Ein Forschungszentrum am Störmthaler See ist im Regionalplan Westsachsen gar nicht vorgesehen

Für alle LeserDie Gemeinderatssitzung der Gemeinde Großpösna am 18. Mai war in unterschiedlicher Hinsicht wieder ein bedeutender Meilenstein in der weiteren Seeentwicklung im Leipziger Neuseenland. Der Gemeinderat bekräftigte eine gemeinsame Absichtserklärung, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in seiner Bewerbung, das Forschungszentrum CLAIRE am Störmthaler See perspektivisch ansiedeln zu wollen, zu unterstützen.
Anzeige

Prof. Dr. Georg Teutsch, Geschäftsführer des UFZ, stellte das Projekt CLAIRE in der Gemeinderatssitzung vor. CLAIRE steht für Centre für Climate Action and Innovation – Research & Engineering. Das Institut versteht den Klimawandel als Chance für Innovation und setzt insofern mit der Forschungsarbeit auf die Entwicklung von Lösungen zukunftsträchtiger mit Klimaschutzfragen umzugehen.

„Die Grünen begrüßen, dass nicht nur über Kohleausstieg geklagt wird und Reformen nur schleppend angegangen, sondern dass Chancen beherzt aufgegriffen werden“, kommentiert Susann Christoph, Gemeinderätin der Grünen, die Vorstellung des Projekts am 18. Mai.

„Diese Ansiedlung kann arbeitsmarktpolitisch auch ein erster Schritt sein, in Mitteldeutschland neue Berufsfelder attraktiver werden zu lassen und die Region weiterhin zukunftsfähig zu gestalten. Über die Wahl des Standortes Magdeborner Halbinsel kann man geteilter Meinung sein. Im nahe gelegenen Espenhain gibt es einen großen Gewerbepark mit brachliegenden Flächen, welche sich sicher zur Nachnutzung angeboten hätten. Flächenfraß zu vermeiden ist unbenommen auch ein wesentlicher Stellhebel, welcher positiv auf klimaverträgliches Agieren einzahlt.“

Doch am 18. Mai wurden auch schon Nägel mit Köpfen gemacht: Die Absichtserklärung, das neue Forschungszentrum auf der Mageborner Halbinsel am Störmthaler See anzusiedeln, wurde noch am selben Tag von Dr. Gabriela Lantzsch, der Bürgermeisterin von Großpösna, und dem Wissenschaftlichen Geschäftsführer des UFZ, Georg Teutsch, unterzeichnet.

Aber fragt jemand die Großpösnaer, wie das Ufer des Störmthaler Sees künftig aussehen soll?

Im Herbst letzten Jahres wurde dazu ein Beteiligungsverfahren initiiert, um die Bürger zu Fragen der Weiterentwicklung der Magdeborner Halbinsel einzubinden. Erst am 27. Februar wurden die Ergebnisse der Befragung, die eine Beteiligungsquote von 21,9 % vorweisen kann, vorgestellt.

Ein moderner Wissenschafts- und Bildungsstandort (Campus) wurde im Beteiligungsverfahren zwar bereits als eine Entwicklungsoption abgefragt, aber nur 20,5 % der Befragten sprachen sich dafür aus. Mit großer Eindeutigkeit ging das Votum in Richtung einer naturnahen touristischen Entwicklung und dem Erhalt natürlicher Räume. Auch die Einwohner von Großpösna wünschen sich eigentlich Natur- und Wassererlebnis am See. Davon bleibt aber nicht viel übrig, wenn das Seeufer zugebaut wird.

Zum damaligen Zeitpunkt war zwar schon bekannt, dass Sachsen das Projekt CLAIRE in den Freistaat holen möchte, aber noch nicht, dass im Neuseenland schon eifrig um den Standort Störmthaler See geworben wurde.

Beteiligungsworkshops, die ursprünglich Ende Mai und im Juni stattgefunden hätten, wurden durch COVID 19 bedingt auf den Herbst verlegt. Da erstaunt es schon, dass so eine Absichtserklärung mitten in eine Zeit gelegt wurde, in der die Mitsprache der Bürger kaum möglich ist.

„Unter Einhaltung aktueller Rahmenbedingung und unterstützt durch moderne Technik wäre es hilfreich, Kommunikationsbrücken intensiv rund um das Thema zu pflegen. Schließlich hat die Bürgermeisterin wie auch der thematisch federführende Hauptamtsleiter Daniel Strobel signalisiert, dass Bürgerbeteiligung ein wichtiges Gut in der Gemeinde sei“, kommentiert das Susann Christoph.

