: Da muss es einen Unterschied geben, der auch mit dem nicht ganz unwichtigen Erholungsgebiet Cospudener See zu tun hat. Der ist ja nun einmal zur Badewanne der Leipziger geworden, wurde erst 2000 zum Baden freigegeben und hat an weiten Teilen der Ufer gar keine Bäume. Wer nicht gerade mit Schirm oder Sonnenschutz unterwegs ist, wird hier bei den heute erwartbaren 31 Grad Celsius gebraten wie auf den Rost.

    Die Sorge der Abteilung Stadtforsten um die Bäume ist also verständlich.

    Aber gehen diese durch Slacklining kaputt?

    Ja: Wenn man sie überfordert. Die Stadt Leipzig hat alles, was man dazu wissen muss, in einem Faltblatt versammelt. Denn das Problem ist nicht neu. Slacklining ist beliebt. Und die Stadt befürwortet diese sportliche Freizeittätigkeit der Leipziger sogar.

    Das Problem steck in der Physik. Die Bäume müssen stark genug sein, die Belastung ohne Schäden zu verkraften. Manch sportlicher Leipziger bringt den Spaß tatsächlich nicht mit ganz normaler Physik in Verbindung.

    Im Faltblatt heißt es dazu: „Beim Slacklinen wirken enorme Kräfte von bis zu einer Tonne auf den Baumstamm. Deshalb dürfen grundsätzlich nur Bäume, die Sie mindestens gerade noch umfassen können, genutzt werden. Das entspricht einem Stammumfang von mindestens 120 cm oder einem Stammdurchmesser von mindestens 40 cm.“

    Solche Bäume findet man am Westufer des Cossis nicht.

    Die Abteilung Forsten der Stadt Leipzig hat also recht, wenn sie am Westufer des Cospudener Sees das Slacklining komplett verbietet. Dazu sind sämtliche dort stehenden Bäume noch zu jung, die meisten erst gewachsen nach Schließung des Tagebaus im Jahr 1992. Selbst am Markkleeberger Ostufer stehen bestenfalls zwei, drei Bäume, die die oben genannten Bedingungen erfüllen.

    Und nicht nur die pure Zugkraft kann die Bäume überfordern. Auch falsch angelegte Schlingen können den Baum abwürgen. Aber wer die Details wissen möchte, kann das Faltblatt lesen.

    Wir haben es hier mal verlinkt: Richtig Slacklinen, den Bäumen zuliebe!

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