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1. FC Lok Leipzig vs. ZFC Meuselwitz 4:2 – Nicht nur alles „Isi“

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    Der 1. FC Lok Leipzig ist Tabellenführer in der Regionalliga Nordost. Gegen den einstigen (?) Angstgegner ZFC Meuselwitz obsiegten die Probstheidaer am Freitagabend mit 4:2 (1:1). 3.061 stimmungsvolle Zuschauer im Plache-Stadion sahen ein anfangs mäßiges und am Ende mitreißendes Regionalliga-Spiel. Meuselwitz egalisierte zweimal die Lok-Führung, ehe Paul Schinke in der 90. Minute per Elfmeter zum 3:2 traf. Winter-Neuzugang Ishmael Schubert-Abubakari traf nur 60 Sekunden später zur endgültigen Entscheidung. Zwei Spielunterbrechungen aufgrund von Pyro-Technik in der Lok-Fankurve warfen einen Schatten auf eine furiose zweite Halbzeit.

    Noch lange nach Spielende musste Lok-Regisseur Paul Schinke Rede und Antwort stehen und immer wieder ging es um die Szene in der 90. Minute, ja eigentlich in der 87. Romario Hajrulla war von Ruben Aulig zu Fall gebracht worden, den von Schiedsrichter Christoph Dallmann aus Rostock verhängten Elfmeter sollte Schinke schießen. Doch durch die Behandlung von Aulig, der sich bei dem Zusammenprall leicht verletzt hatte, musste Schinke lange mit dem Ball unter dem Arm seine Kreise am Strafraum drehen.

    Fair: Kein Meuselwitzer schien Schinke irgendwie zu beeinflussen. Schön: Die Lok-Fans hatten die Bedeutung der Situation und die ungünstige Lage des zu allem bereiten Schinke erkannt, taten sich sangesfreudig hervor. Fast drei Minuten später war es dann soweit. „Als ich mir den Ball geschnappt hatte, hatte ich noch dicke Eier“, so Schinke „aber die waren dann bis zum Schuss deutlich kleiner geworden.“ Schinke traf trotzdem. „Ich übernehme gern Verantwortung und ich kenne ja meine Jungs, da schießt nicht jeder gern Elfmeter.“

    ZFC-Keeper Ruben Aulig klärt vor Sascha Pfeffer. Foto: Jan Kaefer
    ZFC-Keeper Ruben Aulig klärt vor Sascha Pfeffer. Foto: Jan Kaefer

    Feingefühl bewiesen aber nicht alle 3.061 Zuschauer im Bruno-Plache-Stadion. In der Fankurve hantierten nach dem Tor ein paar mit Pyro-Technik und das obwohl Dallmann, der erstmals in Probstheida pfiff, schon nach 72 Minuten das Spiel deswegen unterbrochen hatte. Ganze drei Minuten mussten die Beteiligten warten, bis das Feuerwerk – im wahrsten Sinne des Wortes – vorbei war. Zuschauer im Stadion pfiffen. Die erste Unterbrechung kostete Lok Zeit und Kraft, denn nach 72 Minuten stand es 2:2, was keineswegs absehbar war.

    Schon nach zehn Minuten ging die Leipzig durch einen schönen Fernschuss von Salewski, erstes Liga-Tor in der Saison, in Führung. Zuvor hätte schon Steinborn frei aus acht Metern auf 1:0 stellen können. Die Meuselwitzer boten einen aggressiven Kampf, aber lange Zeit kaum Offensivaktionen.

    Der Ausgleich durch Alexander Dartsch nach 39 Minuten kam nach einer vergebenen Kopfball-Chance von Ziane und war sehenswert herauskombiniert. Zwei Lok-Spieler werden am Strafraum getunnelt, Zickert und Urban, sonst wieder mit gutem Timing, gehen im Strafraum zu Boden, um den Ball zu blocken, Dartsch bleibt stehen und köpft die Flanke von Raithel ins Tor. Bitter für die Lok, die zwar kein gutes Spiel bot, aber alles im Griff zu haben schien.

    Robert Zickert bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 für Lok. Foto: Jan Kaefer
    Robert Zickert bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 für Lok. Foto: Jan Kaefer

    Lok-Trainer Wolfgang Wolf rüttelte das Team in der Pause wach. „Ich wollte wieder meine Lok-Mannschaft sehen, die aggressiv spielt. Wir hatten nach 20 Minuten das Fußball spielen eingestellt“. Paul Schinke gab nach dem Spiel zu, dass es in der Kabine auch etwas lauter geworden sei. Mit Erfolg: Schon nach dreieinhalb Minuten im zweiten Durchgang lenkte Kapitän Zickert eine Schulze-Flanke mit dem Knie ins Tor. Lok blieb diesmal am Drücker, hatte ein paar halbgare Möglichkeiten, unter anderem einen Freistoß aus zentraler Position, 16 Meter vor dem Tor, den Urban deutlich am Tor vorbeischoss.

    Außerdem hätte Dallmann schon nach 58 Minuten auf Elfmeter entscheiden können. Ziane war von Weiß klar gestoßen worden. Stattdessen kam Meuselwitz zum Ausgleich wie die Jungfrau zum Kind. Zickert spielte Guderitz im eigenen Stafraum an, der Lok-Torwart schlägt ein Luftloch und der gerade eingewechselte Sebastian Albert musste aus 15 Metern nur noch das leere Tor anvisieren. Was für ein Bock in der Leipziger Defensive. „Das wir soviel über den Torwart spielen, das ärgert mich kolossal“, sagte Trainer Wolfgang Wolf auf der Pressekonferenz und erntete dafür großen Beifall. „Das werde ich der Mannschaft austreiben.“

    Pyro und Feuerwerk in der Lok-Fankurve. Foto: Jan Kaefer
    Pyro und Feuerwerk in der Lok-Fankurve. Foto: Jan Kaefer

    Lok tat sich nach dem 2:2 wieder schwerer damit, in die Gänge zu kommen. Meuselwitz hatte bis auf zwei Fernschüsse keine klaren Möglichkeiten mehr und verschleppte das Tempo. Als Wolf durch die Einwechslung von Hajrulla und Schubert-Abubakari das Risiko erhöhte, ging noch einmal ein Ruck durch das Stadion.

    Schinke belohnte die Schlussoffensive, die Schubert-Abubakari mit seinem ersten Lok-Tor krönte. „Isi“ vollendete einen Angriff, den er selbst einleitete. „Das war hier heute eine tolle Atmosphäre“, jubelte der 19-Jährige anschließend. Aber nur „Isi“ war es wie erwartet nicht. Leipzig führt die Tabelle nun mit drei Punkten vor der VSG Altglienicke an und hat sogar sechs Punkte auf Energie Cottbus, die allerdings am Samstag noch den FSV Optik Rathenow empfangen.

    Das Spiel verpassten übrigens Lok-Präsident Thomas Löwe und Aufsichtsratschef Olaf Winkler, die in Köln ETL-Chef Franz-Josef Wernze die Ehrenmitgliedschaftsurkunde überreichten. Ein Foto zeigt drei strahlende Männer. Sah nicht so aus, als wenn sie sich zum letzten Mal trafen…

    Lok-Trainer Wolfgang Wolf applaudiert zufrieden dem Leipziger Publikum. Foto: Jan Kaefer
    Lok-Trainer Wolfgang Wolf applaudiert zufrieden dem Leipziger Publikum. Foto: Jan Kaefer

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