1. FC Lok Leipzig vs. Viktoria Berlin – #LokVik ohne Happyend

Für alle LeserDas Regionalliga-Jahr hat der 1. FC Lok Leipzig mit einem 0:0 gegen den FC Viktoria Berlin beendet. Gegen die zuvor fünfmal siegreichen Berliner, die jeweils ohne Gegentor blieben, hätte Lok in der Schlussphase sogar mehr verdient gehabt. Nicky Adler verpasste mit der letzten Aktion den Sieg. Das zweite 0:0 für Lok in Folge war wie in der Vorwoche gegen Meuselwitz keineswegs langweilig.

Mit einem kleinen Kichern twitterte das Social-Media-Team des 1. FC Lok vom Heimspiel gegen den FC Viktoria Berlin unter dem Hashtag „LokVik“. Nur der Hashtag zum Spiel Zwickau gegen BAK (#ZWIBAK) war je besser. Und so gesehen, warteten die 2.526 Zuschauer 90 Minuten lang auf den Höhepunkt. Bolero-artig hatte sich etwas aufgeschaukelt, bis Paul Schinke in der 91. Minute einen Freistoß von der rechten Strafraumecke scharf mit links Richtung Tor brachte.

Der nach vier Wochen erstmals wieder für ein paar Minuten eingewechselte Nicky Adler hatte das (Bein-)Gerät schon ausgefahren, aber knapp vorbei ist auch daneben. Dass Adler ausgerechnet wegen Rückenproblemen pausiert hatte, soll hierbei keine Rolle gespielt haben.

Auch dem eingewechselten Nicky Adler (Lok) gelang nichts Zählbares. Foto: Jan Kaefer

Auch dem eingewechselten Nicky Adler (Lok) gelang nichts Zählbares. Foto: Jan Kaefer

So gesehen blieb punktemäßig nur wenig Fruchtbares vom Heimspiel gegen den FC Viktoria hängen. Mit dem 0:0 konnte Lok-Trainer Björn Joppe anschließend allerdings gut leben. „Viktoria war die spielstärkste Mannschaft, gegen die wir gespielt haben, seitdem ich Trainer bin. Wenn man ihnen Räume gibt, wissen sie die auch zu nutzen.“ Von daher war Lok – wie auch in den Spielen zuvor – darauf bedacht, die Räume eng zu halten. Viktoria tat sich schwer, spielte zu langsam und technisch unsauber.

Lok versuchte erneut, die Umschaltmomente und die Standards für sich zu nutzen. Sascha Pfeffer, der sein wohl bisher bestes Saisonspiel machte, war immer wieder Unruheherd, trieb das Leder, blieb aber vor dem Tor genauso glücklos wie Ryan Malone. Der US-Amerikaner hatte nach 37 Minuten die dickste Chance des Spiels, als er einen Kopfball an die Latte setzte und wenig später freistehend über das Tor köpfte.

Sascha Pfeffer (Lok) zieht an Pascal Maiwald (Viktoria) vorbei. Foto: Jan Kaefer

Sascha Pfeffer (Lok) zieht an Pascal Maiwald (Viktoria) vorbei. Foto: Jan Kaefer

Viktoria hatte in der gesamten ersten Halbzeit keinen Torabschluss. Und das obwohl die Berliner seit Ende Oktober ungeschlagen sind, fünfmal in Folge ohne Gegentor gewannen, dem Tabellenführer Chemnitzer FC die erste Saisonniederlage zufügten und auch den Tabellenzweiten Berliner AK besiegt hatten.

Viktorias Trainer Jörg Goslar nahm das Spiel seiner Mannschaft, die Lok im Hinspiel in deutlich anderer Besetzung noch 4:1 geschlagen hatte, nach außen gelassen hin. Die Gäste mussten Anfang der zweiten Halbzeit zwölf Minuten Lok-Powerplay überstehen und waren nur gefährlich, wenn Lok in der Defensive zu ungenau agierte. Zickert, Malone und auch Schinke unterliefen Fehler im Spielaufbau unter Druck.

Keinen wussten die Berliner zu nutzen, selbst nicht als Junge-Albiol Paul Schinke den Ball am 16er abluchste und Rafael Brand aus 15 Metern am glänzend haltenden Kirsten scheiterte. Wohl aufgrund dieser Chance meinte Goslar dann wohl, dass seine Mannschaft einen Sieg verdient gehabt hätte.

Nils Gottschick (Lok) im Zweikampf. Foto: Jan Kaefer

Nils Gottschick (Lok) im Zweikampf. Foto: Jan Kaefer

Dabei vergaß der ehemalige Nordhäuser Trainer, dass Lok in den letzten 15 Minuten noch einen Superzündi einwarf und die Gäste mit drei Wechseln in den letzten acht Minuten an der Uhr drehten. Aber Pfeffers Schuss aus 16 Metern war zu unplatziert, tja und Adler verpasste den Stoß ins Glück. Folglich sprach Joppe davon, dass „wenn überhaupt, wir der Sieger hätten sein müssen.“

Nach zwei 0:0 in Folge rangiert Lok weiter auf Platz 8 mit leichtem Polster nach unten. In der kommenden Woche wird es in der Endabrechnung kein 0:0 geben. Lok reist dann nach Leutzsch zum Landespokal-Viertelfinale gegen die BSG Chemie.

Aus Protest gegen den Lok-Zuschauer-Boykott des Pokalderbys blieb die Fankurve in der 2. Halbzeit leer. Foto: Jan Kaefer

Aus Protest gegen den Lok-Zuschauer-Boykott des Pokalderbys blieb die Fankurve in der 2. Halbzeit leer. Foto: Jan Kaefer

Regionalliga1. FC LokViktoria Berlin
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