1. FC Lok Leipzig vs. Union Fürstenwalde 2:2 – „Hätten eigentlich gewinnen müssen“

Für alle LeserDie Siegesserie des 1. FC Lok unter Wolfgang Wolf ist gerissen. Im Heimspiel gegen den Sechsten Union Fürstenwalde mussten sich die Probstheidaer mit einem 2:2 (1:2) zufrieden geben. Vor nur 2.534 Zuschauern drehte Fürstenwalde noch in der 1. Hälfte die Lok-Führung um. Leipzig glich nach der Pause durch Soyak aus und schaffte 15 Minuten in Überzahl nicht den Siegtreffer.

Normalerweise ist Robert Berger eine zuverlässige Größe auf der rechten Außenbahn des 1. FC Lok. Der Deutsch-Kasache metert für gewöhnlich die Linie entlang, gewinnt durch seine quirlige Zweikampfführung die direkten Duelle in der Defensive und mit einer überschaubaren Palette an Tricks, die aber immer wieder funktionieren, die Offensiv-Zweikämpfe. Im Heimspiel gegen Fürstenwalde hatte Berger allerdings eine Aktie an beiden Gegentreffern.

Zum einen unterlief er einen hohen tiefen Ball, der in der Folge zum Elfmeter führte, weil Gegenspieler Geurts nicht mehr zu halten war und geschickt den Kontakt mit dem zögerlich rauslaufenden Schötterl suchte (Putze verwandelt sicher), zum anderen verursachte Berger einen unnötigen wie strittigen Freistoß ohne Not an der Außenlinie, den Stagge frei einköpfen konnte. „Diese zwei Gelegenheiten nutzen sie hervorragend aus“, so Wolfgang Wolf. Sein Gegenüber Matthias Maucksch hatte auf mehr als diese beiden Gelegenheiten für sein Team gehofft. „Wir wollten schnelle Umschaltmomente haben, weil wir gesehen haben, dass Lok dort Schwächen hat.“

Matthias Steinborn erzielte früh die Führung für Lok. Foto: Jan Kaefer

Matthias Steinborn erzielte früh die Führung für Lok. Foto: Jan Kaefer

Tatsächlich sollte Fürstenwalde nach dem zweiten Tor keine weitere Torchance mehr erhalten, weil unter anderem Kapitän Zickert und Urban eine starke Zweikampfquote aufwiesen, sich in die direkten Duellen warfen. Lok dominierte den Ball, erzielte schon durch Steinborn nach neun Minuten die verdiente Führung, weil schon in dieser Zeitspanne offensiv mehr Räume angeboten wurden als in beiden Spielen gegen Bischofswerda zusammen. Wolf hatte es mit einer Raute im Mittelfeld probiert, brachte gegen die „sehr körperlich spielenden“ Gäste ballgewandte, wendige Spieler wie Soyak, Schinke, Wolf und Pfeffer, die alle vier emsig arbeiteten. Zu weiteren Tore sollte das bis zur Pause allerdings nicht führen.

Der Ausgleich fiel außerdem durch einen Standard. Wie schon in der Liga in Bischofswerda zwirbelte Soyak nach 56 Minuten den Ball sehenswert über die Mauer ins Tor. Zufall? „Nein, ich trainiere die nach dem Training regelmäßig“, so der Standardspezialist gegenüber dem Vereins-Fernsehen. Die verbliebenen 34 Minuten reichten Lok allerdings nicht für den erlösenden dritten Treffer und damit der Punktgleichheit mit Tabellenführer Altglienicke – obwohl Fürstenwalde nach einem Foul von Köster sogar in Unterzahl geriet.

Romarjo Hajrulla (Lok) auf dem Weg nach vorn. Foto: Jan Kaefer

Romarjo Hajrulla (Lok) auf dem Weg nach vorn. Foto: Jan Kaefer

„Da sind wir hektisch geworden, haben im Strafraum nicht mehr genau gespielt, das Spielfeld nicht breit gemacht“, klagte Wolf, der grundsätzlich mit der Spielweise seiner Mannschaft zufrieden war. „Wir haben versucht, Fußball zu spielen.“ Lok hatte nach dem Pokalspiel in Bischofswerda am Donnerstag nur drei Tage Regenerationszeit. „Wir hätten eigentlich gewinnen müssen, aber uns fehlten am Ende auch die Kräfte“, so Soyak. Für Fürstenwaldes Matthias Maucksch ist Lok Aufstiegsfavorit. „Man hat heute wieder gesehen, wie viel Power Lok hat.“

Erstmals unter Wolf hatte Lok erfrischend offensiv gespielt und sich auch nicht von der Verletzung der eigentlichen Nummer 2, Lukas Wenzel, verunsichern lassen. Der 20-Jährige hatte den langfristigen Ausfall von Benjamin Kirsten vergessen gemacht, ist nun aber erstmal raus. Er war nach dem Abschlusstraining am Samstag auf der Rasenkante umgeknickt und wird wohl mindestens einen Monat pausieren. Lok hat mit Schötterl und Kycek noch zwei Torhüter und: Benjamin Kirsten soll Montag wieder ins Training einsteigen. Aber eine schnelle Rückkehr wird es dennoch nicht geben. Nach einem halben Jahr Spielpause wird der Kniegeschädigte einige Aufbauzeit brauchen.

Kommenden Freitag gastiert Lok beim Kellerkind Germania Halberstadt. Soyak ist sich sicher: „Das wird ganz ähnlich wie zuletzt. Die werden uns den Ball überlassen und wir müssen die Lücken finden.“

Sascha Pfeffer (Lok) hat den Ball im Blick. Foto: Jan Kaefer

Sascha Pfeffer (Lok) hat den Ball im Blick. Foto: Jan Kaefer

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