„Ein von vornherein kommunikativ engmaschigeres und prozessorientiertes Kommunikationskonzept wäre angemessen gewesen, um Bürger unmittelbar teilhaben zu lassen. Hinsichtlich des Einsatzes elektronischer Medien zeigen sich die Bürgermeisterin und der Hauptamtsleiter beratungsresistent.“

Spannend wird nunmehr aus ihrer Sicht auch die Ernsthaftigkeit der Bürgerbeteiligung bzgl. weiterer Entwicklungen östlich der Grunaer Bucht.

„In der ersten Gemeinderatssitzung der neuen Legislaturperiode am 19. August 2019 beantwortete die Bürgermeisterin die Frage, wie denn nun endlich die Bürger hinsichtlich eines Campingplatzes und der damit im Zusammenhang stehenden Gebietsentwicklung eingebunden werden mit dem Statement ,In dieser Frage gibt es keinen ergebnisoffenen Beteiligungsprozess mehr.‘ Weil das Thema zu emotional besetzt sei, wähle man dieses Gebiet ebenfalls nicht als Piloten für die Etablierung eines Beteiligungsweges in der Gemeinde Großpösna, sondern die Magdeborner Halbinsel, war damals die Aussage des Hauptamtsleiters, der das Thema Bürgerbeteiligung maßgeblich voranbringen möchte“, geht Susann Christoph auf die Unstimmigkeiten in den Aussagen der Gemeinde ein.

Freilich gab es dann zur Grunaer Bucht doch noch ein Umdenken.

„Umso positiver gestalteten sich im Verlauf der Diskussion im letzten Herbst die Entwicklungen, dann doch für das Areal östlich der Grunaer Bucht, für welches die Errichtung eines Inklusionscampingplatzes sowie eines Strandbades vorgesehen ist, ein Beteiligungsgremium zu installieren, welches sich aus Vertretern des Gemeinderates, der Ortschaftsräte und Bürgern zusammensetzt, die per Los gewählt wurden. Der Verein Uferleben Störmthaler See e. V. wurde explizit auch berücksichtigt“, betont Susann Christoph.

„Fraglich ist jedoch, mit welcher Tragweite Beteiligung und insofern Einflussnahme auf die Entwicklungen überhaupt noch möglich sind. Noch gab es keine Zusammenkunft. Die ,Geschichte‘, die mit einem Inklusionscamping und einem Zugang für behinderte Menschen zum See begann, 160 Stellplätze für Pkw umfasste, eine Zufahrt mit Buswendeschleife sowie die Entwicklung eines Strandbades, ist nun um zwei Vorhaben reicher. In die Gestaltung reiht sich nun auch die Surfschule, die bereits heute in kleinem ,Containerbetrieb‘ an Wochenenden existiert und der Erbauung eines universitären Wassersportzentrums für Natursportarten wie SUP und Kajak ein. Verträge der Universität am Kulkwitzer See laufen aus und ein neues Domizil muss gefunden werden.“

Eine Gestaltung des Wassersportzentrums wurde nun am 18. Mai erstmalig in Form einer Machbarkeitsanalyse präsentiert. Doch für die Gemeinderatsmitglieder recht überraschend.

„Unterlagen wurden im Vorfeld nicht zur Verfügung gestellt, sodass eine Chance auf Vorbereitung ins Leere lief“, kommentiert Susann Christoph. „Es wurde zwar auffallend häufig auf Synergien zum Inklusionscamping hingewiesen, wie sich diese, abgesehen von den Sichtachsen und Verbindungswegen, die man vom Campingareal zum Ufer zulasten des Baumbestandes schaffen möchte, konkret gestalten, wurde nicht untersetzt. Interessant war zudem, dass der Gemeinde Großpösna ein Optionsvertrag von der LMBV vorgelegt wurde, mit dessen Inhalt sich die Bürgermeisterin nicht einverstanden erklärt, des weiteren sind beihilferechtliche Fragen zu klären und die Finanzierungssituation des DRK Leipzig Land e. V. zur Übernahme der anteiligen Planungskosten offen.“

Aber schon am 18. November 2019 war die Bürgermeisterin durch mehrheitlichen Gemeinderatsbeschluss legitimiert worden, eine Finanzierungs- und Übernahmevereinbarung mit der LMBV zu unterzeichnen.

