„Dr. Carsten Rentzing kann nicht mehr das Amt des Landesbischofs ausüben"

Verstörend und klärend: Einige Anmerkungen zur Causa Rentzing

Für alle LeserDass Landesbischof Dr. Carsten Rentzing seit seinem Amtsantritt 2015 Kritik auf sich ziehen wird, war vorhersehbar – nicht nur wegen des denkbar knappen Wahlergebnisses. An seiner Positionierung als konservativ-evangelikaler Lutheraner hat er nie einen Zweifel gelassen. Doch kritisch wurde Rentzing zunehmend auch von denen wahrgenommen, die seinen theologischen Aussagen durchaus zustimmen.

Das lag an einer deutlich wahrnehmbaren Führungsschwäche und an seinem relativ profillosen Agieren in der umstrittenen sog. Strukturreform der Landeskirche. Da konnte niemand den Eindruck gewinnen, dass Rentzing an einer richtungsweisenden Rolle gelegen war. Er ließ die Dinge wie vom Landeskirchenamt geplant laufen und beschränkte sich auf Mahnungen, die Kirche geistlich zu erneuern – ohne je zu verdeutlichen, was das für die Gemeindewirklichkeit bedeuten soll.

Auch seine Weihnachtsbriefe an alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen in den Kirchgemeinden zeugten von einer dürftigen Unbestimmtheit. Geistliche Leitung einer Landeskirche, die genuine Aufgabe eines Landesbischofs, sieht eigentlich anders aus.

Umso erstaunlicher, welcher Sympathiekundgebungen sich nun Rentzing erfreuen kann, nachdem er seinen Rücktritt angekündigt hat. Dabei bleibt nach wie vor im Nebulösen, was ihn letztlich zum Rücktritt veranlasst hat.

„Mein oberstes Ziel war und ist die Einheit der Kirche. Ich muss mit großem Bedauern feststellen, dass die aktuelle Diskussion um meine Person diesem Ziel schadet. Sie ist nicht nur für mich persönlich, sondern auch für die gesamte Kirche derzeit eine Belastung. Um Schaden von meiner Kirche abzuwenden, habe ich mich entschieden, mein Amt zum nächstmöglichen Zeitpunkt zur Verfügung zu stellen.“ schreibt Rentzing in seiner Erklärung vom 11. Oktober 2019 und nimmt damit Bezug auf die „aktuelle Diskussion“.

Die Vermutung liegt nahe, dass er damit vor allem auf die Petition „Nächstenliebe verlangt Klarheit“ anspielt, initiiert von Leipziger Pfarrer/innen und Gemeindegliedern. In der Zwischenzeit hat sich aber herausgestellt, dass nicht nur die nach wie vor bestehende Mitgliedschaft Rentzings in der pflichtschlagenden Verbindung „Hercynia“ Anlass für Kontroversen war. Rentzing wurde einen Tag vor seinem Rücktritt mit Aufsätzen konfrontiert, die er in den Jahren 1989-1991 in der rechtsnationalistischen Zeitschrift „Fragmente“ veröffentlicht hatte

Hier zwei Beispiele: Rentzing zu Staat und Demokratie 1990 und Protentantismus und Konservatismus 1991

Die Positionen, die er dort vertritt, sind zum Teil abseits dessen, was theologisch verantwortbar ist und alles andere als nur „konservativ“. Manches liest sich, als hätte es das völlige Versagen gerade der lutherischen Theologie in der Weimarer Republik und der Nazi-Zeit nicht gegeben: Rentzing erklärt die Menschenrechte für „unprotestantisch“, vertritt einen autoritären Staatsbegriff und plädiert in Bestreitung des Gleichheitsgrundsatzes für unterschiedliche Rechte innerhalb der Bevölkerung.

