Diskussionsvorschlag zu einer deutlichen Erweiterung im Leipziger Straßenbahnnetz

Wirklich mal groß denken für ein Leipziger Liniennetz 2035+

Für alle LeserWas im gerade diskutierten Nahverkehrsplan als Netzerweiterung skizziert ist, genügt nicht wirklich, wenn Leipzig tatsächlich die Verkehrswende schaffen will. Denn das Leipziger Ziel, irgendwann die Klimaneutralität zu erreichen, ist nur zu erreichen, wenn ein Großteil dessen, was heute noch mit dem motorisierten Individualverkehr abgewickelt wird, künftig mit Straßenbahn und Bus möglich wird. L-IZ-Leser Tony Pohl hat da ein paar Ideen.

Die habe er auch schon den Leipziger Verkehrsplanern und der Grünen-Fraktion geschickt, schreibt er uns, „und von beiden durchaus positive, wenn auch hinhaltende Resonanz erhalten“.

Dass Leipzigs Verkehrsplaner sehr zurückhaltend sind, was die Erweiterung des bestehenden Netzes betrifft, kann man in der vom Verkehrsdezernat vorgelegten „Zweiten Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Stadt Leipzig“ nachlesen. Die wirkt fast so, als hätte es die Entscheidung des Leipziger Stadtrats von 2018 für ein „Nachhaltigkeitsszenario“ gar nicht gegeben.

Vor 2023 ist überhaupt keine Netzerweiterung angedacht. Und das, obwohl der Nahverkehr bis 2025 wenigstens die Marke von 23 Prozent aller Wege erreichen soll, was nach dem eigentlichen Stadtratsbeschluss zu 25 Prozent sowieso schon eine Rücknahme eines ganz und gar nicht ehrgeizigen Ziels war. Heute rangiert der ÖPNV mit knapp unter 17 Prozent.

Logisch, dass es aus den Stadtratsfraktionen und Ortschaftsräten lauter Anträge hagelte, die auf Löcher und blinde Stellen im Nahverkehrsplan aufmerksam machen.

Aber auch sie sind zumeist im alten Austeritäts-Denken verhaftet, das 1990 auch in Ostdeutschland Einzug hielt und seit 1999 auch Stadtpolitik ist. Denn wenn Bund und Länder sparen, weil sie vorher massiv wichtige Steuern gesenkt haben, dann entsteht genau das System, mit dem Sachsens Regierung auch die Kommunen am Gängelband hält. Man kontrolliert die Haushalte, ordnet Schuldenabbau an und hat ja bekanntlich auch gleich noch ein Neuverschuldungsverbot verhängt. Logische Folge: Die Kommunen müssen sich alles, was sie investieren wollen, entweder vom Munde absparen, beim Personal sparen zum Beispiel, und können nur bauen, was von den Landesbehörden genehmigt und gefördert wird.

Das sind keine Summen, mit denen man einfach mal in Vorleistung gehen und ein Verkehrsnetz der Zukunft entwerfen kann. Denn eines der heftigsten Förderkriterien ist immer: Rechnet sich das? Was in der Bewertung der Ämter, die in der Regel die sofortige Nützlichkeit einer Investition belegt und prognostiziert haben wollen, eben bedeutet: Die Investition muss schon kurz nach Betriebsstart die versprochenen Effekte bringen. Was sich nicht rechnet, wird nicht gefördert.

Das ist aber der Todesstoß für jeden Plan, der mit den zurechtgestutzten Zuständen der Gegenwart bricht und ein Netz zum Beispiel so grundsätzlich erweitert, dass man auch als dessen Nutzer völlig neu denken kann, weil eben nicht mehr alle Straßenbahnen unbedingt über den eh schon überlasteten Innenstadtring fahren müssen, was sie seit der auf Sparsamkeit und Bündelung gedachten Netzreform von 2001 allesamt tun. Mit entsprechenden Stau- und Verspätungsfolgen.

Vorschlag für ein Liniennetz 2035+. Karte: Tony Pohl

Vorschlag für ein Liniennetz 2035+. Karte: Tony Pohl

Logisch, dass auch bei den LVB ganz fern am Horizont eine bis heute nicht ausformulierte Idee eines Straßenbahnringes leuchtet. Aber selbst der sinnfälligste Teil daran – die Tangente über den Schleußiger Weg – hat darin keine Umsetzungschance vor dem Jahr 2030.