Aber das Vorhaben steckt voller Risiken, die auch die Finanzkraft der Gemeinde tangieren. Die Grünen, so Christoph, hätten vorsorglich im November 2019 appelliert, den Beschluss erst dann zu fassen, wenn vorvertraglich verbindliche Absprachen mit den beteiligten Partnern geregelt seien.

„Dies wurde belächelt und abgelehnt. Die Kommunalaufsicht, bei welcher die Grünen nachfolgend den Sachverhalt vortrugen, bescheinigten der Gemeinde Großpösna sachgerechtes Handeln. Ein Wassersportzentrum war damals noch nicht Gegenstand der Zweckbeschreibung der Finanzierungs- und Übernahmevereinbarung“, sagt Susann Christoph. Und sieht die Position der Grünen nun bestätigt.

„Umso verwunderlicher war nun der Aufruf der Bürgermeisterin, sie doch per Beschluss in dieser leider entstandenen Situation zu legitimieren – so wörtlich –, weitere Gespräche mit den projektbeteiligten Partnern, Planern und Behörden zu führen, um eine umfassende aufeinander abgestimmte Entwicklung mit Strand, Natursportzentrum der Universität Leipzig, Inklusionscampingplatz und Surfschule zu erzielen.“

Die Vielzahl der Projekte, die Großpösna da am Südufer des Störmthaler Sees umsetzen möchte, sorgt sichtlich dazu, dass sich die Teilprojekte jetzt gegenseitig ins Gehege kommen. Kann es sein, dass allein die Fülle der Vorhaben der Gemeinde am See über den Kopf zu wachsen droht?

„Was eine umfassende aufeinander abgestimmte Entwicklung hierbei bedeutet, wurde nicht präzisiert. Unterlagen zum Wassersportzentrum und Informationen zu einem Optionsvertrag mit der LMBV lagen trotz Nachfrage der Grünen vor der Sitzung nicht vor, sondern wurden erst in der Sitzung selbst vorgestellt. Eine Vorbereitung war insofern nicht möglich“, kommentiert Susann Christoph die etwas hemdsärmelige Arbeitsweise der Gemeindeverwaltung.

„Der Antrag der Grünen, den Beschluss vorerst zurückzustellen, um zu beraten, mit welchem konkreten Auftrag und welchen Prämissen die Bürgermeisterin nun Gespräche zur weiteren Vorplanung führen sollte, wurde mehrheitlich abgewählt.“

Also erhielt Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch auch diesmal die Legitimation seitens des Gemeinderates, in dem die Grünen seit der Kommunalwahl im Mai 2019 erstmals mit zwei Sitzen vertreten sind. Tonangebend sind die CDU (4 Sitze) und die SPD (4 Sitze). AfD und FDP sind mit je drei Sitzen vertreten, die Linke mit zwei.

„Nun darf also wiederum gewartet werden, welche handlungsleitenden Absprachen die Bürgermeisterin im Rahmen einer Vorplanung faktisch generiert“, wundert sich Susann Christoph, die sich im Verein Uferleben schon länger für eine naturnahe Gestaltung des Seeufers engagiert.

„Ein demokratisches Vorgehen, jedoch ohne abwägende Diskussion mit blindem Vertrauen und ohne wirklich Einflussmöglichkeit für Stimmen, die demokratisches Agieren mit Beteiligung in Zusammenhang setzen, einen abwägenden Diskurs einfordern und vor allem Gebietsentwicklungen mit dem Blick einen so notwendigem Natur- und Klimaschutz zukunftsträchtiger anpacken möchten.“

Und noch etwas Vertrautes tauchte wieder auf: Jetzt sollen die Projekte im Eilverfahren umgesetzt werden, was fundierte Beratungen im Gemeinderat und wirklich sinnvolle Bürgerbeteiligungen fast unmöglich macht.

„Die Bürgermeisterin vergegenwärtigte in ihrem Statement für eine Legitimation die gebotene Eile. Schließlich würde sonst seitens der LMBV die Planung einfach loslaufen und schließlich wolle sie doch das Beteiligungsgremium mit einbinden“, sagt Susann Christoph.

