In der Ratsversammlung am heutigen Mittwoch, dem 28. Januar, kommt auch ein nicht ganz unwichtiger Posten zum Ausruf: 96,5 Millionen Euro, mit denen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) aus dem Leipziger Haushalt im Jahr 2026 unterstützt werden sollen. Immerhin sind die LVB mit ihren Fahrgastzahlen inzwischen im Aufwind. Im Berufsverkehr sind Bahnen und Busse rappelvoll. Die Leipziger fahren wieder mit dem ÖPNV. Aber welche Meinung haben sie zur Förderung der LVB? Auch das wurde in der Bürgerumfrage 2024 abgefragt.

Wie sehen die Befragten tatsächlich auf die Förderung des ÖPNV in Leipzig? Da staunen selbst die Autoren des Berichts zur Bürgerumfrage, dass „die Meinungen bezüglich Bus und Straßenbahn in Leipzig recht einheitlich über die verschiedenen Nutzungsgruppen der Verkehrsmittel“ verteilt sind.

„In der gesamten Stichprobe ist das Ausmaß der Bemühungen um Bus und Straßenbahn für 35 Prozent genau richtig. Fast die Hälfte der befragten Personen in der Gesamtstichprobe (49 Prozent) sind allerdings der Meinung, dass eher zu wenig oder viel zu wenig für den ÖPNV in Leipzig getan wird. Dieser Anteil schwankt kaum über die Nutzungsgruppen hinweg; von häufiger Autonutzung (42 Prozent), über seltene ÖPNV-Nutzung (45 Prozent), bis hin zu häufiger Fahrradnutzung (57 Prozent).“

Ein ähnliches Bild gibt es übrigens auch zum S-Bahn-Angebot. Auch wenn deutlich mehr Befragte meinen, sie könnten es nicht einschätzen.

ÖPNV ist ein Gemeinschaftsprojekt

Aber etwas wird deutlich: „Erklärt werden könnte das ähnliche Muster der Antworten hinsichtlich Bus, Straßenbahn und S-Bahn über verschiedene Verkehrsmittelnutzungsgruppen mit dem integrativen Charakter des ÖPNV: Ob häufiger oder seltener Gebrauch von Fahrrad und Auto – Menschen mit verschiedener Verkehrsmittelnutzung nutzen wohl alle den ÖPNV in irgendeiner Weise.

Entsprechend ähnlich fallen die Urteile aus. Andererseits sind aber die Personen, die häufig das Fahrrad nutzen, gleichzeitig keine häufigen Autonutzer/-innen und umgekehrt. Folglich heterogener sind die Meinungen zu diesen Verkehrsmitteln.“

Was einen doch immer wieder überrascht, weil es viel zu selten erwähnt wird: Der ÖPNV ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt, das alle nutzen (können) und wo sich unterschiedlichste Menschen begegnen.

Aber die Zustimmung zur Förderung für den ÖPNV zeigt auch, dass das Angebot mit Bussen und Straßenbahnen auch für viele Menschen eine Rückversicherung ist, die sonst eher mit Auto oder Fahrrad unterwegs sind. Selbst häufige Autonutzer finden zu 42 Prozent, dass zu wenig für den ÖPNV getan wird.

Da kann man gespannt sein, ob es am heutigen Mittwoch im Stadtrat eine Debatte zum Gesamtfinanzierungsbeitrag der LVB im Jahr 2026 gibt. Immerhin 96,5 Millionen Euro, die den LVB aus dem Verkehrsleistungsfinanzierungsvertrag zustehen, damit sie ihr Angebot im Jahr 2026 aufrechterhalten können.

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