Dass noch viel mehr möglich ist, skizziert Tony Pohl, der auf diese Südsehne sogar verzichtet. Seit Ende Oktober werden die Ideen auch auf linieplus.de diskutiert.

Ein zentrales Element dabei ist der Ausbau der Haltestelle Hauptbahnhof von derzeit vier auf acht Gleise, was die Durchlässigkeit natürlich deutlich erhöhen würde. Parallel soll die Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz von derzeit zwei auf vier Gleise erweitert werden.

Was dann die Erweiterung der Zahl der Straßenbahnlinien von derzeit 13 auf 22 ermöglichen würde, die dann auch neue Stadtgebiete anbinden würden.

Dann könnten auch die Versprechen von 1999/2000 umgesetzt werden, die eingemeindeten Ortschaften (z. B. Liebertwolkwitz und Rückmarsdorf) per ÖPNV bestmöglich an die Stadt anzuschließen und dem Stadtrand so einen Entwicklungsschub zu geben.

Eher schwieriger sind natürlich Vorschläge wie der insbesondere von der FDP vorgeschlagene Straßentunnel in der Jahnallee. Denn dann würde allein der Tunnelbau die Gelder verschlingen und das Ganze wäre nicht für 1 Milliarde Euro zu haben.

Dass auch Taucha, Markkleeberg, Schkeuditz und Markranstädt enger in die Stadt Leipzig integriert werden müssten – für Tony Pohl gern auch durch Eingemeindung oder bessere kommunale Zusammenarbeit – ist eigentlich keine Frage. Geprüft wird ja jetzt schon die S-Bahn-Anbindung von Markranstädt und Merseburg.

Aber nicht nur neue Linien findet Pohl sinnvoll. Auch bestehende können klug erweitert werden. So die Linie 2 bis zum Herzzentrum in Probstheida. Die Linie 3 könnte über Knautkleeberg hinaus auch nach Hartmannsdorf fahren, die Linie 4 sogar von Holzhausen im Süden bis nach Radefeld und Hayna im Norden. Wobei gerade die Anbindung des Gewerbegebietes im Norden überfällig ist. Über Heiterblick könnte ja die Linie 5 auch zum BMW-Werk fahren. Die Linie 6 könnte vom Lindenauer Hafen im Westen bis nach Baalsdorf im Osten fahren.

Natürlich sind das alles Maximalvarianten. Die aber eben auch zeigen, wie sehr sich das Straßenbahnnetz bis jetzt doch nur aufs innere Stadtgebiet konzentriert. Mit 214 Kilometern Länge ist es zwar eins der längsten Straßenbahnnetze in Deutschland. Mit Erweiterungen könnte es aber um fast 200 Kilometer länger werden.

Und einige Erweiterungen liegen ja seit Jahren auf dem Tisch, scheitern aber am kommunalen Kleinklein – so wie die erst jüngst zurechtgestutzte Linie 9 nach Markkleeberg, wo sie ja eigentlich auch bis Zöbigker fahren könnte. Genauso wie die 11 problemlos bis zum Markkleeberger See fahren könnte. Und die Linie 12 nicht nur von Probstheida (oder gar Auenhain) bis nach Gohlis-Nord, sondern weiter bis Wiederitzsch.

Komplett neu wäre eine Linie 17: Völkerschlachtdenkmal – Panometer – MDR – Bayerischer Bahnhof – Leuschner-Platz – Hauptbahnhof, Westseite – Eutritzsch – Messe.

Ebenso eine Linie 18: Miltitz – Grünau – Brünner T – Adler – Schleußig – Südvorstadt – Reudnitz – Stötteritz

Noch viel ambitionierter wäre eine Linie 19: Flughafen Leipzig-Halle – Schkeuditz – Wahren – Möckern – Gohlis – Eutritzsch – Mockau – Thekla – Schönefeld – Heiterblick – Sommerfeld- Engelsdorf. Und auch die Linien 20 bis 22 würden vorrangig Orte am Stadtrand einbinden.

Mit der Linie 13 würde freilich auch eine alte Linie wieder reaktiviert: Knauthain-West – Knautkleeberg – Adler – Schleußig – W.-Leuschner-Platz, Gleis 1 & 2 – Neustadt-Neuschönefeld – Reudnitz – Sommerfeld

Aber Pohl hält eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen bei den LVB auf 300 Millionen (heute: 156 Millionen) mit einem konsequenten Ausbau des Netzes für möglich.