Ein Artikel steht in Nachbarschaft zu einer ganzseitigen Anzeige der Reichsbürgerbewegung. Rentzing gehörte dem Redaktionsteam von „Fragmente“ an, Herausgeber war Wolfgang Fenske, damals Mitglied der rechtsradikalen Partei „Republikaner“, heute Leiter der „Bibliothek des Konservativismus“. Einem sogenannten rechten Thinktank, AfD-Sympathisant und womöglich auch AfD-Mitglied – jedenfalls einer, der zu den Wegbereitern des wachsenden Rechtsextremismus gehört.

In seiner Erklärung vom 11.10.2019 rechtfertigt sich Rentzing mit dem Hinweis „Ich stehe für konservative Positionen und Werte, die ich in einem langen Entwicklungsprozess für mich als richtig erkannt habe. Dabei war die Begegnung mit Jesus Christus und mein Glaube für mich prägend. Der Weg in die Kirche hat mich verändert. Positionen, die ich vor 30 Jahren vertreten habe, teile ich heute nicht mehr.“

Man fragt sich allerdings: Welche Positionen meint er eigentlich?

Sind es die in der Zeitschrift „Fragmente“ nachzulesenden. Doch da war er schon auf dem Weg in die Kirche. Oder meint er Positionen, die länger zurückliegen und die wir gar nicht kennen? Es bleibt wie vieles andere von Rentzings Wirken im Ungefähren. Selbst seine Absicht zurückzutreten, ist bis dato eine lediglich Ankündigung.

Die Sympathisant/innen von Rentzing scheint dies alles nicht zu kümmern. Für sie ist die „Haltlosigkeit der Vorwürfe erwiesen“ – eine erstaunliche Feststellung in der online-Solidaritätserklärung für Rentzing angesichts des Schweigens des Landesbischofs seit über einer Woche. Für sie ist Rentzing ein Opfer von Pfarrer/innen aus dem „rot-grün versifften“ Milieu insbesondere aus dem Leipziger Raum, die die Kirche zerstören wollen.

Ich erspare mir zu zitieren, mit welchen Attributen ich anonym oder auch namentlich dieser Tage belegt werde. Denn es geht nicht um mich oder die Initiator/innen der Petition – es geht um Landesbischof Rentzing und noch mehr um den Zustand unserer Landeskirche.

Da allerdings wird klar, dass wir uns in der Kirche in der gleichen Auseinandersetzung befinden wie in der Gesellschaft: Wie verorten wir uns als Kirche in der Demokratie und in der Auseinandersetzung mit dem Rechtsnationalismus? Doch auch hier war und ist die Haltung von Rentzing viel zu undeutlich.

Warum wohl? Befindet er sich nach wie vor in der Gedankenwelt, die das vertikale Gott-Mensch-Verhältnis auch im Staat verankert, in der Gesellschaft abgebildet sehen möchte? Ist das der tiefe Grund, warum Rentzing sich so schwer getan hat, eine deutliche Orientierung für die Christen in der Auseinandersetzung mit Pegida/AfD anzubieten?

Nie hat er davon gesprochen oder auch nur angedeutet, dass es sich bei der AfD um eine Partei handelt, die in Sachsen im engen Schulterschluss mit der rechtsextremistischen Pegida-Bewegung auftritt und die unermüdlich hetzt, Hass schürt, den Systemwechsel fordert, Politiker/innen der anderen Parteien als Volksverräter brandmarkt, den Widerstand organisieren will – und trotz oder wegen dieses Programms in Sachsen 27 % der Stimmen bei den Landtagswahlen erreicht.

Eine gemeinsame Sicht mit der AfD?

Ein solches Wahlergebnis macht die AfD/Pegida-Positionen weder erträglicher, noch werden sie dadurch gerechtfertigt. Für die Kirche aber muss das ein Alarmsignal sein, insbesondere im Blick darauf, dass es offensichtlich auch in den Gemeinden und unter Pfarrer/innen Sympathisanten des Rechtsnationalismus gibt.

