VNG, Gruma und FAUN prüfen gemeinsames Pilotprojekt

Grimma könnte bald ein Knotenpunkt für Wasserstoff-Mobilität werden

Für alle LeserGrimma ist ja schon mit den Plänen, ab 2025 Wasserstoffzüge auf der Strecke nach Leipzig einzusetzen, in den Schlagzeilen. Aber die Wasserstofftechnologie ist auch eins der Themen für die neue Energielandschaft nach Ende des Braunkohlebergbaus in der Region. Und in Grimma könnte einer der ersten Netzpunkte entstehen, wo Wasserstoff hergestellt und auch wirtschaftlich getankt werden könnte.

Die Gruma Automobile GmbH (Gruma), FAUN Viatec GmbH (Faun), VNG AG, die Stadt Grimma und der Landkreis Leipziger Land unterzeichneten am Donnerstag, 21. März, in der Sitzung des Stadtrates der Stadt Grimma eine Absichtserklärung („Memorandum of Understanding“) zur Vorbereitung eines gemeinsamen Pilotprojekts im Bereich Wasserstoff-Mobilität. Dieses soll die Wasserstoffelektrolyse zur Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbarem Strom („Power-to-Gas“) sowie eine Wasserstofftankstelle zur Betankung von LKWs und Nutzfahrzeugen am Standort Grimma umfassen.

„Als VNG würden wir uns freuen, wenn wir mit der Zukunftstechnologie Power-to-Gas in der mitteldeutschen Region einen Beitrag zur Gestaltung der Energiewende und damit zur Gestaltung des Strukturwandels leisten könnten. Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir ein innovatives Power-to-Gas-Gesamtsystem schaffen und somit erste konkrete Erfahrungen im Umgang mit grünem Wasserstoff sammeln“, so Hans-Joachim Polk, VNG-Vorstand für Infrastruktur/Technik.

Als Standort der Tankstelle könnte das Gelände der Gruma an der A14 dienen. Den benötigten Wasserstoff soll ein Elektrolyseur direkt vor Ort oder auf dem Gelände der Biogasanlage der VNG-Tochter Balance VNG Bioenergie GmbH in Grimma, ansässig im Wasserwerksweg 8, produzieren. Dadurch ist ein Rückgriff auf die gute Verkehrsinfrastruktur und die bereits vorhandene Biogas-Infrastruktur der VNG möglich.

Aber wie das so ist mit neuen Technologien: Es braucht noch eine Anschubfinanzierung.

Auf Basis der am 21. März geschlossenen Vereinbarung wollen die Projektpartner nun nicht nur ihre jeweiligen Kompetenzen im Energiebereich sowie im Schwerlast- und Nutzfahrzeugverkehr einbringen. Erstes Ziel der Partner ist es, bis Ende September 2019 eine detaillierte Projektbeschreibung zu erstellen. Auf dieser Grundlage soll dann über die konkrete Umsetzung des Projekts entschieden werden. Die Realisierung der Projektidee werde jedoch nur möglich sein, wenn für das Projekt auch Fördermittel eingeworben werden können, betonen die Projektpartner.

Matthias Berger, Oberbürgermeister der Stadt Grimma, betonte am Donnerstag: „Ich würde mich freuen, wenn unsere Kooperation zwischen Stadt, Land, VNG, Gruma und FAUN in dem beabsichtigten Kreislauf von Erzeugung bis Verbrauch und Herstellung von Brennstoffzellenfahrzeugen hier in Grimma durch die Schaffung von vielen Arbeitsplätzen nachhaltig für die Region wirkt. Dadurch, dass wir durch das Thema Wasserstoffbrennstoffzelle auch noch viel Gutes für unsere Umwelt und die Zukunft tun, wird die Sache natürlich für uns noch viel interessanter.“

Ab 2025 könnte eine saubere Zugverbindung nach Grimma und Döbeln Wirklichkeit werden

GrimmaWasserstoff
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