Und selbst wenn – gerade bei den Erweiterungen über das Stadtgebiet hinaus – nicht alles umgesetzt wird, machen viele der Streckenerweiterungen schon heute Sinn und würden – gerade wenn das Nadelöhr Innenstadtring aufgelöst wird – bei dichteren Takten auch heute schon das Angebot der LVB attraktiver machen. Denn erst wenn man wirklich über dieses Potenzial nachdenkt, bekommt man eine Vorstellung davon, wie ein wirklich dichtes ÖPNV-Angebot in einer Stadt wie Leipzig aussehen könnte. Und auch müsste, wenn Leipzig seine Klimaziele selber ernst nimmt.

Update, Ergänzung von Tony Pohl: „Zwei Punkte möchte ich nur anmerken, um Verwirrung zu vermeiden: Die 6 würde im Normalfall in Leutzsch starten, der Lindenauer Hafen ist für diese Linie nur ein wichtiger Zwischenhalt. Als Endpunkt ist dieser jedoch für die verlängerte 14 angedacht.

Die 18 bedient die Südsehne zwischen Grünau und Reudnitz praktisch komplett, auf diese verzichtet das Konzept also keineswegs. Im Gegenteil, ich sehe diese sogar, neben dem Umbau des Innenstadtrings (inkl. Augustusplatz und dortiger Neuordnung des MIVs) und der Neuordnung in der Jahnallee, als das Element mit der höchsten Priorität an.“

Die Vorschläge für ein Leipziger Straßenbahnnetz 2035+.

Graphische Darstellung Gesamtnetz (Neubau & Reaktivierung).

Linksfraktion beantragt 20-Minuten-Takt im Mitteldeutschen S-Bahn-Netz

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

ÖPNVLVBNahverkehrsplan
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

„Eltern ist gar nicht bewusst, dass…“: Prof. Dr. Sven Stollfuß über Eltern und Soziale Medien
Junior-Professor Sven Stollfuß vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Foto: Christian Hüller, Universität Leipzig, SUK

Junior-Professor Sven Stollfuß vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Foto: Christian Hüller, Universität Leipzig, SUK

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 75, Januar 2020 (ausverkauft)Das Deutsche Kinderhilfswerk sah die Zeit für eine neuerliche Kampagne im Dezember gekommen. Unter dem Namen #DenkenFragenPosten informierte die Vereinigung über die Konsequenzen des Postens von Kinderbildern in Sozialen Medien. Schon 2017 hatte das Kinderhilfswerk mit der Kampagne #ErstDenkenDannPosten dieses Problem der neuen digitalen Welt angesprochen: Eltern teilen Fotos ihrer minderjährigen Kinder im Internet und sind sich der Konsequenzen dessen nicht bewusst.
Die Flächen an der Schulze-Delitzsch-Straße eignen sich im unsanierten Zustand wirklich nicht für einen Spielplatz
Die Grundstücke, die die Stadt an der Schulze-Delitzsch-Straße kaufen will (schraffiert). Karte: Stadt Leipzig