„Auf die Frage der Grünen, wie denn nun plötzlich die Planungen einfach loslaufen können, wo die Bürgermeisterin doch bisher immer kommuniziert habe, die äußere Erschließung sei immer im Zusammenhang mit der inneren Erschließung zu betrachten und deshalb stünde ja die Form der äußeren Erschließung noch gar nicht fest bzw. wäre gestaltbar, gab es die Antwort, es sei ehemals die Beschreibung eines optimalen Zustandes gewesen.“

Und dazu kommt kommt dann noch die Tatsache, dass der Regionalplan Westsachsen für den Störmthaler See überhaupt keine Ansiedlung eines Forschungsinstituts vorsieht. Ist der Regionalplan für den Landkreis Leipzig nicht bindend?

Susann Christoph: „Die vom Sanierungsrahmenplan und dem Regionalplan Westsachsen abweichenden Nutzungsoptionen, welche auf der Magdeborner Halbinsel durch eine mögliche Ansiedlung eines Forschungszentrums entstehen könnten oder auch östlich der Grunaer Bucht durch den Aufbau eines universitären Betriebs entstehen, gestalten sich plötzlich als auslegbar und veränderlich. Bisher wurde es seitens der Bürgermeisterin als DIE Pläne kommuniziert, nach welchen man sich in der weiteren Entwicklung zu richten habe.

Man darf also den Eindruck gewinnen, dass die Gebietsentwicklung die Überschrift trägt: ,Bau Dir Deine Welt, wie Sie Dir gefällt.‘ sowie ,Halte Bürger solang im Ungewissen, bis wieder ein Fakt mehr geschaffen ist, der als Argument für weiteres ach so dringend erforderliches Handeln dient.‘ Glaubwürdigkeit ist etwas anderes.“

CLAIRE auf der Magdeborner Halbinsel: Großpösna soll Standort für neues Helmholtz-Zentrum werden

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Natürlich werden auch die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG in den kommenden Tagen und Wochen von den anstehenden Entwicklungen nicht unberührt bleiben. Ausfälle wegen Erkrankungen, Werbekunden, die keine Anzeigen mehr schalten, allgemeine Unsicherheiten bis hin zu Steuerlasten bei zurückgehenden Einnahmen sind auch bei unseren Zeitungen L-IZ.de und LZ zu befürchten.

Doch Aufgeben oder Bangemachen gilt nicht ;-) Selbstverständlich werden wir weiter für Sie berichten. Und wir haben bereits vor Tagen unser gesamtes Archiv für alle Leser geöffnet – es gibt also derzeit auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

NeuseenlandUFZGroßpösnaMagdeborner Halbinsel
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

SC DHFK: Das wird am Spieltag anders
Karsten Günther, SC DHfK-Geschäftsführer und Initiator von „Teamsport Sachsen“. Foto: Jan Kaefer

Karsten Günther ist mit Absprachen mit dem Gesundheitsam beschäftigt Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserWegen der steigenden Infektionszahlen im Einzugsgebiet gelten beim Spiel des SC DHfK am Donnerstag, 22.10. gegen Göppingen andere Regeln für Zuschauer. Die Stadt Leipzig ist mit einer Rate von knapp 18 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen (7 Tage-Inzidenz) noch eines der weniger betroffenen Gebiete. Im Landkreis Nordsachsen mit 37,4 Neuansteckungen sieht es schon anders aus.
Kürzungspläne des sächsischen Finanzministers zielen zuallererst auf die Niedriglöhner-Stadt Leipzig
Soziale Mindestsicherung in Sachsen. Karte: Freistaat Sachsen / Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen / Statistisches Landesamt

Für alle LeserAm 20. Oktober feierten auch Sachsens Statistiker den Weltstatistikertag auf ihre Weise. Sie veröffentlichten ein Sonderheft mit dem schönen Titel „Sachsen in Karten“. Denn im Geografie-Unterricht dereinst in der Schule waren die angehenden Statistiker/-innen jene Kinder, die beim Aufschlagen der bunten Karten im Lehrbuch glänzende Augen bekamen. Denn Karten können eine Wirklichkeit zeigen, gegen die das politische Geplänkel regelrecht albern wirkt.
Zur „Grassimesse“ gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan der Leipziger Handwerkskunst
Instrumentenbauer Matthias Vogt. Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Für alle LeserVom 23. bis 25. Oktober kann man wieder die „Grassimesse“ 2020 im GRASSI Museum für Angewandte Kunst erleben. Ein jährliches Ereignis, bei dem man sehen kann, dass Handwerk auch Kunst ist und vor allem: wie viele Kunst-Handwerker in Leipzig tätig sind. Und pünktlich zur Messe gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan, auf dem Leipzigs Kreativ-Handwerker zu finden sind – als Faltvariante und online zum Anklicken.
Premiere am 29. Oktober in der Kinobar Prager Frühling: Drifter-Drama „FLUTEN“ von Georg Pelzer
Filmstill aus Georg Pelzers Film "FLUTEN". Foto: FLUTEN

