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Entscheidet der Stadtrat tatsächlich schon im Mai zur Einführung des Wiener Modells in Leipzig?

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    Die SPD hat es im Wahlkampfprogramm, die Grünen haben Unterstützung signalisiert, der Ökolöwe sammelt Unterschriften, die Linksfraktion hat es im Stadtrat gleich mal beantragt: die Einführung eines 365-Euro-Jahrestickets ab 2021 in Leipzig. Doch sicher, dass der Stadtrat dem Antrag noch in seiner Mai-Sitzung zustimmt, ist man sich auch beim Ökolöwen nicht. Denn so ein Tempo ist in der Leipziger Stadtpolitik seit über 20 Jahren nicht mehr üblich. Die Bedenkenträger regieren.

    Dabei erfährt der Appell des Ökolöwen zur Einführung des 365-Euro-Jahrestickets nach Wiener Modell sehr großen Zuspruch, teilt der Umweltbund mit. Bisher haben mehr als 7.000 Leipzigerinnen und Leipziger für das günstige 365-Euro-Jahresticket unterschrieben – in den nächsten Wochen sollen es 10.000 sein, wünscht sich der Ökolöwe.

    Denn mit der kommenden Stadtratssitzung steht eine wichtige Etappe für die Einführung des Tickets an. Der Stadtrat entscheidet im Mai, ob ein Konzept erstellt wird, das Wege für die Einführung des 365-Euro-Jahrestickets aufzeigen soll. Eine Mehrheit dafür ist freilich aus Sicht des Ökolöwen nicht sicher.

    „Leipzig muss jetzt Nägel mit Köpfen machen“, betont Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Ökolöwen. „Der Stadtrat hat mit der Mobilitätsstrategie 2030 beschlossen, die Luftschadstoffe in Leipzig um 20 Prozent, den CO2-Ausstoß um rund 40 Prozent zu senken. Dafür braucht es endlich einen attraktiven Nahverkehr zu erschwinglichen Preisen.“

    Das vom Stadtrat im September 2018 beschlossene Nachhaltigkeits-Szenario legt für die Mobilitätsstrategie 2030 fest, die Leipziger Fahrpreisspirale zu stoppen und Fahrgäste zu entlasten. Aktuell tragen die Fahrgäste in Leipzig rund 74 Prozent der Kosten für Bus und Bahn. Zukünftig sollen es 60 Prozent sein, so wie das in anderen Städten gängige Praxis ist, meint Supplies.

    Das 365-Euro-Jahresticket für Bus und Bahn in Leipzig zeige dabei einen neuen, realistischen Weg für langfristig bezahlbare Fahrpreise auf.

    „Die Politik muss jetzt die Weichen stellen für einen zukunftsfähigen Nahverkehr. Der Ausbau des ÖPNV-Angebots muss Hand in Hand mit der Einführung des 365-Euro-Jahrestickets gehen“, erklärt Supplies.

    Ganz so weit ist es ja noch nicht. Vor 2023 sieht OBM Burkhard Jung noch keinen Ausbau im LVB-Netz, auch wenn bis dahin wesentlich in die Erneuerung des Fahrzeugparks investiert wird. Um das beschlossene Nachhaltigkeits-Szenario umzusetzen, müssten zusätzlich 843 bis 991 Millionen Euro in den ÖPNV investiert werden. Dazu würde zum Beispiel eine Modernisierung des City-Rings gehören, um dessen Leistungsfähigkeit deutlich zu erhöhen, zusätzliche Strecken müssten gebaut werden, auf einzelnen Linien müssten auch die Takte verdichtet werden. Die Fahrgastzahlen der LVB sollten in diesem Szenario von 156 auf 220 Millionen steigen, eine Zahl, die das heutige System ganz bestimmt nicht aufnehmen kann. Das ist heute oft schon im Berufsverkehr bis zur Kapazitätsgrenze ausgereizt.

    Bevor die Vorbild-Stadt Wien ihr 365-Euro-Jahresticket einführte (und die Zahl der Nutzer damit fast verdoppelte), wurden auch dort erst einmal Milliarden in den Ausbau des ÖPNV-Netzes investiert, um es attraktiver und leistungsfähiger zu machen.

    Ökolöwe will Leipzig zur Pilotregion für vorbildlichen Nahverkehr machen

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