Karte: Stadt Leipzig

Für alle LeserIm Oktober stellte die Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat den Antrag „Stadtteilpark Volkmarsdorf endlich voranbringen!“ Schon damals hatte sich herumgesprochen, dass die Stadt das Bahngelände an der Schulze-Delitzsch-Straße nicht komplett kaufen würde. Auch die beiden dort ansässig gewordenen Wagenplätze waren ein Grund dafür. Aber mit der Antwort auf die Grünen-Anfrage wird noch deutlicher, welche Probleme es dort gibt.
Verwaltung schlägt Ablehnung der Petition zum Anwohnerparken im Waldstraßenviertel vor
Schild zum Bewohnerparken im Waldstraßenviertel. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser4.000 Unterschriften hatten Juliane Hauschild und Babis Kirilidis für ihre Petition gesammelt, mit der sie das Aussetzen des Anwohnerparkens im Waldstraßenviertel forderten. Der Petitionsausschuss des Stadtrates wird sich mit der Petition erst am 6. März beschäftigen. Aber das Dezernat Stadtentwicklung und Bau hat seine Stellungnahme dazu schon formuliert. Die fällt erwartungsgemäß ablehnend aus.
Frühjahrsbelebung, Unterbeschäftigung und die wachsende demografische Schieflage im Land
Gemeldete Stellen nach Branchen im Februar 2020. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserJeder Arbeitsmarkt ist ein Kunstprodukt. Erst recht das, was deutsche Arbeitsagenturen jeden Monat als Statistik vermelden. Immer wieder wurde in den vergangenen 30 Jahren an den Kategorien so herumgebastelt, dass eigentlich schon lange – außer für echte Experten – nicht mehr sichtbar ist, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich arbeitslos sind. Die Wahrheit steckt auch in Leipzig irgendwo zwischen 19.913 und 41.506.
Die Buchmesse Leipzig von 1946 bis 2019: Wie aus einer Ost-West-Plattform das größte Lesefest Europas wurde
Klaus G. Saur: Die Buchmesse Leipzig von 1946 bis 2019. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKlaus G. Saur, Gründer des K. G. Saur Verlags, hat die Leipziger Buchmesse einst aus der Sicht eines Westverlegers erlebt. Und aus der Sicht eines Mannes, der Mitglied jener Kommission war, die den innerdeutschen Buchaustausch organisiert hat. Deswegen ist dieses Buch vielleicht nicht das, was sich Leipziger unter einer heroischen Geschichte der Leipziger Buchmesse vorstellen würden. Auch wenn sie 1946 neu gegründet wurde, noch deutlich vor der Frankfurter Buchmesse.
Kulturtipp: 11. Puppentheaterfest in Markkleeberg
Logo Markkleeberg

Logo Markkleeberg

Markkleeberg lässt Anfang März für drei Tage die Puppen tanzen. Von Freitag, dem 06. März 2020, bis Sonntag, dem 08. März 2020, findet unter dem Titel „Hexenspaß & große Taten“ das 11. Markkleeberger Puppentheaterfest in den Lindensälen des Rathauses statt. Fünf Vorstellungen sind geplant.
Krimilesung zur Leipziger Buchmesse in der Stadtbibliothek
Logo Markkleeberg

Logo Markkleeberg

Die Stadtbibliothek Markleeberg lädt anlässlich der Leipziger Buchmesse vom 12. bis 15. März 2020 zu einer Lesung ein. In der Reihe „Leipzig liest“ ist am Freitag, dem 13. März 2020, die Autorin und Schauspielerin Isabella Archan zu Gast. Die gebürtige Grazerin ist immer wieder bei Theaterlesungen und im Fernsehen präsent, u.a. im Kölner Tatort, in der Lindenstraße und der Serie „Diese Kaminskis“.
1. FC Lok Leipzig vs. ZFC Meuselwitz 4:2 – Nicht nur alles „Isi“
Spitzenreiter! Die Lok-Kicker David Urban und Robert Zickert jubeln gemeinsam. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserDer 1. FC Lok Leipzig ist Tabellenführer in der Regionalliga Nordost. Gegen den einstigen (?) Angstgegner ZFC Meuselwitz obsiegten die Probstheidaer am Freitagabend mit 4:2 (1:1). 3.061 stimmungsvolle Zuschauer im Plache-Stadion sahen ein anfangs mäßiges und am Ende mitreißendes Regionalliga-Spiel. Meuselwitz egalisierte zweimal die Lok-Führung, ehe Paul Schinke in der 90. Minute per Elfmeter zum 3:2 traf. Winter-Neuzugang Ishmael Schubert-Abubakari traf nur 60 Sekunden später zur endgültigen Entscheidung. Zwei Spielunterbrechungen aufgrund von Pyro-Technik in der Lok-Fankurve warfen einen Schatten auf eine furiose zweite Halbzeit.
OBM-Wahl 2020: Nächste Volte am Sportforum
Der Parkplatz auf der Fläche des ehemaligen Schwimmstadions. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„RB-Chef Mintzlaff: ,Klub-Entwicklung darf nicht auf Altar des Wahlkampfes geopfert werden‘“, polterte die LVZ am 20. Februar und schrieb damit ihre Geschichte vom 15. Januar fort, die auch schon nicht stimmte: „RB-Geschäftsstelle und Parkhaus kommen auf den Stadionvorplatz“. Und nun am 27. Februar, nachdem die LVZ noch ein paar mal versucht hat, einen „Streit zwischen RB Leipzig und der Stadt“ (21. Februar) zu konstruieren, ruderte das Blatt in einem recht flapsigen Kommentar zurück: „Eine Schwalbe am Schwimmstadion“.
StuRA und Jusos kritisieren die flapsige Haltung des Wissenschaftsministers zu den Ursachen des Klimawandels
Sebastian Gemkow (CDU). Foto: L-IZde