Foto: FLUTEN

Für alle LeserAm 29. Oktober ist Kinopremiere für den ungewöhnlichen Film eines jungen Leipziger Regisseurs in der Kinobar Prager Frühling: „FLUTEN“ heißt er und ist improvisiertes Drama. Eines, das von einem Drama erzählt, das viele junge Menschen in diesem Corona-Jahr ebenfalls erlebt haben: Der gerade erst so glücklich erworbene Arbeitsplatz wird gekündigt. Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Alle schlechten Selbstwertgefühle kommen auf einmal hoch. Und wie sagt man das den Menschen, deren Achtung man nicht verlieren will?
In dieser Woche beginnen die Bauarbeiten zur Öffnung des Deichs am Ratsholz
Stopp: Baustelle am Ratsholzdeich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bauzäune stehen, Stoppschilder untersagen das Betreten der Baustelle. In dieser Woche beginnt ein Projekt am Ratsholzdeich im Leipziger Süden, das zukunftsweisend ist. Zum ersten Mal wird ein Deich geöffnet, damit künftig auch kleinere Hochwasser ins Ratsholz im südlichen Leipziger Auenwald gelangen können. Im April hatte die Landesdirektion Sachsen das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Landestalsperrenverwaltung hat Baurecht und kann jetzt loslegen.
Erster Schreck überwunden: Leipziger Wirtschaft löst sich langsam aus der Corona-Schockstarre
Entwicklung der Stimmungslage im Kammerbezirk Leipzig. Grafik: IHK zu Leipzig

Grafik: IHK zu Leipzig

Für alle LeserNatürlich kann auch Leipzig die Corona-Panemie wirtschaftlich bewältigen. China schafft es ja auch. Nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen. Und die Unternehmer in Leipzig sind nach dem Schreckmoment im Frühjahr mittlerweile deutlich zuversichtlicher, dass die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Denn auch mit Auflagen funktioniert Wirtschaft – nur nicht in allen Branchen.
Prozess gegen „Das Wunder von Mals“: Auch dem Geschäftsführer des Oekom Verlags droht wegen „übler Nachrede“ eine Anklage
Alexander Schiebel. Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Für alle LeserDer Oekom Verlag hatte 2017 schon den richtigen Riecher, als er Alexander Schiebels Buch „Das Wunder von Mals“ mit dem Untertitel versah: „Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet“. Auch wenn es jetzt ein Südtiroler Landesrat und 1.600 Südtiroler Obstbauern zu sein scheinen, die neben Alexander Schiebel auch Karl Bär, Agrarreferent im Umweltinstitut München, vor Gericht gezerrt haben. Nun wollen sie auch noch Oekom-Verleger Jacob Radloff anklagen lassen. Deutlicher kann die ach so stille Agarindustrie gar nicht zeigen, wie sehr ihr dieser Münchner Verlag ein Dorn im Auge ist.
Lesung: Mächtige Gefühle – Ute Frevert im Gespräch mit Jana Simon
Lesen schafft die Grundlage für komplexes Denken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Am Samstag, 24. Oktober, geht es um „Mächtige Gefühle“. Die Autorin Ute Frevert stellt in Lesung und im Gespräch mit Jana Simon ihr neues Buch über die Gefühlswelt der Deutschen im 20. Jahrhundert vor.
Dienstag, der 20. Oktober 2020: Zwischen Corona-Welle und erneuten Warnstreiks
Heute dürfen nur 999 Zuschauer/-innen in die RB-Arena. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Zahl der Corona-Fälle steigt weiterhin deutlich, aber immerhin nicht mehr ganz so stark wie noch am Wochenende. Für die Schulen in Sachsen soll es vorerst im Regelbetrieb weitergehen. Außerdem: Verdi fordert mehr Geld für die Beschäftigten von Bund und Kommunen – weshalb am Mittwoch unter anderem einige Kitas nicht öffnen werden. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 20. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
„Mehr Ausdruck fehlender Wertschätzung geht nicht!“: Erneut großflächige Streiks im öffentlichen Dienst
Auch für Mittwoch, den 21.Oktober, ruft die Gewerkschaft ver.di zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf. Foto:L-IZ