Dass an dieser Stelle Rentzing mehr als undeutlich blieb bzw. mit der AfD eine „gemeinsame Sicht auf  unsere gemeinsame Zukunft“ suchen wollte, ist ein Grund dafür, dass viele Bürgerinnen und Bürger, aber auch Christen denken: AfD, geht doch. Ist doch durchaus akzeptabel. Selbst der Landesbischof will mit denen gemeinsam Gesellschaft gestalten.

Da spielt dann für Rentzing auch keine Rolle mehr, dass eine AfD-Bundestagsabgeordnete wie Verena Hartmann den Tag der Geburt von Angela Merkel verflucht, der AfD Landtagsabgeordnete Roland Ulbrich nach dem Terroranschlag in Halle die zynische Frage stellt, was schlimmer sei, eine beschädigte Synagogentür oder zwei tote Deutsche. Und der AfD-Vorsitzende Jörg Urban und der neu gewählte AfD-Vizepräsident des sächsischen Landtages André Wendt bei Pegida mitlaufen, während Lutz Bachmann dazu aufruft, die „links-grünen Volksschädlinge“ einzugraben und anschließend den Graben zuzuschütten.

Das hier offensive, klare Positionierungen durch den Landesbischof ausgeblieben sind, dass er nie das Gespräch mit denen in der Landeskirche gesucht hat, die seit Jahren in der unmittelbaren Auseinandersetzung mit den Rechtsnationalisten stehen, ist der Grund dafür, warum sich ein Zusammenhang zwischen seinen abstrusen Gedanken vor 25-30 Jahren und seiner heutigen Haltung nahelegt – und warum nun auch dem Bischof freundlich zugewandte Menschen dies mehr als verstörend finden.

Denn im Gegensatz zu Menschen, die in jungen Jahren Positionen vertreten haben, an die sie nicht gerne erinnert werden möchten, mit denen sie sich aber immer selbstkritisch auseinandergesetzt haben – wie z.B. Martin Niemöller, Herbert Wehner, Joschka Fischer – hat Rentzing erst reagiert, als es nichts mehr zu verleugnen gab. Deswegen ist auch der nun vorgenommene Vergleich mit Paulus mehr als abwegig. Denn Paulus hat sich immer zu seiner fundamentalistischen Vergangenheit bekannt und seinen Gesinnungswandel theologisch, öffentlich reflektiert.

Es ist zu erwarten, dass die Causa Rentzing in den nächsten Wochen noch zu vielen Auseinandersetzungen führen wird – innerkirchlich wie auch im politischen Raum. Eines sollte aber nicht mehr zur Disposition stehen: Dr. Carsten Rentzing kann nicht mehr das Amt des Landesbischofs ausüben.

Rücktritt und Klärung in der Landeskirche Sachsen

Sein Rücktritt sollte nun endlich von ihm selbst vollzogen werden – am besten, indem er am kommenden Montag vor die geplante Mahnwache in der Dresdner Lukasstraße tritt und seinen Anhänger/innen erklärt, warum er diesen Schritt jetzt vollzieht, vollziehen muss und von wem er Solidarität annimmt und von wem nicht.

Die Landeskirche sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass damit ihre (selbst-)kritische Bestandsaufnahme der Causa Rentzing erst beginnt. Dazu gehören sowohl ein Aussetzen der selbstzerstörerischen Strukturreform wie auch eine deutliche Positionierung im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Wie sonst wollen wir glaubwürdig bleiben im Kampf gegen den Antisemitismus?

Wir müssen in der Auseinandersetzung mit den Rechtsnationalisten von Pegida/AfD deutlich machen, welche Positionen mit der biblischen Botschaft vereinbar sind und welche nicht – unabhängig davon, wie sich die Mehrheitsverhältnisse im politischen Bereich darstellen. Diese Orientierung ist überfällig. Ihr dürfen sich weder die Kirchenleitung, noch Pfarrer/innen, noch Kirchvorstände, noch die Mitglieder der Theologischen Fakultät und anderer Ausbildungsstätten entziehen.

