Ein weiterer wichtiger Baustein für die barrierefreie touristische Erschließung von Schloss Hartenfels in Torgau ist gesetzt. Am Donnerstag, 14. April, hat Nordsachsens Landrat Kai Emanuel den neuen Besucher-Fahrstuhl am elbseitigen Flügel B des Schlosses in Betrieb genommen.

Der Aufzug ist der Kern einer umfangreichen Modernisierungsmaßnahme, die auch Fahrradboxen, eine Servicestation für Fahrräder, ein neues Besucherleitsystem sowie neue Sitzgelegenheiten auf dem Schlosshof umfasst, teilt das Landratsamt Nordsachsen mit. Das Investitionsvolumen beträgt rund 2,2 Millionen Euro, davon 1,28 Millionen Euro Fördermittel aus der „Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“.

Beliebter und gut erhaltener Renaissancebau

Schloss Hartenfels ist Verwaltungssitz des Landkreises Nordsachsen und verfügt in den Flügeln B und D über mehrere touristisch genutzte Bereiche. Zudem ist das Schloss als einer der am besten erhaltenen Renaissance-Bauten auch insgesamt ein Anziehungspunkt für Besucher der Stadt.

Der Einstieg in den neuen Fahrstuhl ist elbseitig über den Zugang zum Lapidarium möglich. Von dort bringt er die Gäste nicht nur in die oberen Stockwerke von Flügel B, wo die Dauerausstellung „Standfest. Bibelfest. Trinkfest.“ in den kurfürstlichen Gemächern und die Expositionen des Dokumentations- und Informationszentrums warten. Auch der Schlosshof und Schlosscafé sind via Aufzug bequem erreichbar.

„Endlich können Besucher von der Elbseite barrierefrei in unser Schloss gelangen. Damit stehen die Ausstellungen im Flügel B ab sofort auch all jenen Besuchern offen, für die der Weg dorthin bislang zu beschwerlich war“, freut sich Landrat Kai Emanuel. „Und für die vielen Elberadweg-Touristen wird ein Schlossbesuch nun ebenfalls komfortabler. Sie können Räder und Gepäck in den neuen Boxen einschließen und dann entspannt das Areal besichtigen.“

Herausforderung Fahrstuhlschacht

Während der Aufbau der Fahrradboxen wenig problematisch war, stellte der Umstand, dass das gesamte Schloss unter Denkmalschutz steht, Planer und bauausführende Unternehmen vor einige Herausforderungen. Das historische Gewölbe machte die Errichtung eines Fahrstuhlschachts im Inneren des Gebäudes unmöglich. Deshalb fiel in Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden die Entscheidung, diesen an der Außenseite anzubringen.

Optisch wurde dort eine geschickte Lösung gefunden, die den Anbau wie einen ursprünglichen Teil des Schlosses wirken lässt. Während der Bauphase besonders anspruchsvoll waren die Gründungsarbeiten für das Fundament und der Durchbruch zum Lapidarium. Ganze zwei Meter dick ist das Mauerwerk an jener Stelle.

Für die Zugänge zu den einzelnen Etagen wurden wiederum bereits vorhandene Fenster ausgebaut und die Öffnungen entsprechend vergrößert. Um Höhenunterschiede innerhalb der Stockwerke auszugleichen, gibt es im Erdgeschoss und in der dritten Etage neu errichtete Rampen.

Eine wichtige Rolle spielt im Zusammenhang mit dem Fahrstuhlbau auch der Brandschutz. Im Dachgeschoss befindet sich eine Anlage zur maschinellen Entrauchung. Hinzu kommen zahlreiche neue Brandschutztüren sowie Schutzräume auf alle Etagen. Dorthin können sich beispielsweise Rollstuhlfahrer bei Feueralarm begeben, wenn der Fahrstuhl nicht mehr genutzt werden darf.

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