Foto:L-IZ

Für alle LeserDie Gewerkschaft ver.di ruft am Mittwoch, den 21. Oktober, erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf. Einen Tag vor der dritten Tarifverhandlungsrunde zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und Gewerkschaften, die am Donnerstag und Freitag in Potsdam stattfinden soll, sind Beschäftigte in Kitas, Sparkassen, bei der Stadtreinigung, in der Stadtverwaltung, in Musikschulen und Co. angehalten, ihre Arbeit niederzulegen.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #49
Ab ins Säckchen ... Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserWahlkämpfe sind Zahlkämpfe. In den USA ganz besonders. Geschätzte 10,9 Milliarden Dollar werden dieses Mal für die Stimmenmache ausgegeben. Das entspricht dem Bruttosozialprodukt von Äquatorialguinea. Was irgendwie passt, schließlich bedeutet Äquator Gleichmacher. Wobei ich gleich mal noch ein anderes Thema aufmachen muss. Die oft vertretene Ansicht, die Wahlkämpfe würde immer teurer werden, stimmt nämlich nur bedingt.
Mobilfunkausbau der Telekom in Leipzig: Fast 100 Prozent Versorgung mit 4G und 5G im Leipziger Stadtgebiet
Mehr Bandbreite für den Mobilfunk. Foto: Telekom

Foto: Telekom

Für alle LeserEiner der Gründe, warum viele Unternehmen ihren Firmensitz in eine Großstadt verlegen, ist nun einmal auch ein harter Fakt: die Verfügbarkeit einer sicheren und leistungsfähigen Funkverbindung. Und was das betrifft, sticht Leipzig nun einmal auch im eher strukturschwachen deutschen Osten heraus. In den vergangenen Monaten hat auch die Telekom ihre Mobilfunk-Versorgung in Leipzig weiter ausgebaut.
Liebe Leser: Ausstellung wird am 3. November im Literaturhaus eröffnet
Literaturhaus / Haus des Buches in der Prager Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Buch in seiner analogen Form – es ist im Jahr 20 des dritten Jahrtausends nicht überholt. In Zeiten von Digitalisierung und virtuellen Welten setzt der Leipziger Bibliophilen-Abend unverdrossen auf das gedruckte Buch: als Quelle des Wissens, aber auch als ein Kulturgut. Der Fokus liegt auf Inhalt und Form gleichermaßen. 1904 in Leipzig gegründet und 1933 aufgelöst, startete der Verein im Januar 1991 erneut durch. Deshalb ist Anfang 2021 ein Jubiläum zu feiern.
Corona-Hilfe: Wie setzt Leipzig die Unterstützung der Obdachlosen in der kalten Jahreszeit fort?
Wohnadresse: Parkhäuschen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie geht Leipzig mit seinen Bürgern um, die aus den verschiedensten Gründen obdachlos geworden sind? Und die seit Ausbruch der Corona-Pandemie unter verschärften Bedingungen leben. Denn wo ist ihr Zuhause, wo sie bleiben können? Leipzig hat zwar auch in ihrem Sinn Hilfsmaßnahmen beschlossen. Aber ausgerechnet jetzt vorm Winter sind sie ausgelaufen.
BWE kritisiert Staatsminister: Sachsens Regionalministerium wird zum Bremsklotz der Energiewende
Strommasten und Windräder westlich vom BMW Werk Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wird noch scheppern in der schwarz-grün-roten Koalition in Sachsen. Denn sie ist mit einem Baufehler gestartet, der schon ein Jahr nach Start der Koalition zeigt, dass damit alle Modernisierungsversuche aus den kleineren Parteien abgeblockt werden können. Die Gründung eines Ministeriums für Regionalentwicklung war ein genialer Schachzug der CDU, könnte man sagen. Wenn es für Sachsens Klimazukunft nicht eine ausgemachte Katastrophe wäre. Das thematisiert einmal mehr der zunehmend frustrierte Landesverband WindEnergie.