Das Verstörende möge der Vergangenheit angehören, jetzt ist Klärung gefragt. Beides sind Zumutungen der Liebe – siehe den Spruch für die neue Woche „Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder (und seine Schwester) liebe.“ (Die Bibel: 1. Johannes 4,21)

Die Petition „Nächstenliebe verlangt Klarheit“

Wenn der Bischof schweigt

Kirche & Zivilgesellschaft – Ein Umbruch steht bevor: Peterskirch-Pfarrer Andreas Dohrn im Gespräch (2017)

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 01. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

* Kommentar *AfDevangelische KircheCarsten Rentzing
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Programm bis Mitte Februar im Museum für Druckkunst Leipzig
Blick in die Sammlung des Museums für Druckkunst Leipzig © Klaus-D. Sonntag

© Klaus-D. Sonntag

Der Startschuss für Jahr der Industriekultur in Sachsen fiel letzte Woche in Dresden. Das Museum für Druckkunst freut sich auf ein spannendes Jahr mit tollem Programm. Die Sonderausstellung zum Themenjahr wird die Fotografie in den Fokus rücken.
Der Tag: Proteste gegen Verbote, Faschismus und Auszeichnungen
Das Bundesverwaltungsgericht muss über das Linksunten-Indymedia-Verbot entscheiden. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig blickt schon wieder auf einen Protesttag voraus. Sowohl gegen das Linksunten-Indymedia-Verbot als auch gegen eine AfD-Veranstaltung soll es Kundgebungen geben. Es ist aber unwahrscheinlich, dass es erneut eskaliert. In Dresden zeigten Proteste schon heute Wirkung: Der Semperopernball bezeichnete eine Ordensverleihung an den ägyptischen Präsidenten als Fehler. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 28. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Im Februar trifft sich der Nachwuchs zum Jazzen
Foto: Anne Schneemelcher

Foto: Anne Schneemelcher

Rund 100 Kinder und Jugendliche werden vom 21.-23. Februar beim 11. Kids Jazz Festival wieder zeigen, dass Jazz alles andere als out ist. „Vielleicht, weil es Improvisation gibt - und das ist immer etwas Neues und Unvorhersehbares“, beschreibt Saxofonist Tymofy Lysenko den Musikstil. Der 14-Jährige kommt wie andere Bands und Solisten aus der Ukraine. Zum ersten Mal tritt aber auch ein israelisches Ensemble aus der Stadt Herzliya auf. Auch Bands aus Niedersachen, Berlin und Baden-Württemberg werden beim Festival erwartet. Eröffnet wird das 11. Kids Jazz Leipzig vom MDR Kinderchor.
Das System der Ladesäulen für E-Autos wächst auch im Leipziger Umland
Ludwig Martin (Bürgermeister Borsdorf), Uwe Härling (Netzregionsleiter MITNETZ STROM), Gesine Sommer (Leiterin Stabsstelle des Landrates Wirtschaftsförderung/Kreisentwicklung) und Konstanze Lange (enviaM-Kommunalbetreuung) bei defv Inbetriebnahme der Ladestation in Borsdorf. Foto: enviaM