Foto: L-IZde

Für alle LeserFangen wir mit Rezo an, der seit seinem großen „Zerstörung der CDU“-Video von 2019 auch zum Kolumnisten bei der „Zeit“ geworden ist, wo er am Donnerstag, 27. Februar, seinen (neuen) Ärger in Worte fasste: „Die Erderwärmung verschwindet gerade aus der öffentlichen Diskussion. Das ist so lange unerträglich, wie sich stattdessen mit nichtigem Parteigeplänkel beschäftigt wird.“ Ein Ärger, der genau so auch auf den Leipziger OBM-Wahlkampf zutrifft.
Leipzigs Baudezernat hält eine Wohnungstauschplattform zumindest theoretisch für möglich
Hier irgendwo die richtige Wohnung finden ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAuch das war so ein Thema bei der Townhall-Veranstaltung am 23. Februar in der Peterskirche. Dort stand das Thema der Wohnungsknappheit in Leipzig auf der Themenliste und die unabhängigen Wohnungsmarktakteure warfen als Idee in den Raum, Leipzig könne ja wieder – wie einst in DDR-Zeiten – den Wohnungstausch unter all jenen in Gang bringen, die einfach nur eine Wohnung in anderer Größe suchen. Da fiel auch schon mal das Wort „Mangelverwaltung“. Aber: Der Mangel ist für viele Leipziger längst spürbar.
Motette in der Thomaskirche Leipzig am 29. Februar mit dem Leipziger Vocalensemble und Bach-Kantate
Leipziger Vocalensemble. Quelle: Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Thomas

Leipziger Vocalensemble. Quelle: Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Thomas

Am Samstag, 29. Februar um 15.00 Uhr ist in der Motette in der Thomaskirche das Leipziger Vocalensemble mit Musikern auf historischen Instrumenten und den Solisten Friederike Urban, David Erler, Wolfram Lattke und Tobias Ay zu hören. Zur Aufführung kommt neben Chorwerken von Heinrich Schütz, Gottfried August Homilius, Johannes Brahms und Johannes Weyrauch die Kantate „Nach dir, Herr, verlanget mich“ BWV 150 von Johann Sebastian Bach.
Zwieback in seiner bislang reinsten Form: das Solo „6G Ray pur“ feiert am 5. März Premiere
6G Ray pur. Foto: Schaubühne Lindenfels

Foto: Schaubühne Lindenfels

Für alle LeserWolfgang Krause Zwieback macht Inventur in seinem Laden. Angekündigt ist ein performativer Konkurs, zu dessen Premiere der Sprachakrobat in den Ballsaal der Schaubühne Lindenfels am Donnerstag, 5. März, um 20 Uhr einlädt. Vorher gibt's im Salon sogar noch ein Podiumsgespräch mit „Pionieren der Freien Szene“.
Stiftung Ecken wecken bringt neues Mitmach-Projekt „Wir im Quartier“ im Leipziger Westen an den Start
kunZstoffe in der Georg-Schwarz-Straße 7. Foto: kunZstoffe e.V.

Foto: kunZstoffe e.V.

Für alle LeserWie kommt man eigentlich heraus aus dieser Jammerspirale, in der heute so viele Mitbürger glauben, ihren Frust und Unmut immer nur an anderen auslassen zu können? Kann es sein, dass es gerade ihre Rolle als unmündiger und immer nur konsumierender Bürger ist? Ihre Haltung, dass andere bitteschön immer alles regeln sollen? Raus aus der Schmollecke, so könnte man den neuen Aufruf der Stiftung Ecken wecken überschreiben. Wer seine Nachbarschaft besser machen will, packt selbst mit an.
Morteratsch: Zwei Tote, ein Gletscher und die Pfeife von Maigret
Urs W. Käser: Morteratsch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist nicht sein erster Krimi, den Urs W. Käser jetzt im Leipziger Einbuch Verlag vorgelegt hat. Mit „Hoffmanns Tode“, „Mosers Ende“ und „Gornerschlucht“ hat der 1955 geborene Schweizer Autor schon drei Kriminalromane aus der Schweizer Bergwelt veröffentlicht. In seinem vierten Krimi geht es nach Pontresina, einem Dorf unterhalb des Piz Morteratsch. Und dessen Gletscher spielt in diesem Krimi eine nicht unwesentliche Rolle.