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Gefahrenstelle Nr. 24 im Leipziger Radnetz: Heimtückische Gleise in der Hermann-Liebmann-Straße

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    Es gibt auch Straßen in Leipzig, da ist es mal nicht die Radwegeführung, die ein Befahren gefährlich macht. Manchmal sind es auch einfach Bauteile, die im Asphalt gelassen wurden und davon erzählen, dass hier früher mal eine Straßenbahn fuhr. Nein, die Rede ist nicht von der Simildenstraße in Connewitz, die unter den Kandidatinnen für das schlimmste Straßenpflaster in Leipzig ganz vorn mit dabei wäre.

    Die Rede ist von der Hermann-Liebmann-Straße, wo bis zur Liniennetzreform der LVB mal die Straßenbahn Nummer 22 fuhr. Die Gleise liegen noch zum Teil in der Straße. Drumherum ist alles hübsch asphaltiert. Aber wie sich das die Straßenplaner eigentlich gedacht haben mit den Radfahrern, ist nur schwer herauszubekommen. Von der Hermann-Liebmann-Brücke kommend fährt man sogar noch ein Stück weit auf einem hingemalten Radweg.

    Nach der Schultze-Delitzsch-Straße hört er dann einfach auf. Die neuen Malereien auf dem Asphalt deuten keinen Radweg an, sondern halb auf der Straße, halb auf dem Fußweg hängende Parkplätze. Eigentlich beginnt hier schon für Radfahrer eine Art Stresszone, denn in den angrenzenden Vierteln scheint es sich eingebürgert zu haben, die Hermann-Liebmann-Straße nicht mehr als Hauptstraße zu betrachten. Ohne Stopp wird hier mit quietschenden Reifen in der Mariannen- und der Ludwigstraße gewechselt, und wenn Radfahrer dann nicht gerade im Gewühl der Haltestelle der Linie 3 und der Linie 70 stecken bleiben, geht das Rätselraten südlich der Eisenbahnstraße weiter.

    Denn an der Konradstraße verengt sich die Straße deutlich, Radfahrer müssen sich in den fließenden Verkehr einordnen, weil es andere Alternativen nicht gibt.

    Und so begegnen sie hier bald den noch im Asphalt befindlichen Gleisen der eingestellten Straßenbahnlinie. Besonders prekär wird es an der Bergstraße und wenig später kurz vor der Marcusgasse, denn hier drängen die Gleise an den Fahrbahnrand und Radfahrer sind gut beraten, rechtzeitig zwischen die Gleise zu wechseln, um nicht mit den Rädern in die Schiene zu geraten. An der Marcusgasse müssen sie dann endgültig in die Straßenmitte ausweichen, denn hier stehen in der Regel allerlei halb auf der Straße, halb auf dem Fußweg geparkte Autos, die den Radfahrer zum Slalom zwingen.

    War’s das? – Nicht wirklich. Denn wer die frisch umgebaute Wurzner Straße überquert erlebt, wo die meisten Leipziger Radstreifen enden: unter geparkten Autos.

    Da kann man sich ärgern oder auch nicht, denn der Radstreifen endet tatsächlich irgendwo dort unter der geparkten Autoreihe. Ab hier darf man also wieder im nicht wirklich breiten Straßenraum fahren und sich überlegen, wie man eventuell Richtung Lene-Voigt-Park kommt.  Eigentlich kein Problem, hätten sich die Planer der Breiten Straße nicht geschworen, Radfahrern das Fahren in dieser Straße weitestgehend unmöglich zu machen.

    Was sagt der ADFC dazu?

    Alexander John, Stellvertretender Vorsitzender des ADFC Leipzig

    Die Hermann-Liebmann-Straße zwischen Wurzner Straße und Eisenbahnstraße ist im Mittelfristigen Straßen- und Brückenbauprogramm 2013 – 2020 in der Liste der Straßen mit der Zustandsnote 4 – 6 enthalten. Sie nimmt den 35. Platz ein. Wenn man nun schaut, wie viele Straßen dieser Liste mit den Zustandsnoten 4 bis 6 bereits abgearbeitet, in Arbeit oder in Planung sind, wird es wohl nichts vor 2025 mit dem Umbau.

    Hermann-Liebmann-Straße: Gleisreste an der Marcusgasse. Foto: Ralf Julke
    Hermann-Liebmann-Straße: Gleisreste an der Marcusgasse. Foto: Ralf Julke

    Abgearbeitet: Wurzner Straße (1, Dresdner – Torgauer), In Arbeit: Könneritzstraße (3), Antonienstraße (16, Brünner – Diezmannstraße).

    In Planung: Georg-Schumann-Straße (2, Am Viadukt – Wartenburgstraße), Georg-Schwarz-Straße (4, William-Zipperer – Ludwig-Hupfeld-Straße), Täubchenweg (8, Gerichtsweg – Kippenbergstraße), Bayrischer Platz (11), Dieskaustraße (18, Neue Straße – Antonienstraße), Kohlgartenstraße (20, Dresdner – Ranftsche Gasse),

    Das Problem mit den Gleisen könnte sich allerdings dennoch früher lösen.

    Die LVB sind für die Gleise zuständig – einschließlich 0,5 m rechts und links daneben. D.h. es entstehen den LVB auch Kosten für Gleise, die nicht mehr genutzt werden. Wenn also absehbar ist, dass Maßnahmen zur Sicherung notwendig sind, der grundhafte Ausbau der Straße aber noch nicht absehbar ist, haben die LVB auch Interesse daran, die Gleise zu entfernen. Bis dahin muss man teils im Gleisbett fahren – wie an den Haltestellen in der Ossietzkystraße in Schönefeld.

    Zum Umbau der Straße selbst und auch der Kreuzung zur Wurzner und Eisenbahnstraße noch eine Anmerkung. Die Dimensionierung fußte auf der Annahme, dass die Hermann-Liebmann-Straße in diesem Abschnitt mal durchgehend mit 2 Fahrstreifen und Radfahrstreifen ausgebaut wird. Diese Annahme rührte daher, dass das Eckhaus am Rabet abgerissen wird. Dieses ist allerdings mit Steuergeldern über die Prioritätenliste „Gebäudesicherung“ gesichert worden und wird nicht mehr abgerissen. Es wird folglich keine durchgehende Radverkehrsanlage – welcher Art auch immer – in diesem Abschnitt geben können. Die Erkenntnis kam leider auch dem ADFC für den Umbau der Wurzner zu spät, sonst hätten wir die Radfahrstreifen in der Hermann-Liebmann-Straße und Wiebelstraße abgelehnt. Die Kreuzung wäre dann etwas kleiner und die Gehwege entsprechend breiter geworden.

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