Foto: enviaM

Für alle LeserManchmal hat man ja das Gefühl, der Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos geht viel zu schleppend voran. Als wäre das E-Auto auch nach zehn Jahren immer noch ein Exot, den man mit dem Fernglas suchen muss. Aber dann gibt es doch immer wieder Meldungen, die zeigen, dass einzelne Akteure vor Ort tatsächlich weiterbauen am Ladesäulennetz. Und das betrifft auch die ländlichen Regionen im Leipziger Süden, wo enviaM das Netz ausbaut. Und eine Schnelllade-Pilot-Station gibt es schon im Leipziger Norden.
Die ersten Bäume in der Bornaischen Straße werden gefällt und die Frage nach dem Schienenersatzverkehr ist noch ungeklärt + Update
XL- und XXL-Straßenbahn in der Bornaischen Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Montag, 27. Januar, gab es schon einmal den ersten Hinweis, dass es jetzt wirklich ernst wird in der Bornaischen Straße in Connewitz, die ab März endlich umgebaut und modernisiert werden soll. Das war zwar ursprünglich schon für 2019 geplant gewesen. Aber weil man damals keine „wirtschaftliche Ausschreibung“ mehr hinbekam, wurde das 11-Millionen-Euro-Projekt ins Jahr 2020 verschoben.
Die Reaktionen auf die geplante Ordensverleihung an Abdel Fattah Al-Sisi in Dresden
Die Residenzstadt Dresden an der Elbe. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn Sachsen kann man eigentlich froh sein, wenn man keine offiziellen Orden und Ehrenzeichen bekommt. Man geriete dabei in eine Gesellschaft, in der man ständig das Gefühl haben müsste, dass hier eigentlich eher Kumpels ihren Kumpels ein blitzendes Gehänge ans Revers heften. Und es dabei völlig egal ist, was für Skandale der mit Orden Behängte schon auf seinem Kerbholz hat. So wie Abdel Fattah Al-Sisi, der sich 2013 in Ägypten an die Macht geputscht hat.
Ein „Friedensstifter“ beim Dresdner Semperopernball? Al Sisi ist nicht die erste peinliche Kür
Stadtansicht Dresden. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDas Drama deutete sich schon am 24. Januar an, als die Dresdner PR-Agentur Zastrow + Zastrow die Meldung verschickte: „Ägyptischer Staatspräsident Abdel Fatah El-Sisi bekommt den St. Georgs Orden“. Da sah es noch wie ein Narrenstück aus. Bestimmt hatte sich da nur jemand einen Aprilscherz erlaubt, Bisschen früh im Jahr. Kurz darauf verschickte Zastrow + Zastrow im Auftrag des Dresdner Semperopernballs eine neue Mitteilung. Der Inhalt blieb derselbe. Das Ganze begann zur Farce zu werden. Was ist da los in Dresden?
Sachsen braucht endlich eine andere Politik für die Auen der Flüsse
Die Prießnitzmündung, Foto: BUND Dresden

Foto: BUND Dresden

Für alle LeserManchmal genügt ein Schock, um Politiker wieder zu ernüchtern und dazu zu bringen, eine Politik zu machen, die wirklich Rücksicht nimmt auf die vorhandenen Ressourcen und die Risiken, die entstehen, wenn der Mensch die Folgen für die Umwelt missachtet. So einen Moment gab es 2002, in den Monaten nach der sogenannten „Jahrhundertflut“. Da arbeitete Sachsens Staatsregierung tatsächlich einmal an einem zukunftsfähigen Hochwasserschutzkonzept. Doch der gute Vorsatz war schnell vergessen.
MDR-Wahlarena „Fakt ist …!“: Eine LVZ-Kooperation und zwei unwichtige Kandidatinnen
Ort der Sendung „Fakt ist ...!“ am 27. Jnaur 2020, der LVZ-Sitz am Peterssteinweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 6. Januar 2020 veranstaltete die LVZ bekanntlich ein OBM-Wahlpodium, welches im Nachgang nicht nur freundlich aufgenommen wurde. Einerseits geriet der Fokus auf die Silvesterkrawalle in die Kritik, doch auch die Auswahl der Kandidat/-innen ließ wenigstens zwei Bewerberinnen vermissen und die LVZ+-Strategie verbannte das ganze hinter die Paywall. Wie man eine Wahlkampf-Debatte ausgewogen und fair hinbekommt, zeigte kurz darauf die IHK zu Leipzig mit allen Kandidat/-innen an Bord. Nun, fünf Tage vor der ersten Wahlrunde am 2. Februar, möchte es auch der MDR am heutigen 27. Januar versuchen. Die Vorzeichen scheinen allerdings kurios.
Der Tag: Die Ruhe nach dem Sturm
Während der Demo wurde unter anderem eine Haltestelle beschädigt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNie wieder: Das Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor genau 75 Jahren dominiert heute die Nachrichten. Aus diesem Anlass gab es in Leipzig und Dresden mehrere Veranstaltungen. Außerdem gibt es Stellungnahmen zu den Ausschreitungen während der Indymedia-Demonstration am Samstag. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 27. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
14. Lange Leipziger Kriminacht am 11. März Uhr im Blauen Salon
Lange Leipziger Kriminacht PR

Lange Leipziger Kriminacht PR

Die Lange Leipziger Kriminacht hat sich als Buchmesseeinstieg am Mittwochabend seit vielen Jahren erfolgreich etabliert. Der Blaue Salon des Central Kabaretts im Herzen der Messestadt bietet dafür einen besonders exklusiven Veranstaltungsort. Zu hören und sehen ist die Crème de la Crème der deutschsprachigen Krimiautoren – neun Autoren, neun spannende Krimis aus acht Verlagen.
Notenspur und Flügelschlag laden ein zum Erinnerungsweg in die Nacht für Auschwitz-Entronnene am 13. April 2020
Schneeblumengedenkweg 2015. Foto: A. C. Winkler.

Foto: A. C. Winkler.

Für alle LeserAuch in diesem Jahr wird es ihn wieder geben: den Schneeblumen-Gedenkweg am 13. April. So wie 2015, als er zum ersten Mal an eines der beklemmenden Ereignisse zum Ende der NS-Zeit erinnerte. In Auschwitz endete das Lager-Grauen mit der Ankunft der Roten Armee am 27. Januar 1945. In Leipzig wurden die nationalsozialistischen Arbeitslager erst im April vor den heranrückenden alliierten Truppen geräumt.
AKIBA PASS Festival am 1. Februar zu Gast im Cineplex Leipzig
Foto: Cineplex

Foto: Cineplex

Cineplex Leipzig freut sich am Samstag, den 1.2.2020, zum zweiten Mal Gastgeber für das deutschlandweite Anime-Event Akiba Pass Festival zu sein. Jeweils sechs Animes laufen in zwei Sälen hintereinander, als Deutschlandpremieren in ihrer japanischen Originalversion, deutsch untertitelt.
Die schnelle Befriedigungs-Maschinerie und die Einsamkeit eines entzauberten Lebens
Auszug Buchcover. Foto: Blessing-Verlag

Foto: Blessing-Verlag

Für alle LeserEs gibt solche Sätze, die haken sich fest. Da stolpert man schon beim Lesen, macht im Kopf ein Häkchen dahinter – und am nächsten Tag sucht man sich dumm und dusselig, weil man vergessen hat, wo man sie gelesen hat. Man kann sich ja nicht überall ein buntes Fähnchen hinkleben. Schon gar nicht im Internet. War das nun ein verflixter Satz, den Sibylle Berg geschrieben hat oder etwas Hingehauenes von Sascha Lobo? Nein. Es war in diesem Fall ein Satz von Jens-Uwe Jopp. Und wer die neue „Leipziger Zeitung“ hat, kann ihn nachlesen.
Die neue Leipziger Zeitung ist da: Fokus auf die OBM-Wahl
Leipziger Zeitung vom 24. Januar 2020. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWenn man gut eine Woche vor einer wichtigen Wahl eine monatlich erscheinende Zeitung herausbringt, ist klar, wo der Schwerpunkt liegt: Die am 24. Januar erschienene LEIPZIGER ZEITUNG widmet sich auf rund einem Viertel der Seiten der OBM-Wahl am 2. Februar. Außerdem haben wir mit Irena Rudolph-Kokot über Silvester in Connewitz und die anschließenden Diskussionen gesprochen. Weitere spannende Interviews gibt's unter anderem in Bildung und Sport.